Bremen überrascht Mönchengladbach

Bremens  Jannik Vestergaard (l.) und Theodor Gebre Selassie

Borussia Mönchengladbach - Werder Bremen 3:4

Bremen überrascht Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach geht auf der Zielgeraden des Fußballjahres 2015 die Puste aus. Eine Woche nach dem Scheitern in der Champions League verpasste der Bundesligafünfte auch den Sprung ins Viertelfinale des DFB-Pokals. Werder Bremen sendete dagegen ein deutliches Lebenszeichen.

Die wegen großer Verletzungssorgen mit dem letzten Aufgebot angetretenen Gladbacher unterlagen am Dienstag den Bremern in einem hochklassigen Pokal-Fight mit 3:4 (1:0) und mussten damit schon die dritte Niederlage nacheinander hinnehmen. Die zuvor in vier Pflichtspielen sieglosen Norddeutschen hingegen zogen erstmals nach sechs Jahren wieder in die Runde der letzten acht Teams ein.

Janek Sternberg (51.), Jannik Vestergaard (58.), Claudio Pizarro (75.) und Anthony Ujah (78.) trafen für Bremen, das sich den Sieg nach dem Seitenwechsel mit Mut und Leidenschaft verdiente. Für die personell stark angeschlagene Borussia waren Lars Stindl (32.) und Branimir Hrgota (73./90.+3) erfolgreich.

"Das war unsere bislang beste Saisonleistung", meinte Werder-Sportchef Thomas Eichin: "Wir haben mit viel Mut gespielt und uns endlich einmal belohnt. Das gilt für jeden einzelen Spieler." Gladbachs Trainer André Schubert zeigte sich natürlich enttäuscht über das Ausscheiden: "Bei zwei, drei Gegentoren haben wir Fehler gemacht, die wir so nicht machen dürfen. Insgesamt war das zu wild nach vorne, wir waren nicht ruhig genug. Trotzdem haben die Jungs Moral bewiesen und bis zur letzten Sekunde gekämpft."

Intensive Partie

Die 53.106 Zuschauer im Borussia-Park sahen von Beginn an eine äußerst intensive Partie. Der Tabellen-14. Werder präsentierte sich keineswegs wie ein Abstiegskandidat und wusste das Gladbacher Offensivspiel gut zu unterbinden. Die Hanseaten verteidigten hoch, spielten mutig nach vorne und besaßen in der Anfangsphase sogar die deutlich besseren Tormöglichkeiten durch Claudio Pizarro, Theodor Gebre Selassie (10.) und Clemens Fritz (11.).

Auf die Borussia wirkten die Schreckmomente wie ein Weckruf. Das Team von Coach Andre Schubert, der seinen grünen Glückspulli erstmals gegen einen schwarzen getauscht hatte, stand nun etwas sicherer und hatte nach einem Alleingang von Raffael (14.) die Führung auf dem Fuß. Der Brasilianer scheiterte jedoch an Felix Wiedwald.

Gerade als das Spiel an Niveau verlor, ging Gladbach etwas überraschend in Führung. Der in die Startelf gerückte Thorgan Hazard legte im Strafraum geschickt auf Stindl ab, der aus 16 Metern in rechte Eck traf. Anschließend rettete die arg dezimierte Borussia den Vorsprung geschickt in die Pause.

Hazard vergibt beste Chancen

Nach dem Seitenwechsel setzte Werder ganz auf Offensive - und wurde belohnt. Innerhalb von sieben Minuten drehten die Gäste das Spiel. Erst setzte Sternberg einen Schuss aus halblinker Position ins lange Eck, dann traf Vestergaard aus kurzer Entfernung. Zuvor hatte Sommer einen Freistoß von Florian Grillitsch noch an den Pfosten gelenkt.

Auf der Gegenseite avancierte dagegen Hazard fast schon zur tragischen Figur. Erst traf er den Innenpfosten (57.), danach verfehlte er zwei weitere Male in aussichtsreicher Position das Ziel (59. und 65.). Gladbach kam durch den eingewechselten Hrgota nochmal zurück ins Spiel (73.), die Freude währte aber nur kurz. Pizarro traf aus sechs Metern nach feinem Zuspiel von Levan Öztunali (75.), drei Minuten später setzte sich Ujah gekonnt im Strafraum durch. Das Gladbacher Anschlusstor durch Hrgota kam zu spät.

Statistik

Fußball · DFB-Pokal2015/2016

Dienstag, 15.12.2015 | 19.00 Uhr

Borussia Mönchengladbach

Sommer – Korb (88. Elvedi), Christensen, Nordtveit, Wendt – Hazard (88. Drmic), Xhaka, Dahoud (63. Hrgota), Johnson – Raffael, Stindl –

3

Werder Bremen

Wiedwald – Gebre Selassie, Lukimya, Vestergaard, Sternberg – Öztunali, Bargfrede, Fritz (54. U. Garcia), Grillitsch (88. S. Garcia) – Pizarro – Ujah (79. Kroos)

4

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Stindl (32.)
  • 1:1 Sternberg (52.)
  • 1:2 Vestergaard (58.)
  • 2:2 Hrgota (72.)
  • 2:3 Pizarro (75.)
  • 2:4 Ujah (78.)
  • 3:4 Hrgota (90.+3)

Strafen:

  • gelbe Karte Dahoud (1 )
  • gelbe Karte Stindl (1 )
  • gelbe Karte U. Garcia (1 )

Zuschauer:

  • 53106

Schiedsrichter:

  • Günter Perl (Pullach im Isartal)

Vorkommnisse:

  • Spiel begann 15 Minuten später.

red/dpa/sid | Stand: 15.12.2015, 21:12

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