AC Mailand - Das Ende der Durststrecke

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AC Mailand - Das Ende der Durststrecke

Von Maximilian Storr

In der vergangenen Woche ist der AC Mailand gegen Universitatea Craiova in der dritten Runde der Europa-League-Qualifikation auf die europäische Fußballbühne zurückgekehrt. Das Rückspiel wird der erste internationale Auftritt der "Rossoneri" im heimischen San-Siro-Stadion seit mehr als drei Jahren.

Drei Jahre, fünf Monate und 15 Tage - so lange hat der AC Mailand in seiner Heimstätte, dem Stadion San Siro, kein internationales Fußballspiel mehr ausgetragen. Die Mailänder, die den europäischen Fußball zu Beginn des 21. Jahrhunderts mitprägten, dümpelten in den vergangenen Jahren als graue Maus durch die italienische Serie A.

Sehnsucht nach europäischen Partien

Gleich dreimal verpasste Milan den Sprung ins internationale Geschäft. In der vergangenen Spielzeit belegte der AC den sechsten Platz in der italienischen Fußballliga. Deshalb darf er sich jetzt in der dritten Runde der Europa-League-Qualifikation mit dem rumänischen Vertreter Universitatea Craiova messen.

Wie groß bei den Fans die Sehnsucht nach europäischen Partien ist, beweisen die Vorverkaufszahlen für das Rückspiel gegen Craiova am Donnerstag (03.08.2017). Zwei Tage vor Spielbeginn wurden schon fast 60.000 Tickets abgesetzt. Zum Vergleich: Im Durchschnitt besuchten 40.000 Zuschauer die Mailänder Heimspiele der vergangenen Spielzeit in der Serie A.

Letzter Auftritt mit Kaká

Sein letztes internationales Heimspiel trug der AC Mailand im Februar 2014 aus. Damals gastierte Atlético Madrid im Achtelfinale der Champions League im San Siro. Weltfußballer Kaká führte die "Rossoneri" als Kapitän auf das Spielfeld. Im Angriff sollte Mario Ballotelli Akzente setzen, während der holländische Vizeweltmeister Nigel de Jong als Staubsauger vor der Abwehrreihe agierte. Der AC Mailand verlor seinen letzten Champions-League-Auftritt auf heimischem Boden mit 0:1. Drei Wochen später besiegelte eine 1:4-Niederlage in Madrid das Aus in der Königsklasse.

Neuer Investor und Transferoffensive

Dass es der vorerst letzte Auftritt bleiben sollte, lag vor allem an finanziellen Problemen, mit denen sich der Verein in den Folgejahren herumplagte. Im April dieses Jahres zog Klub-Besitzer Silvio Berlusconi die Reißleine. Nach zähen Verhandlungen verkaufte der ehemalige italienische Regierungschef seinen Herzensverein an den chinesischen Investor Li Yonghong.

Die Transferoffensive des AC Mailand in diesem Sommer beweist, dass der Unternehmer offensichtlich keine Kosten und Mühen scheut, um den Verein wieder zu einem Schwergewicht im europäischen Fußball zu machen. Bisher investierte Milan fast 190 Millionen Euro in Stars wie Leonardo Bonucci, Andre Silva oder den ehemaligen Leverkusener Hakan Calhanoglu.

Zwei Hürden bis zur Gruppenphase

Das erste Kräftemessen mit Craiova entschied der AC Mailand dank eines direkt verwandelten Freistoßtreffers des ehemaligen Wolfsburgers Ricardo Rodriguez mit 1:0 für sich. Um die Hürde der dritten Qualifikationsrunde zu nehmen, reicht also ein Unentschieden zum Einzug in die Play-offs – der letzten Qualifikationsrunde vor der Gruppenphase. Erst mit einem Erfolg in der vierten Qualifikationsrunde würden also weitere europäische Spiele unter Flutlicht auf die sehnsüchtigen Anhänger warten.

Stand: 03.08.2017, 08:34

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