Blitz-Aus für Stuttgart

Vedad Ibisevic (l.) und Giuseppe Biava gestikulieren.

Schon nach acht Minuten war der Europa-Traum beendet

Blitz-Aus für Stuttgart

Mit einer weitgehend schwachen Vorstellung vor leeren Rängen hat sich der VfB Stuttgart von der internationalen Fußball-Bühne verabschiedet.

Eine Woche nach dem 0:2 vor heimischem Publikum verloren die Schwaben das "Geisterspiel" bei Lazio Rom mit 1:3 (0:2) und schieden im Achtelfinale der Europa League als letzte deutsche Mannschaft aus. Ein früher Doppelschlag von Libor Kozak (6./8. Minute) beraubte den VfB aller Illusionen und machte aus der Partie ein besseres Trainingsspiel. Mehr als das Anschlusstor durch Tamas Hajnal (62.) gelang dem Bundesliga-14. nicht, ehe wiederum Kozak (87.) für den Endstand sorgte.

"Wir haben individuelle Fehler gemacht und waren zu weit weg von den Leuten", bilanzierte VfB-Trainer Bruno Labbadia eine Partie, in der die Stuttgarter in der zweiten Halbzeit sogar dicht vor dem Ausgleich standen. "Die Konzentration hat am Anfang gefehlt, und nach den zwei Toren waren wir aus dem Spiel", gestand Vedad Ibisevic, dem ebenso wie seinen Kollegen in der Offensive die Durchschlagskraft fehlte. "Ausschlaggebend war, dass wir so schnell in Rückstand geraten sind", urteilte Torschütze Hajnal.

Moral im zweiten Durchgang

Wegen rassistischer Ausfälle seiner Fans war Lazio von der UEFA zu zwei Heimspielen ohne Zuschauer verurteilt worden. Die nach der Winterpause tief in die Krise geratenen Schwaben wurden im gähnend leeren Stadio Olimpico eiskalt erwischt, bewiesen aber im zweiten Durchgang immerhin Moral und stemmten sich mit Macht gegen die Niederlage.

Ibisevic trifft Marchetti

Die Defensive, in der Arthur Boka ausfiel, bekam den wendigen Kozak zunächst kaum in den Griff. Auch im Angriff hatte die Elf von Trainer Bruno Labbadia lange Zeit nicht viel zu bieten. Erst als die Römer zwei Gänge zurückschalteten, setzte der VfB in der Offensive einige Achtungszeichen. Der im Hinspiel fehlende Vedad Ibisevic sorgte in der 41. Minute für Aufregung, als er Lazio-Torhüter Federico Marchetti mit dem Stollen unglücklich am Kopf traf. Der Keeper musste daraufhin ausgewechselt werden.

Lazio Rom - VfB Stuttgart 3:1

Der VfB Stuttgart muss im Rückspiel des Achtelfinals der Europa League bei Lazio Rom einen 2:0-Rückstand aus dem Hinspiel wettmachen. Die Bilder des Spiels.

Leere Ränge vor Beginn des Achtelfinals zwischen Lazio Rom und dem VfB Stuttgart.

Gespenstische Atmosphäre: Die Spieler beider Mannschaften warten vor leeren Rängen auf den Anpfiff. Wegen rassistischer Vorfälle müssen die Laziali diese Partie unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestreiten.

Gespenstische Atmosphäre: Die Spieler beider Mannschaften warten vor leeren Rängen auf den Anpfiff. Wegen rassistischer Vorfälle müssen die Laziali diese Partie unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestreiten.

Die Stuttgarter Hoffnungen enden früh: Lazio geht in der sechsten Minute in Führung. Hier feiern die Römer den Führungstreffer ihres Stürmers Libor Kocak.

Zwei Minuten später stehen Stuttgarts Tamas Hajnal und Vedad Ibisevic wieder am Anstoßkreis. Libor Kozak hat mit seinem zweiten Treffer auf 2:0 erhöht.

Nur sehr selten wehrt sich der VfB. Hier dribbelt Shinji Okazaki (l.) ausnahmsweise mal an Lazios Verteidiger Michael Ciani vorbei.

Augenhöhe gibt es an diesem Abend nicht allzu oft. Hier begegnen sich Lazios Abwehrspieler Bruno Pereirinha (l.) und Stuttgarts Mittelfeldmann Federico Macheda im Kopfballduell.

Stuttgarts Verteidiger Cristian Molinaro versucht den Ball im Zweikampf gegen den Römer Bruno Pereirinha zu behaupten.

Langsam macht sich Frust bei Vedad Ibisevic breit. Hier gestikuliert der VfB-Sürmer mit Giuseppe Biava über ein vermeintliches Foulspiel.

In der 62. Minute gelingt Tamas Hajnal der Anschlusstreffer für die Schwaben. Nach einer schwachen Abwehr der Römer aus dem Strafraum verwandelt Hajnal seinen Schuss ins rechte Eck. Danach feiern aber auch die Laziali noch einen Treffer, erneut durch Kozak.

Trostlos wie die Kulisse

So trostlos wie die Kulisse war auch der Beginn des Spiels für die Stuttgarter, denn die leisen Hoffnungen auf ein Fußball-Wunder in der Ewigen Stadt lösten sich schon nach wenigen Minuten in Wohlgefallen auf. Nach einer Flanke von Stefan Radu reagierte Kozak schneller als die Innenverteidigung der Gäste mit Georg Niedermeier und Serdar Tasci und überwand den machtlosen Sven Ulreich zur frühen Führung. Keine 120 Sekunden später war der Tscheche nach Zuspiel von Hernanes gegen die schläfrige VfB-Defensive erneut zur Stelle und jagte den Ball zum 2:0 unter die Latte.

"Können nicht gegenhalten"

"Das ist eine abgezockte Truppe, die wartet nur auf Fehler. Da können wir nicht gegenhalten", gestand VfB-Sportdirektor Fredi Bobic zur Pause ernüchtert. Kozak, eigentlich nur Stürmer Nummer 3 bei Lazio hinter dem weiter verletzt fehlenden Miroslav Klose und Sergio Floccari erzielte damit schon seine Tore sechs, sieben und acht im laufenden Wettbewerb. Auch in der Zwischenrunde gegen Borussia Mönchengladbach war er zweimal erfolgreich gewesen. Die Schwaben benötigten lange, um sich von dem Doppelschock zu erholen. Erst Mitte der ersten Halbzeit setzten sie erste zaghafte Akzente im Spiel nach vorne, allerdings fehlte es den Aktionen an Entschlossenheit und Durchsetzungsvermögen.

Ulreich im Glück

Auf der Gegenseite ließ Ulreich einen Freistoßknaller von Antonio Candreva (35.) nach vorne abprallen und hatte Glück, dass kein Lazio-Stürmer in der Nähe war. Als der Stuttgarter K.o. längst besiegelt war, ließen die nur noch mit halber Kraft agierenden Römer ihren Gästen mehr Freiheiten, die diese nach gut einer Stunde zu einer Resultatsverbesserung nutzten. Der zuletzt von den Fans in Stuttgart geschmähte Hajnal traf mit einem Schuss von der Strafraumgrenze zum 2:1. Schon zuvor hatte Gotoku Sakai (52.) gegen Lazios Ersatzkeeper Albano Bizzarri eine große Chance vergeben. Als das 2:2 in der Luft zu liegen schien, traf Kozak zum 3:1.

Stand: 14.03.2013, 23:33