Dortmund siegt im Elfmeterschießen

Borussia Dortmund - Hertha BSC 4:3 n.E.

Dortmund siegt im Elfmeterschießen

Borussia Dortmund steht im Viertelfinale des DFB-Pokals - brauchte dazu aber Zusatzschichten. Erst im Elfmeterschießen setzte sich das Tuchel-Team gegen die kampfstarke Berliner Hertha durch.

In der Elfmeter-Lotterie scheiterten für die Hertha gleich die ersten beiden Schützen: Fabian Lustenberger drosch den Ball an die Latte, Vladimir Darida kam nicht an Roman Bürki vorbei. In der regulären Spielzeit hatte Salomon Kalou die Führung für die Gäste aus Berlin erzielt (27). Für den Ausgleich sorgte Marco Reus (47.). Kalou setzte dann aber den letzten Elfmeter weit über das Tor - so behielt der BVB letztlich mit 4:3 nach Elfmeterschießen die Oberhand. Auch in der Runde zuvor musste gegen Union Berlin die Entscheidung auf diesem Wege helfen.

Chancen für Aubameyang

"Das war ein ausgeglichenes Spiel. Elfmeterschießen sind Glückssache. Wir sind vorbereitet gewesen. Es ist ein bisschen Schicksal", sagte Herthas Trainer Pal Dardai. Im Duell des Bundesliga-Vierten gegen den Tabellensechsten hatten die Dortmunder vor 80.000 Zuschauern in der Anfangsphase durch Top-Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang (15./16.) zwei große Chancen zur Führung, die der Gabuner aber leichtfertig vergab. Zuvor hatte allerdings Herthas Vedad Ibisisevic das 1:0 auf dem Fuß gehabt, in letzter Sekunde konnte aber Sokratis klären (9.).

Dortmunds Raphael Guerreiro (l.) gegen Genki Haraguchi

Dortmunds Raphael Guerreiro (l.) setzt sich im Zweikampf gegen Genki Haraguchi durch.

Ansonsten stand die Hertha, die im Vorjahr das Pokal-Halbfinale im heimischen Olympiastadion 0:3 gegen den BVB verloren hatte, unter Dauerdruck und konnte sich nur selten Entlastung verschaffen - war dann aber brandgefährlich: Zunächst vergab Ibisevic (25.) aus drei Metern per Kopf ein zweites Mal knapp, dann war Kalou mit einer sehenswerten Direktabnahme nach einem perfekten Zuspiel von Niklas Stark erfolgreich. Dortmunds Hintermannschaft sah dabei ganz alt aus. In der 41. Minute wurde ein Tor Aubameyangs aus Abseitsposition zurecht nicht gegeben.

Dortmund offensivfreudiger im zweiten Abschnitt

"Es war ein schweres Spiel. Nach dem Rückstand war es schwer. Wir haben nicht aufgesteckt. Zum Glück haben wir die Nerven behalten", sagte BVB-Mittelfeldspieler Julian Weigl nach der Partie. Im zweiten Abschnitt kamen die Gastgeber offensivfreudiger aus der Kabine - der schnelle Ausgleich durch Reus war die logische Folge. Ousmane Dembelé hatte nur den Pfosten getroffen, dann den Ball noch mal auf Christian Pulisic quergelegt, der Reus bediente.

In der Folge erarbeiteten sich die Gastgeber gute Gelegenheiten, Pulisic verpasste ein Zuspiel von Reus nur knapp. Nach gut einer Stunde verweigerte Aytekin erneut einem Dortmunder Treffer die Anerkennung: Aubameyang hatte getroffen, aber Hertha-Keeper Jarstein hatte nach Meinung des Unparteiischen zuvor bereits die Hand auf dem Ball - diese Einschätzung war aber durchaus diskutabel. Zehn Minuten vor dem Ende verzog dann Dembelé knapp, ehe der Schwung des BVB wieder deutlich erlahmte.

Sokratis meckert sich raus

"Wir hatten so viele Möglichkeiten. Ich habe gar nicht damit gerechnet, dass wir so viele Chancen bekommen. Aber uns fehlt der Punch, die Spiele zu entscheiden", bemängelte Dortmunds Trainer Thomas Tuchel. In der Verlängerung hatte Borussia Dortmund deutlich mehr vom Spiel, konnte sich aber kaum noch gefährlich im Strafraum in Szene setzen. Die Hertha hielt gut dagegen, ohne selbst noch entscheidend den Weg nach vorn zu suchen. BVB-Verteidiger Sokratis sah kurz vor dem Ende wegen fortgesetzten Meckerns und Gestikulierens die Gelb-Rote Karte.

Statistik

Fußball · DFB-Pokal 2016/2017

Mittwoch, 08.02.2017 | 20.45 Uhr

Wappen Borussia Dortmund

Borussia Dortmund

Bürki – Piszczek (46. Pulisic), Sokratis, Bartra, Schmelzer (46. Ginter) – Weigl – Durm, Dembélé, Guerreiro (77. Castro), Reus (91. Schürrle) – Aubameyang

4
Wappen Hertha BSC

Hertha BSC

Jarstein – Pekarik, Langkamp, Brooks, Mittelstädt – N. Stark, Skjelbred (84. Lustenberger) – Haraguchi (96. Esswein), Darida, Kalou – Ibisevic (60. Schieber / 118. Allagui)

3

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Kalou (27.)
  • 1:1 Reus (47.)
  • 2:1 Dembélé (121./Elfmeterschießen)
  • 2:2 Esswein (121./Elfmeterschießen)
  • 3:2 Aubameyang (121./Elfmeterschießen)
  • 3:3 Allagui (121./Elfmeterschießen)
  • 4:3 Castro (121./Elfmeterschießen)

Strafen:

  • gelbe Karte Brooks (1 )
  • gelbrote Karte Sokratis (120./Meckern)
  • gelbe Karte Piszczek (1 )
  • gelbe Karte Weigl (1 )
  • gelbe Karte Skjelbred (1 )
  • gelbe Karte N. Stark (1 )
  • gelbe Karte Darida (1 )
  • gelbe Karte Mittelstädt (1 )
  • gelbe Karte Bartra (1 )
  • gelbe Karte Castro (1 )

Zuschauer:

  • 80.500

Schiedsrichter:

  • Deniz Aytekin (Oberasbach)

Stand: Mittwoch, 08.02.2017, 23:29 Uhr

red/sid/dpa | Stand: 08.02.2017, 23:19

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