Schalke gegen Köln - Forscher Ruthenbeck mit Ansage

Stefan Ruthenbeck

1. FC Köln im DFB-Pokal beim FC Schalke 04

Schalke gegen Köln - Forscher Ruthenbeck mit Ansage

Trainer Stefan Ruthenbeck geht das Pokalspiel seines 1. FC Köln bei Schalke 04 forsch an: "Du kannst jeden weghauen." Der gebürtige Kölner wird im Mittelfeld wieder auf einen gebürtigen Kölner setzen, obwohl der "immer mal wieder einen Bock drin hat".

Die Favoritenrolle ist schnell geklärt. Der Tabellenzweite der Bundesliga empfängt den abgeschlagenen Tabellenletzten. Die Schalker spielen in der eigenen Arena, und auch wenn sie das am 2. Dezember ebenfalls durften und nur zu einem 2:2 kamen, werden ihnen nun im Pokal die viel besseren Chancen eingeräumt, ins Viertelfinale einzuziehen.

Ruthenbeck ist seit dem 3. Dezember Trainer der Profimannschaft des 1. FC Köln. Er ist auch Realist. Trotz des ersten Saisonsieges mit dem 1:0 gegen den VfL Wolfsburg am Samstag (16.12.2017) sagt er angesichts von neun Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz in der Bundesliga: "Die Wahrscheinlichkeit, dass wir den Klassenerhalt noch schaffen, ist sehr gering."

Ruthenbeck fand während der Pressekonferenz vor dem Pokalspiel Gefallen an Wahrscheinlichkeiten. Er rechnete vor: "Von 20 Spielen gegen Bayern München gewinnst du eines, von zehn Spielen gegen Schalke zwei."

Daraus schließt der Trainer, dem es wahrlich nicht an Selbstvertrauen mangelt: "Du kannst jeden weghauen." Die Begründung klingt dann weniger forsch und auch viel schlüssiger als die angeblich eigenen Gesetze des Pokals. Ruthenbeck sagte: "Es gibt in jedem Spiel Phasen, in denen es kippen kann. Wir werden auch in Schalke unsere Möglichkeiten bekommen."

"Will der Verein den Weg gehen, so wie ich ihn baue?"

Ruthenbeck wurde pflichtgemäß auch wieder nach seiner Zukunft gefragt. Er kündigte ein Gespräch mit dem neuen Sportdirektor Armin Veh für den Tag nach dem Duell auf Schalke an. Er verriet auch schon eine Frage, die er Veh - zumindest sinngemäß - stellen wolle: "Will der Verein den Weg gehen, so wie ich ihn baue?"

Auch wenn der Trainer behauptete, dass es eine gesunde Mischung aus jungen und im Profibereich erfahrenen Spielern mache, ist klar, dass die Jugend sich auf einem möglichen Weg mit Ruthenbeck große Hoffnungen machen darf. Gegen den VfL Wolfsburg lief - auch den vielen verletzten Spielern geschuldet - die jüngste Kölner Mannschaft seit mehr als vier Jahrzehnten auf.

Risa fällt aus, Führich bleibt bei den Profis

Im Angriff spielte der 21 Jahre alte Lukas Klünter neben dem 19 Jahre alten Birk Risa, der wegen einer leichten Verletzung allerdings für das Pokalspiel ausfallen wird. Im linken Mittelfeld spielte Chris Führich, ebenfalls 19. "Ihn werde ich nicht mehr hergeben", sagte Ruthenbeck. Heißt: Statt in der Regionalligamannschaft zu spielen, wird Führich künftig dauerhaft bei den Profis bleiben.

Kölns Salih Öczan (l.) gegen Kenan Karaman

Salih Öczan (l.) hat sich bei den Profis etabliert.

Dort hat sich Salih Öczan, auch erst 19, schon etabliert. Der gebürtige Kölner erhielt vom gebürtigen Kölner Ruthenbeck folgendes Lob: "Ich habe selten einen so jungen Spieler gesehen, der in den Zweikämpfen so robust ist. Der schont sich nicht, der tut sich und dem Gegenspieler weh."

Immer mal ein Bock

Ruthenbeck sagte aber auch: "Salih hat immer mal wieder einen Bock drin." So etwa beim 3:4 gegen den SC Freiburg, als Öczan in der Schlussphase durch "zu aggressives Verteidigen" einen Elfmeter verursacht habe.

Für den Trainer ist das Teil des Reifeprozesses: "Wenn wir auf die jungen Spieler setzen, müssen wir ihnen auch Fehler verzeihen." Ruthenbecks Ansage an die Öczans, Klünters und Führichs lautete: "Wenn sie nur noch passiv sind und Angst haben, weitere Fehler zu machen, dann hole ich sie raus."

Stand: 19.12.2017, 08:00

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