Bremen wirft Hoffenheim raus

SV Werder Bremen - TSG 1899 Hoffenheim 1:0

Bremen wirft Hoffenheim raus

Bremen kann doch noch gewinnen - zumindest im DFB-Pokal. Gegen die TSG Hoffenheim machte Werder den Einzug ins Achtelfinale klar und darf nun auf ein Ende der Krise hoffen.

Für den in der Bundesliga noch sieglosen Tabellenvorletzten entschied Ishak Belfodil am Mittowch (25.10.2017) die Partie in der 31. Minute. Nach einem Eckball hatten Niklas Moisander und Thomas Delaney verlängert, am Fünfmeterraum drückte Belfodil die Kugel dann über die Linie. Dabei blieb es, weil Hoffenheim gegen den Bremer-Abwehrriegel insgesamt zu wenig einfiel. Und weil Bremen an diesem Abend das nötige Glück auf seiner Seite und einen überragenden Schlussmann auf dem Platz hatte.

"Dieser Sieg wird uns einen Schub geben. Man hat von der ersten Minute an gesehen, dass die Mannschaft den Willen zum Erfolg hatte", sagte Bremens Kapitän Zlatko Junuzovic nach dem Spiel in Richtung der Fernsehkameras. Für die zuvor kriselnden Bremer war es der erste Pflichtspielerfolg nach neun sieglosen Spielen. Zuletzt hatte Werder Mitte August in der ersten Runde des Pokals gegen die Würzburger Kickers gewonnen (3:0).

Nouris Umstellung passen

Ishak Belfodil (Nr. 29) trifft für Werder Bremen

Ishak Belfodil (Nr. 29) trifft für Werder Bremen.

Wohl auch deshalb hatte sich Bremens Trainer Alexander Nouri für das Spiel gegen die TSG Hoffenheim einen besonderen Kniff einfallen lassen. Im 4-2-3-1-System besetzte Nouri beide Außenbahnen im Mittelfeld mit etatmäßigen Außenverteidigern, auf der linken Seite spielte Ludwig Augustinsson, sein Gegenüber war Theodor Gebre-Selassie. Und das funktionierte: Bremen stand sicher, auch wenn Hoffenheim den besseren Start in die Partie erwischte. Pech hatten die Gäste in der 18. Minute, als Schiedsrichter Tobias Stieler nach einem harten Einsteigen von Ulisses Garcia gegen Kerem Demirbay weiterspielen ließ. Eine diskussionswürdige Entscheidung.

Anschließend schaffte es die TSG nur noch selten, den Bremer-Abwehrriegel zu überwinden. Zwei Ausnahmen: Erst kam Robin Hack zwanzig Meter vor dem Tor auf der linken Seite an den Ball, zog elegant nach innen und sofort klasse ab – sein Schuss zischte ganz knapp über die Latte (20.). Sechs Minuten später zog Demirbay nach einem Hoffenheimer-Konter ab aus elf Metern gefährlich ab, doch Milos Veljkovic schmiss sich in den Ball und bewahrte Bremen vor dem möglichen Gegentreffer.

Belfodils Tor ändert alles

Von den zuletzt krisengebeutelten Bremen kam hingegen wenig. Bis Belfodil den Spielverlauf nach einer Ecke auf den Kopf stellte: Zlatko Junuzovic brachte den Ball von der linken Seite in die Mitte, Thomas Delaney verlängerte geschickt, und Belfodil stocherte den Ball über die Linie (31.). Danach kippte das Spiel. Bremen war plötzlich besser, doch Junuzovic verpasste es, die Führung auszubauen (45.).

Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann schien in der Halbzeit die richtigen Worte gefunden zu haben, seine Elf präsentierte sich nach Wiederanpfiff wacher und hatte die große Chance zum Ausgleich, doch ein Freistoß von Andrej Kramaric krachte nur an die Latte (52.). Bremens Torhüter Jiri Pavlenka hätte diesen Ball wohl kaum noch erreicht. Weil Bremen weiter gut und konzentriert verteidigte, blieb diese Aktion lange die letzte gute Chance der TSG.

Pavlenka rettet Bremen

In der Schlussphase der Partie drückte Hoffenheim mit aller Macht auf den Ausgleich, Bremen konnte sich nur noch selten aus der Defensive befreien. In der 75. Minuten entschied sich Schiedsrichter Stieler erneut zugunsten von Werder gegen einen Elfmeter, Niklas Moisander hatte Hoffenheims Angreifer Mark Uth aus dem Tritt gebracht. Anschließend spielten nur noch die Gäste aus Sinsheim, doch das Tor wollte nicht mehr fallen: Mal klärte Pavlenka mit vollem Risiko und in letzter Sekunde vor Uth (77.), dann flog ein Schuss von Demirbay nur wenige Zentimeter über das Tor (80.). Den Bremer Sieg hielt in der Nachspielzeit der überragende Pavlenka fest, der einen Kopfball von Benjamin Hübner aus kurzer Distanz mit den Fingerspitzen noch an die Latte lenkte (90.+3).

Am kommenden Samstag (28.10.2017) empfängt die TSG Hoffenheim in der Bundesliga Borussia Mönchengladbach. Für Bremen geht es einen Tag später mit einem Heimspiel gegen den FC Augsburg weiter.

Statistik

Fußball · DFB-Pokal 2017/2018

Mittwoch, 25.10.2017 | 20.45 Uhr

Wappen Werder Bremen

Werder Bremen

Pavlenka – Ro. Bauer, Veljkovic, Moisander, U. Garcia – Bargfrede (63. M. Eggestein), Delaney (82. F. Kainz) – Gebre Selassie, Junuzovic, Augustinsson – Belfodil (60. M. Kruse)

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Wappen 1899 Hoffenheim

1899 Hoffenheim

Kobel – Akpoguma, Vogt, B. Hübner – L. Rupp (70. Ochs), Grillitsch, Zuber (59. N. Schulz) – Hack (46. Kaderabek), Demirbay – Kramaric, Uth

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Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Belfodil (31.)

Strafen:

  • gelbe Karte B. Hübner (1 )
  • gelbe Karte Belfodil (1 )

Zuschauer:

  • 31.210

Schiedsrichter:

  • Tobias Stieler (Hamburg)

Stand: Mittwoch, 25.10.2017, 22:40 Uhr

red | Stand: 25.10.2017, 22:36

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