Gnadenfrist für Effenberg

Stefan Effenberg

SC Paderborn in der Krise

Gnadenfrist für Effenberg

Stefan Effenberg bleibt vorerst Trainer beim SC Paderborn und wird am kommenden Spieltag beim Derby gegen Arminia Bielefeld auf der Bank sitzen. Das bestätigte Vereinsboss Wilfried Finke.

"Er ist sich im Klaren darüber, dass er bisher im Februar noch nicht geliefert hat. Aber er hat mich damit überzeugt, wie er am kommenden Wochenende in Bielefeld spielen lassen will", sagte Vereinspräsident Wilfried Finke am Samstag (13.02.2016) dem Online-Portal sport1.de. Er habe am Freitag mit Effenberg und "wichtigen Spielern" gesprochen und dadurch das das Gefühl bekommen, Effenberg als Trainer zu behalten, wird Finke zitiert.

Damit ist Effenberg weiter in der Verantwortung, wenn es beim Ostwestfalen-Derby am kommenden Sonntag gegen Arminia Bielefeld darum geht, die dringend nötig Wende herbeizuführen. Im Gespräch mit der Sportschau raumte er ein, dass seine Situation "wackelig" sei. "Ich bin mir der Situation bewusst und kenne auch die Mechanismen im Fußball", so Effenberg: "Ich gehe so vorbereitet in diese Trainingswoche, dass ich am Sonntag gegen Bielefeld auf der Bank sitze". Die Partie sei "von enormer Bedeutung. Ob es ein Endspiel ist, müssen andere beurteilen", sagte Effenberg.

Finke bleibt vorerst auf Mallorca

Dass Finke dem angezählten Trainer noch ein weiteres Match zugestehen würde, war nach der deutlichen 0:4-Niederlage gegen Kaiserslautern fraglich gewesen. Er sei "zutiefst besorgt", hatte er gleich nach dem Spiel der Bild-Zeitung gesagt: "In der Konstellation wird es schwierig, weiter zusammenzuarbeiten, um die Klasse zu halten". Finke koordiniert von seinem Urlaubs-Domizil auf Mallorca aus die Geschehnisse. Wann er nach Deutschland zurückkehrt, blieb vorerst unklar.

Spieler stellen sich hinter Effenberg

Stürmer Süleyman Koc stellte sich trotz der sportlichen Talfahrt hinter seinen Trainer. "Ich weiß es nicht, ob Effenberg weitermachen darf, ich hoffe nicht, dass er rausgeschmissen wird. Er ist der Beste, er kann nichts dafür, dass wir so dumm sind und nicht das umsetzen, was er uns vorgibt", sagte Koc bei sport1.de und betonte: "Wir können es nur als Team schaffen und wir werden es schaffen und wir schaffen es nur mit Effenberg."

Fans protestierten vor der Geschäftsstelle

Das sahen die Fans am Freitag anders, die "Effe raus"-Rufe waren nicht zu überhören und nach Spielende marschierten etwa 100 Anhänger einmal um das Stadion zur Geschäftsstelle und versuchten, die Absperrung zu überwinden, um die Spieler zur Rede zu stellen. Manager Michael Born und Kapitän Marvin Bakalorz stellten sich und diskutierten lange mit den Fans. Effenberg wirkte derweil fassungslos. "Ich muss das erst einmal sacken lassen", sagte der 47-Jährige und konstatierte, dass "der eine oder andere Spieler mit der Situation des Abstiegskampfs nicht umgehen" könne. Effenberg sagte, das er der Mannschaft die Freude am Spiel wieder zurückgeben wolle. Es sei wichtig, positiv in die nächsten Spiele zu gehen.

Nach mittlerweile neun Spielen in Serie ohne Sieg hat sich die Lage der Paderborner in der Abstiegszone verschärft. Am Sonntag droht sogar der Sturz auf den 17. Tabellenplatz.

Stand: 13.02.2016, 14:16

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