Mainz verabschiedet sich aus Europa League

Der Mainzer Yunus Malli (r.) und St. Etiennes Loic Perrin

AS Saint-Etienne - 1. FSV Mainz 05 0:0 (0:0)

Mainz verabschiedet sich aus Europa League

Von Hartmut Bick

Der 1. FSV Mainz 05 muss sich nach der Gruppenphase aus der Europa League verabschieden. Das torlose Remis beim AS St. Etienne bedeutet das Aus für die Rheinhessen.

Durch das 0:0 am Donnerstagabend (24.11.2016) hat der FSV als Gruppendritter mit drei Punkten Rückstand wegen des direkten Vergleichs (Hinspiel 1:1) keine Chance mehr, die Franzosen noch vom zweiten Platz zu verdrängen. In einer engagiert geführten Partie konnten die Rheinhessen ihre wenigen hochkarätigen Chancen nicht nutzen.

"Wir haben nicht viel zugelassen und den Gegner beherrscht", urteilte Verteidiger Daniel Brosinski nach dem Match. "Bis zum Strafraum haben wir gut gespielt, aber dann fehlte die Durchschlagskraft, um den entscheidenden Treffer zu erzielen", bedauerte er. Sein Teamgefährte Stefan Bell bestätigte: "Es haben immer zwei, drei Meter gefehlt, um erfolgreich zu sein."

Mit dem Rücken zur Wand

Nach der deftigen 1:6-Klatsche beim RSC Anderlecht standen die Mainzer vor der Partie mit dem Rücken zu Wand. Gewinnen war Pflicht. Dementsprechend verkündete Trainer Martin Schmidt vor der Partie, die frischeste Mannschaft aufzubieten, die ihm zur Verfügung stehe für "ein Finale, auf das sich vollkommen unser Fokus" richtet. Mit den Neuen Leon Balogun, Gaëtan Bussmann, André Ramalho und Levin Öztunali veränderte Schmidt sein Team im Vergleich zum Liga-Erfolg gegen Freiburg auf vier Positionen. Rechtzeitig fit wurde Mittelfeldmann Yunus Malli. Der erfolgreichste Bundesliga-Torschütze der Mainzer hatte unter der Woche an Halsschmerzen gelitten.

St. Etienne überlegen - Mainz mit zwei dicken Chancen

Die Mainzer benötigten ein paar Minuten, um auf Betriebstemperatur zu kommen, versuchten aber nach und nach, die Partie an sich zu reißen und hatten durch Öztunali die erste dicke Chance. Der Flachschuss des Mittelfeldspielers aus zwölf Metern rauschte nur knapp am linken Pfosten vorbei (12.). Aber auch St. Etienne kam in der Anfangsphase öfter gefährlich vors Mainzer Tor, etwa beim Schuss von Oussama Tannane, den FSV-Keeper Jonas Lössl entschärfte (17.).

Nach etwa einer Viertelstunde aber verschoben sich die Kräfteverhältnisse deutlich. Die engagierten und laufstarken Gastgeber übernahmen die Kontrolle, drängten die Mainzer immer weiter hinten rein. Die Gäste kamen kaum durch das dichtgestaffelte Mittelfeld der Franzosen. Ungenauigkeiten prägten die Partie in der Folge, spielerisch zeigten die Rheinhessen eine dürftige Vorstellung. Erst kurz vor der Halbzeit riss es die mitgereisten Mainzer Fans wieder von ihren Sitzen, nachdem Jhon Córdoba direkt an der Strafraumgrenze gefoult worden war. Aber St. Etiennes Keeper Stéphane Ruffier parierte den präzisen Freistoß Mallis souverän (44.).

Mainz erhöht den Druck

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Mainz den Druck. Und fast hätte St. Etiennes Ole Selnaes die Gäste jubeln lassen, als er einen Schuss Öztunalis gefährlich abfälschte. Ruffier bekam die Kugel kurz vor der Linie noch zu fassen (51.). Nur eine Minute später fischte er einen gefährlichen Flachschuss Öztunalis aus der linken Ecke. Das war es dann aber auch erstmal wieder mit dem Mainzer Offensivdrang. Bis zur 73. Minute dauerte es, ehe Cordoba die bis dato dickste Chance vergab: Freistehend aus fünf Metern köpfte er Ruffier das Leder direkt in die Hände.

St. Etienne beschränkte sich weitgehend aufs Verteidigen, hatte aber durch Tannane die Chance, alles klar zu machen. Doch sein Flachschuss von der rechten Strafraumseite prallte vom linken Pfosten wieder ins Feld zurück (82.). Die Gäste warfen noch einmal alles nach vorne, das befreiende Tor wollte aber nicht fallen.

Der FSV Mainz empfängt zum letzten bedeutungslosen Gruppenspiel am 8. Dezember den noch punktlosen Tabellenletzten FK Gabala.

Statistik

Fußball · UEFA Europa League · 5. Spieltag 2016/2017

Donnerstag, 24.11.2016 | 21.05 Uhr

AS St. Etienne

Ruffier – Theophile-Catherine, Pogba, Perrin, Polomat – Saivet, Selnaes, Veretout (90. Lacroix) – Tannane, Roux (83. Pajot), Monnet-Paquet (59. Nordin)

0

1. FSV Mainz 05

Lössl – Brosinski, Bell, Balogun, Bussmann (83. Samperio) – Ramalho (65. Frei), Gbamin (83. Seydel) – Öztunali, Malli, Onisiwo – Cordoba

0

Fakten und Zahlen zum Spiel

Strafen:

  • gelbe Karte Balogun (1 )
  • gelbe Karte Onisiwo (1 )
  • gelbe Karte Perrin (1 )
  • gelbe Karte Brosinski (2 )
  • gelbe Karte Öztunali (2 )
  • gelbe Karte Malli (1 )
  • gelbe Karte Veretout (1 )

Zuschauer:

  • 27000

Schiedsrichter:

  • Bas Nijhuis (Niederlande)

Stand: Donnerstag, 24.11.2016, 22:57 Uhr

Stand: 24.11.2016, 23:17

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