Europa League - Freiburgs Frühstart mit Personalsorgen

Christian Streich vom SC Freiburg

Dritte Qualifikationsrunde der Europa League

Europa League - Freiburgs Frühstart mit Personalsorgen

Außergewöhnlich früh startet der SC Freiburg in die neue Saison, heute steht die dritte Qualifikationsrunde der Europa League an. Über den Gegner mussten sich einige erst einmal informieren.

Die Vorfreude ist groß: Der SC Freiburg kommt heute um 21.05 Uhr (live im SWR Fernsehen und im Livestream) in den seltenen Genuss von europäischem Fußball. Nicht nur Trainer Christian Streich blickt dem Hinspiel gegen den slowenischen Pokalsieger NK Domzale daher optimistisch entgegen. "Für uns ist das natürlich etwas Besonderes", sagte Streich am Mittwoch (26.07.2017).

Abwehrspieler Pascal Stenzel spricht vom "ersten Highlight der Saison" - was aber nicht am Gegner liegt. "Ich kannte den Klub ehrlich gesagt nicht und ich glaube, so ging es vielen von uns." Domzale hat sich den ersten beiden Qualifikationsrunden zunächst gegen Flora Tallinn (Estland) und danach gegen Valur Reykjavik (Island) mit jeweils zwei Siegen durchgesetzt. Außerdem hatten die Slowenen bereits zwei Ligaspiele absolviert.

Guédé fällt aus, Haberer eine Option

Dennoch gilt Freiburg als Favorit. "Sie fühlen sich sicher als Außenseiter und haben damit eine Herausforderung, wie wir sie schon öfter hatten", sagte Streich. Er selbst will sein Team aber nicht in die Favoritenrolle stecken. "Wir können bestehen, wenn wir eine gute Leistung zeigen. Ich habe vor jedem Gegner Respekt." Das Videostudium habe ihm gezeigt, dass Domzale "unterschiedliche Systeme spielen kann und diese auch mal im Spiel wechselt", meist von einem 4-4-2 in ein 4-1-4-1.

Den Sport-Club plagen Verletzungssorgen. Neben den ohnehin fehlenden Abwehrspielern Georg Niedermeier und Manuel Gulde fällt auch noch Offensivspieler Karim Guédé wegen eines Außenbandrisses für fünf bis sechs Wochen aus. Zudem wird U21-Europameister Marc Oliver Kempf nach seinem verlängerten Urlaub noch geschont, sein EM-Kollege Janik Haberer möglicherweise nicht. "Eventuell nehme ich ihn aufgrund der personellen Situation in den Kader", sagte Streich.

Streich hofft auf weitere Verstärkungen

Damit sein Team nach dem hervorragenden siebten Platz aus der Vorsaison auch in der kommenden Spielzeit bestehen kann, hofft der Trainer weiter auf neue Spieler. "Wir probieren alles", sagte er zu den teils komplizierten Verhandlungen.

Vielleicht steht schon am nächsten Donnerstag ein weiterer Zugang auf dem Platz, wenn das Rückspiel in Slowenien steigt. Sollte sich der SC in beiden Partien durchsetzen, stünde er in den Play-offs. Diese sind die letzte Hürde auf dem Weg in die ersehnte Gruppenphase der Europa League.

Europa-League-Quali: Blamagen und souveräne Auftritte

Der SC Freiburg muss in der Europa-League-Qualifikation gegen NK Domzale ran. Die Bilanz der deutschen Teams in diesem Jahrzehnt.

Europa League: Hertha BSC - Bröndby IF

Saison 2016/2017 - Hertha BSC: In schlechter Erinnerung ist der Auftritt der Hertha im Vorjahr geblieben. Nach einer katastrophalen Rückrunde waren die Berliner von Platz drei auf Rang sieben abgestürzt und mussten in der Europa-League-Qualifikation gegen Bröndby IF ran. Nach einem 1:0 im Hinspiel setzte es in Dänemark eine 1:3-Niederlage, die Hertha schied aus. Die Spötter prophezeiten eine schwierige Saison, aber dieses Mal machte es das Team von Pal Dardai besser und steht jetzt direkt in der Gruppenphase.

Saison 2016/2017 - Hertha BSC: In schlechter Erinnerung ist der Auftritt der Hertha im Vorjahr geblieben. Nach einer katastrophalen Rückrunde waren die Berliner von Platz drei auf Rang sieben abgestürzt und mussten in der Europa-League-Qualifikation gegen Bröndby IF ran. Nach einem 1:0 im Hinspiel setzte es in Dänemark eine 1:3-Niederlage, die Hertha schied aus. Die Spötter prophezeiten eine schwierige Saison, aber dieses Mal machte es das Team von Pal Dardai besser und steht jetzt direkt in der Gruppenphase.

