Bittere Minuten - Pokalversager heute und gestern

Die ersten Pokalrunden bieten häufig Stoff für Sensationen und Außenseitersiege. sportschau.de zeigt die Teams, die sich in den vergangenen Jahren eher schwer taten - und präsentiert einige der Klassiker aus der Kategorie "Pokalversager".

Pokalversager

Wer Pokalversager sucht, muss gar nicht weit zurückgehen. In der ersten Hauptrunde der vergangenen Saison scheiterten gleich vier Erstliga-Klubs. Mit besonders wenig Ruhm bekleckerte sich Bayer Leverkusen. Das Team verlor beim Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden nach 3:0-Führung noch mit 3:4. Von den vergangenen zehn Pokalauftritten beendete die Werkself sieben spätestens nach der zweiten Runde.

Wer Pokalversager sucht, muss gar nicht weit zurückgehen. In der ersten Hauptrunde der vergangenen Saison scheiterten gleich vier Erstliga-Klubs. Mit besonders wenig Ruhm bekleckerte sich Bayer Leverkusen. Das Team verlor beim Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden nach 3:0-Führung noch mit 3:4. Von den vergangenen zehn Pokalauftritten beendete die Werkself sieben spätestens nach der zweiten Runde.

Ebenfalls zur Lachnummer wurde der VfL Wolfsburg, dessen Auftritt beim Viertligisten RB Leipzig Trainer Felix Magath überhaupt nicht schmeckte. 2:3 hieß es am Ende. Es war nicht die einzige Wolfsburger Pleite gegen unterklassige Teams in den vergangenen Jahren. Im Jahr zuvor scheiterte das Team im Achtelfinale an Energie Cottbus, 2004/05 an den Amateuren des 1. FC Köln.

Scheinbar ziemlich unvereinbare Welten sind der DFB-Pokal und der SC Freiburg. Für die Breisgauer war im vergangenen Jahr die erste Runde nach einem 2:3 gegen den Drittligisten SpVgg Unterhaching Endstation. In den vergangenen sechs Jahren schied der Klub fünf Mal spätestens in Runde zwei aus.

Ähnlich bescheiden liest sich die Bilanz von Hannover 96. Im Wettbewerb 10/11 leisteten sich die Niedersachsen beim Regionalligisten SV 07 Elversberg ein dickes Pokalversagen und mussten nach einem 4:5 nach Elfmeterschießen in Runde eins die Segel streichen. Im Jahr zuvor war mit Eintracht Trier ebenfalls ein Regionalligist der Stolperstein in der ersten Hauptrunde.

Vor dem Pokaltriumph in der vergangenen Saison leistete sich auch Borussia Dortmund das ein oder andere klassische Pokalversagen. 2010/11 scheiterten die Schwarz-Gelben schon in der zweiten Runde nach Elfmeterschießen an Drittligist Kickers Offenbach. VfL Osnabrück (09/10), Eintracht Braunschweig (05/06), VfL Wolfsburg II (01/02), Stuttgarter Kickers (99/00), Eintracht Trier (97/98) oder SG Wattenscheid 09 (96/97) hießen weitere unterklassige Gegner, die dem BVB früh das Pokal-Aus bescherten.

Auch der 1. FC Köln hat schon bittere Stunden in der ersten Pokalrunde verlebt. Besonders bitter war die Klatsche bei den Amateuren von Werder Bremen im Wettbewerb 07/08. 2:4 hatten die Rheinländer gegen den damaligen Viertligisten nach Verlängerung das Nachsehen. Und das nach einer 2:0-Führung.

Wie gut, dass da das Bundesliga-Team von Werder für ein gewisses Gleichgewicht des Schreckens sorgt. Etwa mit dem Erstrunden-Aus gegen den Regionalligisten FK Pirmasens im Wettbewerb 06/07. Oder mit der direkten Pleite beim Drittligisten 1. FC Heidenheim im vergangenen Wettbewerb.

Zu den Klassikern des Pokalversagens zählt die Pleite des Hamburger SV 1984 beim SC Geislingen. Der damalige Vizemeister unterlag - unter anderem mit Felix Magath - auf der schwäbischen Alb mit 0:2. Das erzürnte Trainer Ernst Happel so, dass er Wolfram Wuttke suspendierte und Manfred Kaltz in einen zweiwöchigen Zwangsurlaub schickte.

Aus ganz anderen Gründen bleibt 2004 das Erstrunden-Aus des HSV beim SC Paderborn in Erinnerung. Denn der bestechliche Schiedsrichter Robert Hoyzer sorgte mit einem Platzverweis und zwei Elfmetern ganz wesentlich für die 2:4-Niederlage. Der HSV bekam später vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) eine Entschädigung.

Eine Wahnsinnspartie ganz anderer Art lieferten sich der SV Sandhausen und der VfB Stuttgart im Wettbewerb 95/96. 2:2 steht es nach der Verlängerung zwischen dem Regionalligisten und dem Favoriten. Dann kommt es zu einem denkwürdigen Elfmeter-Thriller: Die Schwaben scheiden mit sage und schreibe 14:15 aus.

Besondere Aufmerksamkeit erhielten natürlich immer die Pokal-Pleiten des FC Bayern München. Und der immer als haushoher Favorit angetretene Rekordmeister leistete sich einige denkwürdige Patzer. Etwa 1990 gegen den Oberligisten FV 09 Weinheim. Thomas Strunz flog beim 0:1-Erstrunden-Aus vom Platz. Der Trainer damals hieß übrigens Jupp Heynckes.

Diese Partie gilt bis heute als Mutter aller Pokal-Sensationen: 1994 traten die Bayern beim TSV Vestenbergsgreuth an - und flogen gegen den Regionalligisten nach einem Treffer von Roland Stein in der ersten Runde raus, was Oliver Kahn offenbar kaum fassen konnte.