Pizarro - das Phänomen aus Peru

Claudio Pizarro

Werder Bremen im Halbfinale des DFB-Pokals

Pizarro - das Phänomen aus Peru

Zum ersten Mal seit sechs Jahren ist Werder Bremen ins Halbfinale des DFB-Pokals eingezogen. Auch dank Claudio Pizarro. Der könnte sich zum alleinigen Rekordhalter aufschwingen. Ohnehin scheint zurzeit kein Rekord vor ihm sicher zu sein.

Claudio Pizarro hat mal wieder eine Bestmarke aufgestellt. Im DFB-Pokal-Viertelfinale bei Bayer Leverkusen verwandelte der Mann von Werder Bremen in der 42. Minute einen Foulelfmeter. Es war sein sechstes Pflichtspieltor in Serie, das ist persönlicher Rekord. Und es war sein 30. Tor im DFB-Pokal. Das ist zwar kein Rekord, aber immerhin eine runde Zahl. Was noch viel wichtiger war: Der Treffer ebnete den Bremern den Weg ins Halbfinale, am Ende gewann Werder mit 3:1.

182 Tore in 400 Spielen

Ob Pizarro all die Rekorde, die er schon aufgestellt hat, im Kopf hat? Falls nicht, kann man ihm das nicht übel nehmen. Erst am Freitag (05.02.16) hatte er sich in den Statistikbüchern verewigt. Das Spiel bei Borussia Mönchengladbach war seine 400. Bundesligapartie, sein Tor zum 1:3 war Nummer 182. Damit überholte er in der ewigen Torschützenliste der Liga Ulf Kirsten und kletterte auf Platz fünf. Nur Gerd Müller, Klaus Fischer, Jupp Heynckes und Manfred Burgsmüller haben mehr Treffer auf dem Konto.

Der erfolgreichste ausländische Torschütze in der Bundesliga ist er schon lange. Im Oktober 2010 löste er Giovane Elber ab. Seit September 2012 ist er der am häufigsten eingesetzte ausländische Profi.

Elfte Halbfinal-Teilnahme

Auch die Bilanz im DFB-Pokal ist spektakulär. Sechs Mal hat Pizarro den Cup gewonnen, acht Mal stand er im Endspiel - so oft wie sonst kein anderer. Mit dem Sieg in Leverkusen machte er seine elfte Halbfinal-Teilnahme perfekt.  In der Halbzeitpause der Partie griff der Stürmer tief in die Trickkiste. "Ich habe den Jungs erzählt, wie schön es ist, den Pokal zu gewinnen", sagte er nach der Partie. Das half offenbar.

"Enorm wichtig für uns"

Bei Bremen zeigt Pizarro zurzeit seine ganze Klasse. In der Winterpause hat er stark an seiner Fitness gearbeitet. Bei den Grün-Weißen ist er "Mädchen für alles": Torschütze, Anführer, Spielmacher, Elfmeterschütze. "Er ist enorm wichtig für uns, wird auch immer von Spiel zu Spiel wichtiger", sagt Fin Bartels: "Er macht nicht nur die Tore eiskalt, sondern verteilt die Bälle, hält die Bälle vorne. Und das alles mit seinen 37 Jahren, da kann man sich schon eine Scheibe von abschneiden", erklärt er. "Auf ihn kann man sich verlassen", sagt auch Werder-Kapitän Clemens Fritz.

Seit September vergangenen Jahres spielt Pizarro wieder bei den Grün-Weißen. Es ist das dritte Mal in seiner Karriere. Werder ist für den Vollblutstürmer eine Herzensangelegenheit: "Ich freue mich wieder hier zu sein und hoffe, dass ich meine Erfahrung bestmöglich für das Team einsetzen kann", erklärte er bei seiner Ankunft. Die Werder-Legende wurde bei seiner Rückkehr von den euphorischen Werder-Fans wie ein Messias empfangen. "Bremen ist meine Heimat", erklärt Pizarro stolz.

2009 mit Werder Pokalsieger

1999 wechselte der damals 20-jährige Stürmer aus seiner Heimat Peru von Alianza Lima an die Weser. Nach zwei verließ er den Klub in Richtung Bayern München. Von dort aus ging es in die Premier League zum FC Chelsea. Dort lief es jedoch nicht rund, weshalb Werder ihn im August 2008 zunächst auslieh. Pizarro blieb vier Jahre und 2009 feierte er mit dem Gewinn des DFB-Pokals seinen größten Triumph im grün-weißen Trikot. 2012 kehrte peruanische Nationalspieler erneut zu den Bayern zurück, wo er mit dem Triple 2013 seinen größten sportlichen Erfolg errang.

Eichin: "Vertragsverlängerung möglich"

In Bremen hat Pizarro einen Vertrag bis Saisonende unterschrieben. Eine Verlängerung schließt Werders Sportchef Thomas Eichin nicht aus. Der Stürmer selbst ist ebenso offen: "Ich spiele weiter, bis mein Körper sagt: Claudio, es geht nicht mehr. Dann höre ich auf. Im Moment sagt er aber: Es geht noch", erklärt er.

Kein Rekord ist sicher

Dann werden wohl auch weiter die Rekorde purzeln. Einer ist schon in Reichweite. Mit 94 Treffern ist Pizarro der viertbeste Schütze in der Werder-Historie. Frank Neubarth und Rudi Völler haben nur drei Tore mehr gemacht, Spitzenreiter Marco Bode hat 101 Treffer auf dem Konto.

Noch viel lieber würde er aber einen anderen Rekord brechen. Sollte er mit Werder im Mai den Pokal an die Weser holen, wäre das sein siebter Erfolg. Dann wäre er alleiniger Rekordsieger. Zurzeit muss er sich die Spitzenposition mit Oliver Kahn und Philipp Lahm teilen.

red/dpa/sid | Stand: 10.02.2016, 10:30

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