Saison 2015/2016- Borussia Dortmund: Wahre Schützenfeste feierte der BVB vor zwei Jahren mit seinem neuen Coach Thomas Tuchel. Gegen den Wolfsberger AC aus Österreich gab es zwei Siege (1:0 und 5:0) in der 3. Qualifikationsrunde und gegen Odds Bk aus Norwegen gewannen die Dortmunder sogar mit 7:2 im eigenen Stadion und dann auch auswärts mit 4:3. Souveräne Vorstellung.

Saison 2014/2015 - 1. FSV Mainz 05: Die Mainzer hatten gerade ihren Coach Thomas Tuchel verloren und befanden sich auch nach der Sommerpause noch im Schockzustand. Der mit vielen Nebengeräuschen abgelaufene Abschied des Erfolgscoaches wirkte nach. Dann kam mit Astera Tripolis ein unbeschriebenes Blatt. Nach dem 1:0-Hinspielerfolg setzte es in Greichenland eine 1:3-Niederlage. Mainz stolperte in der Sommerpause und der Start von Kasper Hjulmand als FSV-Trainer war verpatzt. Kleiner Trost: Manager Christian Heidel fand beim Gegner mit Pablo de Blasis einen neuen Spieler.

Saison 2013/2014 - VfB Stuttgart: Gegen Botew Plowdiw reichte es den Schwaben gerade noch so. Nach einem 0:0 vor heimischem Publikum und dem 1:1 in Bulgarien rettete nur die Auswärtstorregel den VfB. Dann kam allerdings HNK Rijeka als Gegner, und es war bereits nach den Play-offs vorbei (2:2 und 1:2). Besonders bitter war das für Thomas Schneider, Joachim Löws heutigem Co-Trainer in der Nationalmannschaft: Es war sein Debüt als Stuttgarter Trainer.

Saison 2012/2013 - Hannover 96: Souverän setzten sich die Niedersachsen gegen den irischen Vertreter St Patrick’s Athletic (3:0 und 2:0) und gegen Slask Breslau aus Polen durch - 5:1 und 5:3 hieß es nach jeweils 90 Minuten. Die Gruppenphase beendeten die 96er dann als Erster, mussten sich anschließend jedoch dem damals mit viel Geld aufgepumpten Verein Anschi Machtaschkala aus Russland geschlagen geben.

Saison 2011/2012 - 1. FSV Mainz 05: Für die Mainzer sind die K.o.-Spiele vor der Gruppenphase kein gutes Pflaster, denn auch 2012 scheiterten sie. Der Gegner hieß Gaz Metan Medias. Die Rumänen gewannen das Elfmeterschießen im Rückspiel, nachdem es zweimal 1:1 beim Abpfiff gestanden hatte. Der Ausflug nach Siebenbürgen wurde für die Rheinhessen zum Fiasko und das nach einer so erfolgreichen Saison, die sie mit 58 Punkten auf Platz fünf beendet hatten.

Saison 2011/2012 - Hannover 96: Das Team von Mirko Slomka konnte Europa League, das bewiesen die Niedersachsen in den Play-offs 2011. "Bei uns muss alles passen, damit ein Weiterkommen möglich ist", hatte Sportdirektor Jörg Schmadtke vor den Spielen gegen den FC Sevilla gesagt. Und es passte. Nach dem 2:1-Hinspielerfolg reichte 96 ein Tor von Mohamed Abdellaoue. Das 1:1 bedeutete den Einzug in die Gruppenphase. Nach zwei packenden Spielen gegen Sevilla feierten die Norddeutschen unter der Sonne Andalusiens.

Saison 2011/2012 - FC Schalke 04: Auch der DFB-Pokalsieger musste damals noch in die Play-offs und blamierte sich zunächst. Bei HJK Helsinki setzte es eine 0:2-Niederlage für die Schalker. Der Finne Teemu Pukki traf dabei doppelt und das reichte, um später von den Königsblauen verpflichtet zu werden. Im Rückspiel machte Klaas-Jan Huntelaar dann vier Tore und Schalke gewann 6:1. Der Einzug in die Gruppenphase war perfekt.

Saison 2010/2011 - VfB Stuttgart: Der VfB Stuttgart machte es 2010 besser als drei Jahre später und setzte sich sowohl in der Qualifikation als auch in der Europa League durch. Es waren aber knappe Duelle gegen Molde FK und Slovan Bratislava. Nach einem 3:2-Hinspielerfolg in Molde lagen die Schwaben 2:1 gegen die Norweger hinten, bis der damals 21-jährige Timo Gebhardt, der heute für 1860 München in der vierten Liga kickt, sein Team in der Nachspielzeit erlöste. Gegen Bratislava reichte dem VfB ein 1:0 und ein 2:2 zum Weiterkommen. Souveräner erledigten Bayer Leverkusen (3:0 und 3:1 gegen Simferopol) und Borussia Dortmund (4:0 und 1:0 gegen FK Karabak) ihre Aufgaben.

dpa/sid/red | Stand: 27.07.2017, 08:35

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