Dortmund gewinnt Pokalfight

Die Dortmunder Spieler jubeln

Dortmund gewinnt Pokalfight

Ein intensives Pokal-Viertelfinale hat in Borussia Dortmund einen verdienten Sieger gefunden. Der VfB Stuttgart verlangte dem BVB jedoch alles ab und blieb lange auf Tuchfühlung.

Dortmund darf dank seines kongenialen Duos Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang also weiter vom Final-Hattrick im DFB-Pokal träumen. Der BVB zog beim emotionalen Wiedersehen mit Kevin Großkreutz durch ein 3:1 (2:1) verdient ins Halbfinale ein und und könnte zum dritten Mal in Serie das Endspiel in Berlin erreichen. Für den VfB fand der jüngste Höhenflug unter Trainer Jürgen Kramny nach zuletzt fünf Pflichtspielsiegen dagegen ein Ende.

Reus stellt früh die Weichen

Für den dreimaligen Pokalsieger Dortmund, der zum 13. Mal im Pokal-Halbfinale steht, erzielte der auffällige Nationalspieler Reus bereits in der fünften Minute die Führung. Lukas Rupp glich in der 21. Minute für die Schwaben etwas überraschend aus, ehe Torjäger Aubameyang vor 46.500 Zuschauern in der 31. Minute das 2:1 gelang. Für die Entscheidung sorgte Henrikh Mchitarjan (90.).

Der BVB begann beim Duell gegen Großkreutz, der 236 Pflichtspiele für Schwarz-Gelb bestritt, dominant. Bei heftigem Regen und Wind zogen die Gäste ihr Spiel auf und wurden früh belohnt. Nach Hereingabe von Aubameyang verpasste zunächst der äußerst präsente Ilkay Gündogan, Reus ließ sich die Chance aus spitzem Winkel aber nicht entgehen. Auch der Ex-Dortmunder Mitch Langerak im VfB-Tor war machtlos. Der Australier erhielt anstelle von Stammkeeper Przemyslaw Tyton eine Bewährungsprobe, feierte seine Premiere für die Schwaben und war bei allen Gegentoren ohne Abwehrchance.

Stuttgarts Ausgleich aus dem Nichts

Die Borussia blieb in der Folge überlegen. Dabei mussten die Dortmunder wegen eines Boykotts der eigenen Fans 18 Minuten auf Unterstützung von den Rängen verzichten. Die BVB-Anhänger protestierten gegen die ihrer Ansicht nach überhöhten Ticketpreise in Stuttgart. Die zuletzt aufstrebenden Schwaben kamen dagegen nicht so richtig ins Spiel. Ein Kopfball von Toni Sunjic nach Ecke von Filip Kostic (10.) - mehr hatte der VfB in der Anfangsphase nicht zu bieten.

So fiel auch der Ausgleich fast aus dem Nichts. Der BVB brachte den Ball bei einem der bis dahin seltenen VfB-Angriffe nicht aus der Gefahrenzone, Rupp zog von der Strafraumgrenze ab und hatte Glück, dass Mchitarjan den Ball entscheidend abfälschte. Die Mannschaft von Thomas Tuchel zeigte sich aber keineswegs geschockt. Nachdem Reus nach Zuspiel von Mchitarjan (29.) noch knapp verfehlt hatte, traf Aubameyang mit einem satten Linksschuss aus 16 Metern. Der Gabuner, der mit 20 Treffern die Bundesliga-Torschützenliste anführt, wurde von Reus hervorragend bedient.

Dortmund lässt Chancen liegen

Auch nach dem Wechsel wirkten die Aktionen der Gäste, denen sich nun einige Lücken boten, zielstrebiger. Mats Hummels (51.), Aubameyang (56.)und Reus (67.) hatten gute Chancen, das Ergebnis auszubauen. Stuttgart war bemüht, den Druck zu erhöhen, aber im Abschluss meist zu unpräzise. Die beste Möglichkeit bot sich Kostic (77.), dessen Schuss um Zentimeter am BVB-Tor vorbeistrich. Ein Konter, bei dem Aubameyang und Mchitarjan allein auf das Tor der Gastgeber zulaufen konnten, bedeutet schließlich die angesichts der zahlreichen Dortmunder Torgelegenheiten überfällige Entscheidung.

Die vielen ausgelassenen Chancen monierte auch BVB-Manager Michael Zorc: "Stuttgart hat versucht, auf Konter zu spielen, das haben wir unterbunden, indem wir sehr ballsicher waren und früh in Führung gegangen sind. Wir hätten in der zweiten Hälfte das Spiel früher entscheiden können." VfB-Kapitän Christian Gentner zeigte sich angessichts des Ergebnisses enttäuscht, war mit sich und seinen Teamkollegen aber nicht gänzlich unzufrieden: "Vielleicht waren die Dortmunder ein Stück effektiver. Wir haben einen echten Pokalfight abgeliefert, daran hat es nicht gelegen. Aber es ist natürlich enttäuschend."

Statistik

Fußball · DFB-Pokal2015/2016

Dienstag, 09.02.2016 | 20.30 Uhr

VfB Stuttgart

Langerak – Großkreutz, Sunjic, Niedermeier, Insua – Die (68. Harnik) – Rupp, Didavi, Gentner, Kostic – Krawez

1

Borussia Dortmund

Bürki – Piszczek, Sokratis, Hummels, Schmelzer – Gündogan (87. Kagawa), Ginter, Durm – Aubameyang, Reus (77. Leitner), Mchitarjan –

3

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Reus (5.)
  • 1:1 Rupp (21.)
  • 1:2 Aubameyang (31.)
  • 1:3 Mchitarjan (89.)

Strafen:

  • gelbe Karte Niedermeier (1 )
  • gelbe Karte Großkreutz (1 )
  • gelbe Karte Didavi (1 )
  • gelbe Karte Sokratis (1 )

Zuschauer:

  • 45000

Schiedsrichter:

  • Tobias Stieler (Hamburg)

red/dpa/sid | Stand: 09.02.2016, 22:20

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