Mainz ringt Stuttgart nieder

1. FSV Mainz 05 - VfB Stuttgart 3:1

Mainz ringt Stuttgart nieder

Von Robin Tillenburg

Der 1. FSV Mainz 05 hat sich in einem packenden und chancenreichen DFB-Pokalspiel knapp, aber verdient gegen den VfB Stuttgart durchgesetzt und das Viertelfinale erreicht.

Die Mainzer feiern damit einen versöhnlichen Jahresabschluss, während die Stuttgarter fünf Partien in Serie verloren haben. Christian Gentner erzielte am Dienstag (19.12.2017) die Führung für den VfB (41. Minute). Für den Ausgleich sorgte Emil Berggreen (62.), ehe Abdou Diallo die Partie endgültig drehte (71.). Suat Serdar sorgte in der 93. Minute für den Endstand, Dennis Aogo scheiterte zudem mit einem Elfmeter an FSV-Torwart Robin Zentner (54.).

"Wir sind total happy. Viertelfinale? Was ist das denn?", sagte der euphorische Mainzer Sportdirektor Rouven Schröder und ergänzte: "Wir waren die bessere Mannschaft und haben eine klasse Mentalität gezeigt." Der Stuttgarter Andreas Beck sah das etwas anders: "Wahnsinn! Wenn man auswärts solche Möglichkeiten hat, muss man das Spiel gewinnen und nach Hause fahren. Das ärgert uns ungemein."

Mainz zunächst besser

Die erste Torchance im Spiel hatten die Gastgeber. Es war der Ex-Stuttgarter Alexandru Maxim, der links im Strafraum nach rund fünf Minuten eigentlich ziemlich allein war, allerdings seinen Abschluss nur genau auf VfB-Keeper Ron-Robert Zieler setzen konnte. Auch in der 13. Minute zielte der Rumäne nach schönem Dribbling etwas zu ungenau. Die Anfangsphase gehörte spätestens zu diesem Zeitpunkt jedoch klar der Mannschaft von Sandro Schwarz.

Gentner - "Das Glück war nicht auf unserer Seite"

Sportschau | 19.12.2017 | 01:52 Min.

Von den Stuttgartern, bei denen Holger Badstuber nach dem Aufwärmen kurzfristig passen musste, war offensiv zunächst nichts zu sehen. Auch die nächste Gelegenheit gehörte den Gastgebern, nach einem tollen Solo von Gerrit Holtmann strich die Kugel nur knapp am rechten Pfosten vorbei (16.). Zehn Minuten später hatte der VfB dann Glück, dass es keinen Handelfmeter gegen ihn gab, Schiedsrichter Tobias Stieler hätte nach doppeltem "Armkontakt" von Andreas Beck und Timo Baumgartl durchaus auf den Punkt zeigen können.

Stuttgart wacht auf und bestraft die Gastgeber

Noch turbulenter wurde es um die 30. Minute herum. Berkay Özcan hätte mit der ersten Stuttgarter Torchance frei vor Zentner die Führung erzielen müssen, scheiterte aber am herauseilenden Schlussmann, ehe auf der anderen Seite Maxim und Robin Quaison direkt hintereinander Großchancen vergaben.

Schließlich bestrafte der VfB dann die zuvor schwache Mainzer Chancenverwertung mit dem zu diesem Zeitpunkt nicht unbedingt verdienten Führungstreffer: Gentner spielte einen tollen Pass auf Chadrac Akolo, der den Ball mit der Hacke wunderschön sofort wieder zurück zum Kapitän beförderte. Mit all seiner Erfahrung vollstreckte der dann ganz genau in die linke untere Ecke (41.). Die Mainzer waren sichtlich geschockt und beinahe hätte Josip Brekalo sogar noch vor der Pause erhöht (45.).

Zentner hält Strafstoß und läutet Aufholjagd ein

Den ersten Aufreger nach dem Seitenwechsel gab es dann erneut im Strafraum der Mainzer. Diallo bekam den Ball aus kurzer Distanz an die Hand und Stieler entschied auf Strafstoß für Stuttgart. Die Entscheidung war vertretbar, hätte aber wohl angesichts der Szene aus der ersten Hälfte auf der anderen Seite für Diskussionen gesorgt, doch Zentner parierte den eher unplatzierten Schuss von Aogo.

Jubel um den Mainzer Torschützen Diallo (l.)

Jubel um den Mainzer Torschützen Diallo (l.)

Anstatt des 0:2 fiel dann nach 62 Minuten das 1:1. Nach einer Ecke köpfte der eingewechselte Berggreen den Ball an Aogos Bein und von dort trudelte das Spielgerät in Richtung Tor. Der ebenfalls eingewechselte Yoshinori Muto berührte direkt vor dem Kasten die Kugel wohl nicht mehr, irritierte damit jedoch seinen auf der Linie wartenden Gegenspieler, sodass der Ball irgendwie im Tor landete. Eigentlich war der VfB zu diesem Zeitpunkt die etwas aktivere Mannschaft - genau wie andersherum im ersten Durchgang.

Verdienter Sieg

Die Partie war jetzt wieder so munter wie in der Endphase der ersten Halbzeit, beide Teams kamen zu Gelegenheiten. Diesmal zeigten sich jedoch die Mainzer zielstrebiger und wieder war es eine unübersichtliche Szene nach einer Standardsituation, die zu einem Treffer für die Gastgeber führte. Diallo traf schließlich nach einem Maxim-Freistoß aus kurzer Distanz aus dem Getümmel zur Führung (71.).

Stuttgarts Trainer Hannes Wolf brachte in der Schlussphase all seine übrigen Offensiv-Alternativen, unter denen Simon Terodde, der wohl zum 1. FC Köln wechseln wird, fehlte. Doch die Mainzer verteidigten vehement ihren Strafraum und ihre knappe Führung. Einen Kopfball von Akolo entschärfte der starke Zentner (90.) noch, ansonsten spielten die Schwaben sich keine echte Torchance mehr heraus. Stattdessen stellte der eingewechselte Serdar bei einem Konter den Endstand her. Der Sieg der Gastgeber in diesem sehr kurzweiligen Achtelfinale ging letztendlich in Ordnung.

Statistik

Fußball · DFB-Pokal 2017/2018

Dienstag, 19.12.2017 | 18.30 Uhr

Wappen 1. FSV Mainz 05

1. FSV Mainz 05

Zentner – Baku (57. Berggreen), Hack, Diallo, Brosinski – Latza, Frei – de Blasis, Maxim (80. Serdar), Holtmann – Quaison (57. Muto)

3
Wappen VfB Stuttgart

VfB Stuttgart

Zieler – Beck, Baumgartl, Kaminski, Aogo (74. Grgic) – Ascacibar (81. Breier), Gentner – Insua, B. Özcan (73. Asano), Akolo – Brekalo

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Gentner (41.)
  • 1:1 Berggreen (62.)
  • 2:1 Diallo (71.)
  • 3:1 Serdar (90.+3)

Strafen:

  • gelbe Karte Latza (1 )
  • gelbe Karte Quaison (1 )
  • gelbe Karte Beck (2 )

Zuschauer:

  • 22.143

Schiedsrichter:

  • Tobias Stieler (Hamburg)

Vorkommnisse:

  • Zentner (Mainz) hält Handelfmeter (54.) von Aogo (Stuttgart).

Stand: Dienstag, 19.12.2017, 20:24 Uhr

Thema in: Sportschau, das Erste, Dienstag, 19.12, ab 22.45 Uhr

Stand: 19.12.2017, 20:45

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