Gladbach weiter in der Krise

Gladbachs Granit Xhaka im Zweikampf mit Mehmet Topal (r.).

Borussia Mönchengladbach - Fenerbahce Istanbul 2:4

Gladbach weiter in der Krise

Die Krise von Borussia Mönchengladbach hat sich weiter verschärft. Auch in der Europa League unterlag der Fußball-Bundesligist gegen Fenerbahce Istanbul.

2:4 (1:2) hieß es am Donnerstagabend (04.10.2012) am Ende gegen die Türken. Luuk de Jong (18. Minute) brachte Gladbach zwar in Führung. Die Treffer von Cristian (25./87.), Raul Meireles (40.) und Dirk Kuyt (71.) besiegelten aber nur fünf Tage nach dem 0:5 in Dortmund die erneute Pleite. Auch das Tor zweite Gladbach-Tor von Igor de Camargo (74.) nutzte nichts mehr.

Mit hängenden Köpfen schlichen die Gladbacher nach dem Abpfiff vom Platz. Filip Daems wollte zumindest die zwischenzeitlich gezeigte Moral hervorheben. "Das zeigt, dass Leben in der Mannschaft steckt", sagte er. Sportdirektor Max Eberl fand sehr deutliche Worte. "Wir haben gesehen, dass nicht eine Mannschaft auf dem Platz steht, die vor Selbstvertrauen strotzt. Das muss sie sich erarbeiten. Wir müssen uns dagegen stemmen. Es hilft nicht zu lamentieren", so Eberl und er fügte an: "Wir müssen selber da raus aus der Scheiße."

Bilder vom Spiel Mönchengladbach gegen Fenerbahce

Borussia Mönchengaldbach trifft am zweiten Spieltag der Europa League auf Fenerbahce Istanbul.

Roel Brouwers und Dirk Kuyt

Gladbachs Roel Brouwers klärt den Ball vor Istanbuls Dirk Kuyt.

Gladbachs Roel Brouwers klärt den Ball vor Istanbuls Dirk Kuyt.

Früher Jubel in Gladbach. Stürmer Luuk de Jong erzielt nach achtzehn Minuten das 1:0 mit dem Kopf. Anschließend trägt er Granit Xhaka vor der Fankurve auf dem Rücken.

Istanbuls Antwort kommt schnell. In der 25. Minute verwandelt Cristian Baroni einen Freistoß aus 23 Metern und feiert mit seinem Teamkollegen Moussa Sow.

Fenerbahce geht in Führung. Angreifer Raul Meireles befördert den Ball mit einem strammen Schuss in den Gladbacher Kasten.

Mönchengladbachs Xhaka grätscht den Ball vor Fenerbahces Hasan Ali ins Aus.

Torjubel bei Fenerbahce. Dirk Kuyt verwandelt eine Flanke von Erkin zum 3:1 und feiert mit seinen Teamkollegen. Am Ende heißt es 4:2 für die Gäste.

Vor 46 279 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park - darunter mehrere tausend türkische Fans - fand die Fohlen-Elf keinen Rhythmus und wartet nun seit sieben Pflichtspielen auf einen Sieg. In der Gruppe C ist die Borussia mit nur einem Zähler unter dem Soll und muss im nächsten Spiel gegen Olympique Marseille am 25. Oktober unbedingt dreifach punkten, um die Europapokal-Hoffnungen am Leben zu erhalten.

In der Bundesliga wartet am Sonntag das Überraschungsteam von Eintracht Frankfurt als nächster Prüfstein. Fenerbahce feierte im zehnten Pflichtspiel gegen eine deutsche Mannschaft den ersten Sieg überhaupt und hat vier Punkten auf dem Europapokal-Konto.

Trainer Favre mischt seine Mannschaft durch

Entgegen seiner Ankündigung rotierte Gladbach-Trainer Lucien Favre richtig kräftig durch - gleich fünf Neue kamen im Vergleich zur bitteren Dortmund-Pleite ins Team. Größte Überraschung war der Einsatz von Thorben Marx, der seit mehr als einem halben Jahr wieder im Mittelfeld ran durfte.

Im elften Pflichtspiel agierte die Borussia somit zum zehnten Mal mit einer anderen Anfangself - ohne Erfolg. Dabei war der Auftakt vielversprechend. De Jong nutzte eine Flanke von Havard Nordtveit mit dem Hinterkopf zu seinem ersten Europa-League-Tor für Gladbach. Die Erleichterung auf Platz und Rängen war förmlich spürbar. Sieben Minuten später war die gute Laune schon wieder dahin. Nach Cristians Freistoßtreffer verfielen die Borussen in der Defensive in alte Fehler.

Haarsträubende technische Fehler

Was Favre kurz vor der Pause zu sehen bekam, musste ihn beunruhigen. Meireles trockener Schuss ins Tor erschütterte Gladbachs Moral. Haarsträubende individuelle technische Fehler waren die Folge. Besonders Torwart Marc-André ter Stegen war komplett von der Rolle und schlug den Ball mehrfach ungewollt ins Aus.

Die Türken schienen den Trubel um die Demission ihres Starspielers Alex gut verdaut zu haben. Doch in der zweiten Halbzeit mussten sie nochmal zittern, denn die Borussia fing sich wieder. Arango (59.) und Igor de Camargo (63.) scheiterten zunächst knapp. Nach Kuyts Tor schien alles vorbei, zwei Minuten später war aber de Camargo zur Stelle. Das zweite Tor von Cristian kurz vor Schluss machte aber die letzte Hoffnung auf ein moralisch wichtigen Punktgewinn zunichte.

dpa | Stand: 04.10.2012, 22:59