Frankfurt im Pokalfinale nach Elfmeter-Drama

Borussia Mönchengladbach - Eintracht Frankfurt 7:8 (1:1, 1:1, 1:1) n.E.

Frankfurt im Pokalfinale nach Elfmeter-Drama

Eintracht Frankfurt hat dank Elfmeter-Held Lukas Hradecky das Endspiel des DFB-Pokals erreicht und darf vom ersten Titel seit fast 30 Jahren träumen.

Lukas Hradecky

Lukas Hradecky bejubelt den Finaleinzug.

Die Hessen, die zuletzt 1988 den Pott holten, gewannen das Halbfinale am Dienstag (25.04.2017) mit 7:6 im Elfmeterschießen (1:1, 1:1, 1:1) bei Borussia Mönchengladbach und erreichten ihr erstes Pokal-Endspiel seit elf Jahren am 27. Mai in Berlin.

"Das ist eine tolle Geschichte für uns. Wir sind unheimlich stolz auf die Mannschaft, auf die Moral, die sie gezeigt hat", lobte Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic. "Insgesamt war es einfach ein toller Pokal-Fight."

"Darüber müssen wir erst mal eine oder zwei Nächte schlafen. Unsere ganze Metropole wird auf den Beinen stehen und uns feiern", sagte Eintracht-Trainer Nico Kovac im ARD-Interview: "Ich bin wirklich stolz."

Gladbacher Halbfinal-Fluch

Für die Gladbacher setzte sich dagegen der Halbfinal-Fluch fort: Seit dem letzten Triumph 1995 scheiterten sie bereits zum vierten Mal nach 2001, 2004 und 2012 in der Vorschlussrunde. "Die Enttäuschung ist riesig. Im Elfmeterschießen zu verlieren, ist natürlich bitter", sagte der Gladbacher André Hahn.

Der Israeli Taleb Tawatha hatte die Eintracht vor 54.014 Zuschauern am Ende einer ganz starken Anfangs-Viertelstunde in Führung gebracht (15. Minute). Die Borussia kam in der Nachspielzeit der ersten Hälfte durch Jonas Hofmann (45.+2) zum zu diesem Zeitpunkt unverdienten Ausgleich.

Starker Start der Eintracht

Im Elfmeterschießen hielt dann Hradecky gegen Andreas Christensen und Djibril Sow, Branimir Hrgota verwandelte für Frankfurt den entscheidenden Elfmeter.

Die Eintracht startete mutig und engagiert in die Partie. Bereits nach zwei Minuten musste Gladbachs Keeper Yann Sommer gegen Hrgota retten. Die Borussia tat sich zu Beginn enorm schwer. Frankfurt spielte schnell und direkt nach vorne und überrumpelte die Gladbacher im eigenen Stadion.

Frankfurt verpasst es nachzulegen

Eintracht Frankfurt jubelt in Mönchengladbach

Eintracht Frankfurt jubelt in Mönchengladbach

Die hochverdiente Führung für die Elf von Niko Kovac erzielte Tawatha. Seinen Volleyschuss konnte Sommer nur noch an den Innenpfosten lenken. Den Gastgebern fehlten Struktur und Ideen. Die Hessen nahmen nach der Führung einen Gang raus, hatten das Spiel aber klar im Griff.

Allerdings verpasste es die Eintracht, gegen verunsicherte Gladbacher nachzulegen. Kurz vor der Pause wurden die Gastgeber doch noch einmal gefährlich: Hofmann ließ Hradecky nach einer Flanke von Ibrahima Traoré aus abseitsverdächtiger Position keine Abwehrchance und traf zum Ausgleich.

Hektische und zerfahrene Partie

Danach fand die Hecking-Elf besser in die Partie, auch weil Frankfurt nun nicht mehr so konzentriert wirkte. Große Torchancen spielte sich die Borussia aber nicht heraus.

Gladbach war in der Verlängerung die dominante Mannschaft. Die Frankfurter wirkten müde und schleppten sich ins Elfmeterschießen.

Schwere Verletzung

Eine schlechte Nachricht gab es für die Frankfurter aber doch noch. "Es sieht so aus, dass er sich das Schlüsselbein gebrochen hat", sagte Fredi Bobic. Der 21 Jahre alte Marius Wolf musste in der 72. Minute nur 13 Minuten nach seiner Einwechslung wieder ausgewechselt werden, nachdem er sich bei einem Zweikampf an der Schulter verletzt hatte. Wolf war mit einer Trage vom Platz und anschließend direkt ins Krankenhaus gebracht worden.

Statistik

Fußball · DFB-Pokal 2016/2017

Dienstag, 25.04.2017 | 20.45 Uhr

Wappen Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach

Sommer – Elvedi, Christensen, Vestergaard, Wendt (41. N. Schulz) – Dahoud (80. Bénes), Strobl – Traore (91. P. Herrmann), Jon. Hofmann (112. Sow) – Hahn, Stindl

7
Wappen Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt

Hradecky – M. Hector, Abraham, Oczipka – Chandler, Mascarell (59. M. Wolf / 72. Varela), Gacinovic, Tawatha (103. M. Russ) – Rebic (75. Seferovic), Fabian – Hrgota

8

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Tawatha (15.)
  • 1:1 Jon. Hofmann (45.+2)
  • 2:1 Stindl (121./Elfmeterschießen)
  • 2:2 Oczipka (121./Elfmeterschießen)
  • 3:2 P. Herrmann (121./Elfmeterschießen)
  • 3:3 M. Hector (121./Elfmeterschießen)
  • 4:3 Hahn (121./Elfmeterschießen)
  • 4:4 Gacinovic (121./Elfmeterschießen)
  • 5:4 Strobl (121./Elfmeterschießen)
  • 5:5 Fabian (121./Elfmeterschießen)
  • 6:5 Bénes (121./Elfmeterschießen)
  • 6:6 M. Russ (121./Elfmeterschießen)
  • 7:6 Vestergaard (121./Elfmeterschießen)
  • 7:7 Seferovic (121./Elfmeterschießen)
  • 7:8 Hrgota (121./Elfmeterschießen)

Strafen:

  • gelbe Karte Wendt (1 )
  • gelbe Karte Fabian (1 )
  • gelbe Karte Varela (2 )
  • gelbe Karte Hahn (1 )
  • gelbe Karte N. Schulz (1 )

Zuschauer:

  • 54.014

Schiedsrichter:

  • Deniz Aytekin (Oberasbach)

Stand: Dienstag, 25.04.2017, 23:36 Uhr

red/dpa/sid | Stand: 25.04.2017, 23:37

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