Leverkusen siegt trotz Bremer Blitzstart

Bayer 04 Leverkusen - Werder Bremen 4:2 (n.V.)

Leverkusen siegt trotz Bremer Blitzstart

Von Christian Hornung

Leverkusen ist Bayern München ins Halbfinale des DFB-Pokals gefolgt. Dabei hatte Werder Bremen einen Blitzstart hingelegt - doch in der Verlängerung entschied Bayer-Trainer Heiko Herrlich mit seinen Einwechslungen die Partie.

Julian Brandt wird für sein Ausgleichstor gefeiert

Lange Zeit sah es aber nicht so aus, als würde Leverkusen am Ende mit 4:2 nach Verlängerung die Oberhand behalten und den Pokalfluch gegen Werder beenden. Denn schon nach wenigen Minuten in der BayArena schienen die Weichen am Dienstag (06.02.2018) perfekt für die Gäste gestellt.

Tah verursacht Elfmeter

Nach einem äußerst unbeholfenen Abwehrversuch von Jonathan Tah gegen Max Kruse gab Schiedsrichter Marco Fritz zu Recht Foulelfmeter - Kruse verwandelte souverän (3. Minute). Drei Minuten später glänzte Kruse als Vorbereiter, schickte den überraschend in der Startelf aufgebotenen Aaron Johansson perfekt in die Tiefe - und der Amerikaner traf mit einem eleganten Lupfer über Bernd Leno hinweg zum 2:0.

Auch danach blieb Bremen konterstark und gefährlich: Bei einem Distanzschuss von Florian Kainz musste sich Leno schon ganz lang machen, um die Kugel noch aus dem rechten Winkel zu fischen.

Zweimal Brandt

Doch hinten offenbarte sich bei den Gästen die ein oder andere Lücke - und Leverkusen kam gegen die teilweise weit aufgerückten Bremer auf eigenem Platz sogar zum Kontern. Nach einer halben Stunde mit Erfolg: Dominik Kohr brach auf der rechten Seite durch, legte vor dem Tor noch einmal quer, und Julian Brandt musste den Ball nur noch über die Linie schieben.

Brandt bekamen die Bremer auch in der Folgezeit nicht in den Griff. Zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff bediente ihn Lars Bender an der Strafraumgrenze, Brandt zirkelte den Ball perfekt über Jiri Pavlenka hinweg unter die Latte.

Brandt: "Haben uns sehr sehr gut zurückgekämpft"

Sportschau | 06.02.2018 | 01:39 Min.

Chancen auf beiden Seiten

Danach hatte Leverkusen deutlich mehr vom Spiel, machte viel Druck, konnte aber einige gute Chancen durch Kohr und Kai Havertz nicht nutzen. In der Schlussviertelstunde kamen dann die Bremer wieder deutlich besser in die Partie und hatten ebenfalls hochkarätige Möglichkeiten: Kruse, der eingewechselte Milot Rashica und Thomas Delaney scheiterten nur knapp an Leno.

In der Verlängerung tat sich zunächst wenig, ehe der bis dahin ungewohnt blasse Leon Bailey ein Highlight bot: Einen Freistoß aus 24 Metern setzte der Jamaikaner an den rechten Pfosten.

Herrlich mit dem Glücksgriff

Danach setzte Heiko Herrlich ein Zeichen und ersetzte den defensiven Mittelfeldspieler Kohr durch Rechtsaußen Karim Bellarabi. Und landete damit den entscheidenden Glücksgriff: Nach einem Bailey-Freistoß, den der ebenfalls eingewechselte Lucas Alario auf die rechte Seite verlängerte, drosch Bellarabi die Kugel aus fünf Metern ins kurze Eck - das 3:2 in der 110. Minute. Als Bremen danach alles nach vorn warf, setzte Kai Havertz in der 118. Minute nach Pass von Bellarabi den Schlusspunkt.

"Ich bin glücklich, dass wir eine Runde weiter gekommen sind", sagte Herrlich nach der Partie im Ersten. "Nach dem 0:2 haben wir uns geschüttelt und in die Partie reingekämpft. Karim Bellarabi hatte zuletzt oft Pech in den Spielen, diesmal habe ich ihm aber gesagt, dass er fällig ist - und es wurde ja auch mal Zeit, dass Leverkusen im Pokal endlich mal Bremen schlägt."

"Sind noch nicht in Berlin"

Brandt, mit seinen beiden Treffern der Wegbereiter für die Wende, meinte in der ARD: "Die Fans singen schon 'Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin'. Aber so weit sind wir noch nicht. Heute geht bei uns nicht mehr viel, aber wir sind sehr, sehr froh. Das war ein sehr wichtiges Spiel. Nach dem 2:2 hatten wir alle das Gefühl, dass da noch mehr geht."

Die Bremer waren dagegen frustriert. "Natürlich sind wir sehr enttäuscht, weil wir sehr gut in die Partie gefunden haben. Es war ein packender Pokal-Fight, leider haben wir den Kürzeren gezogen", sagte Bremens Kapitän Zlatko Junuzovic.

Für Leverkusen geht es nun am Samstag (10.02.2018) in der Bundesliga gegen Hertha BSC weiter, Bremen spielt einen Tag später gegen den VfL Wolfsburg.

Statistik

Fußball · DFB-Pokal 2017/2018

Dienstag, 06.02.2018 | 20.45 Uhr

Wappen Bayer 04 Leverkusen

Bayer 04 Leverkusen

Leno – L. Bender (79. Henrichs), Tah, S. Bender, Wendell (113. Retsos) – Kohr (108. Bellarabi), Ch. Aranguiz – Brandt (102. Alario), Havertz, Bailey – K. Volland

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Wappen Werder Bremen

Werder Bremen

Pavlenka – Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Augustinsson – M. Eggestein (113. Langkamp) – Delaney – Junuzovic, F. Kainz (91. Belfodil) – M. Kruse – Jóhannsson (46. Rashica)

2

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 M. Kruse (4./Foulelfmeter)
  • 0:2 Jóhannsson (8.)
  • 1:2 Brandt (32.)
  • 2:2 Brandt (55.)
  • 3:2 Bellarabi (111.)
  • 4:2 Havertz (118.)

Strafen:

  • gelbe Karte Gebre Selassie (1 )
  • gelbe Karte Wendell (2 )
  • gelbe Karte Moisander (1 )
  • gelbe Karte Augustinsson (1 )
  • gelbe Karte M. Eggestein (1 )
  • gelbe Karte Kohr (1 )
  • gelbe Karte Bailey (1 )

Zuschauer:

  • 25.653

Schiedsrichter:

  • Marco Fritz (Korb)

Stand: Dienstag, 06.02.2018, 23:24 Uhr

horni | Stand: 06.02.2018, 23:34

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