Vorschau - DFB-Pokal am Dienstag

Vorschau - DFB-Pokal am Dienstag

Von Tim Beyer

Ein Außenseiter auf Erfolgskurs, zwei strauchelnde Traditionsklubs im Südwestderby, Niedersachsen gegen Franken und der Klassiker Schalke gegen Köln - sportschau.de blickt auf die DFB-Pokal-Achtelfinals am Dienstag.

Jubel bei Paderborns Michael Ratajczak

SC Paderborn - FC Ingolstadt, 18.30 Uhr: St. Pauli, Bochum, Ingolstadt - liest sich wie ein Restposten im bundesweiten Angebot für Senioren-Kaffeefahrten, sind aber die Stationen des SC Paderborn im diesjährigen DFB-Pokal-Wettbewerb. Zwei Zweitligisten warf der Drittligist aus Paderborn schon raus, erst gab es ein 2:1 gegen den FC St. Pauli, dann in der zweiten Runde ein 2:0 gegen den VfL Bochum. Paderborn, wie es klatscht und singt - ein seltener Anblick. Den jetzt auch Ingolstadt ertragen muss? "Ingolstadt ist für meine Mannschaft der stärkste Gegner, seit ich hier Trainer bin", sagt Trainer Steffen Baumgart. Oswestfälisches Understatement?

SC Paderborn - FC Ingolstadt, 18.30 Uhr: St. Pauli, Bochum, Ingolstadt - liest sich wie ein Restposten im bundesweiten Angebot für Senioren-Kaffeefahrten, sind aber die Stationen des SC Paderborn im diesjährigen DFB-Pokal-Wettbewerb. Zwei Zweitligisten warf der Drittligist aus Paderborn schon raus, erst gab es ein 2:1 gegen den FC St. Pauli, dann in der zweiten Runde ein 2:0 gegen den VfL Bochum. Paderborn, wie es klatscht und singt - ein seltener Anblick. Den jetzt auch Ingolstadt ertragen muss? "Ingolstadt ist für meine Mannschaft der stärkste Gegner, seit ich hier Trainer bin", sagt Trainer Steffen Baumgart. Oswestfälisches Understatement?

Beim Bundesliga-Absteiger aus Ingolstadt werden sie dagegen alles versuchen, um auch den letzten verbliebenen Drittligisten aus dem Pokal zu werfen. In Runde eins setzten sich die Schanzer knapp mit 2:1 gegen den TSV 1860 München durch, danach hieß der Gegner Greuther Fürth und das Ergebnis 3:1. Es reichte zum Weiterkommen, Euphorie brach trotzdem nicht aus.

1. FSV Mainz 05 - VfB Stuttgart, 18.30 Uhr: Das Südwestderby, ein Spiel für Nostalgiker. Denn Mainz gegen Stuttgart, das ist auch das Aufeinandertreffen zweier Rivalen, die schon bessere Zeiten erlebt haben. In der Bundesliga hat sich Mainz nach Abschluss der Hinrunde auf Platz 15 gezittert, Stuttgart rangiert einen Platz darüber, hat aber genauso viele Sorgen. Zuletzt war es mitunter zum Haareraufen, wenn beide Teams spielten. Da kommt der Pokal ja wie gelegen.

Ob das Spiel hält, was es auf dem Papier verspricht? Der Weg beider Klubs in das Achelfinale war jedenfalls eher steinig, vorsichtig gesagt: Mainz hatte erst durchaus Probleme mit dem Viertligisten Lüneburger SK (3:1) und durfte sich in der zweiten Runde bei Neuzugang Viktor Fischer bedanken, der mit seinem Doppelpack maßgeblich zum 3:2-Erfolg über Holstein Kiel beitrug. Stuttgart musste gegen Energie Cottbus sogar ins Elfmeterschießen, siegte dort aber mit 4:3. Anschließend warf Stuttgart den 1. FC Kaiserslautern aus dem Pokal - mit Südwestderbys kennen sie sich aus beim VfB.

1. FC Nürnberg - VfL Wolfsburg, 20.45 Uhr: Mit DFB-Pokal-Derbys haben sie auch beim VfL Wolfsburg gute Erfahrungen gemacht. Nicht einmal acht Wochen ist es her, dass die Wölfe den Erzrivalen Hannover 96 aus dem Wettbewerb schmissen, Felix Uduokhai erzielte das Tor des Tages, der Rest war Jubel. Hinterher musste der Torschütze auf den Zaun, über seine Gesangskünste schweigen sie in Niedersachsen bis heute. Das gilt übrigens auch für das magere 1:0 in Runde eins gegen Eintracht Norderstedt.

Gegen den Zweitligisten 1. FC Nürnberg muss Wolfsburg trotzdem mit der Favoritenbürde leben, auch wenn der Club in der zweiten Liga eine wirklich gute Rolle spielt - Platz drei. Denn in den bisherigen Spielen gegen den MSV Duisburg und den VfL Osnabrück siegten die Franken nur ganz knapp, in beiden Spielen sahen die Zuschauer viel Kampf und fast noch mehr Krampf. Und gegen Wolfsburg? Trainer Michael Köllner jedenfalls warnt schon mal und sagt, sein Team müsse ein "Riesenspiel liefern", um weiterzukommen.

Schalke 04 - 1. FC Köln, 20.45 Uhr: Wenn man die Bundesliga-Tabelle zu Rate zieht, dann wird es deutlich: Zweiter gegen Letzter, man könnte eine einseitige Partie vermuten. Wahrscheinlich wird eh alles ganz anders laufen, es ist immerhin Pokal. Scheint auch Schalke-Coach Domenico Tedesco zu vermuten. Er rechne mit einer "sehr, sehr sensiblen Partie", sagte Tedesco. Dabei wird auch er sich noch dunkel erinnern: Als die Schalker zuletzt ein Pflichtspiel verloren haben, war es draußen zwanzig Grad warm und in Deutschland herrschte gut 24 Stunden vor der Bundestagswahl aufgeregtes Treiben. Hach! Dass es drei Monate später noch immer keine neue Regierung und auch keine weitere Schalke-Pleite geben würde, hätte niemand vermutet.

In Köln wird man das nur am Rande wahrgenommen haben, man hat ja schließlich genug eigene Probleme. Platz 18 in der Bundesliga mit mickrigen sechs Punkten, Geschäftsführer Jörg Schmadtke und Trainer Peter Stöger weg, dafür jede Menge Unruhe. Aber wie das eben so ist in Köln, man ließ sich die Laune nicht verderben und nach dem 1:0 gegen den VfL Wolfsburg, dem ersten Kölner Sieg in der Hinrunde, hielten plötzlich nicht nur Optimisten einen Sieg gegen Schalke für möglich. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Stand: 18.12.2017, 15:49 Uhr

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