Bremen schaltet Freiburg aus

Werder Bremen - SC Freiburg 3:2

Bremen schaltet Freiburg aus

Zwei frühe Treffer haben Werder Bremen gegen den SC Freiburg auf die Siegerstraße gebracht. Die Gäste waren in der Offensive zu harmlos für ein Comeback. Eine Schiedsrichterentscheidung sorgte für Diskussionen.

Die Bremer feiern die frühe Führung durch Ishak Belfodil (l.)

Die Bremer feiern die frühe Führung durch Ishak Belfodil (l.).

Die Bremer setzten mit dem Erfolg ihre Super-Heimserie im DFB-Pokal fort. Zwei Tage nach der Beförderung von Florian Kohfeldt zum Cheftrainer zogen die Norddeutschen mit einem 3:2 (2:1) gegen den SC Freiburg ins Viertelfinale ein und gewannen damit ihr 37. Pokalspiel in Folge vor eigenem Publikum. Ishak Belfodil (3. Minute), Florian Kainz (20.) und Philipp Bargfrede (70.) erzielten am Mittwoch (20.12.2017) die Treffer für den abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten vor 33.519 Zuschauern im Weserstadion. Der Ex-Bremer Nils Petersen (28./Foulelfmeter) und der Franzose Yoric Ravet (87.) schafften jeweils den Anschlusstreffer.

Schiedsrichter überstimmt Assistenten und liegt falsch

Allerdings stand beim dritten Bremer Treffer der überragend aufspielende Jérôme Gondorf im Abseits und griff mit einer Sperre gegen den Freiburger Robin Koch aktiv ins Spielgeschehen ein. Schiedsrichter Guido Winkmann überstimmte seinen Linienrichter, der die Fahne oben hatte und den Treffer nicht geben wollte. Auf dem Bildschirm im Stadion war das Abseits ziemlich deutlich zu sehen - aber im DFB-Pokal gibt es den Videobeweis erst ab dem Viertelfinale. "Ich habe aus meiner Position heraus erkannt, dass Gondorf knapp am Ball war, kurz vor dem Ball, ihn aber nicht gespielt hat", rechtfertigte sich Winkmann hinterher vor dem ARD-Mikrofon und sagte: "Für mich war da keiner mehr, der eingreifen konnte. Deshalb habe ich das Tor gegeben."

"So eine Entscheidung zu treffen ist Wahnsinn, aber wir sind ja Schuld, weil wir nach drei Minuten schon wieder zurückliegen und weil wir individuelle Fehler machen", sagte Freiburgs Trainer Christian Streich in der Sportschau, nachdem er sich wieder beruhigt hatte.

Kohfeldt, der am Montag als Werder-Chefcoach über das Jahr hinaus bestätigt worden war, verzichtete zunächst auf Max Kruse. Wegen seiner Adduktorenprobleme saß der Bremer Top-Stürmer bis zur 75. Minute auf der Bank. Doch sein Vertreter sorgte früh für Jubel im Weserstadion. Mit einem Rechtsschuss ins untere Eck schaffte Belfodil die Führung. Die Gäste, bei denen SC-Coach Streich mehreren Reservisten von Beginn an eine Chance gab, wirkten in der Anfangsphase verunsichert.

Freiburg tut sich schwer

Die Bremer, die auch am vergangenen Wochenende in der Bundesliga gegen Mainz früh in Führung gegangen waren, lauerten auf Konterchancen und belohnten sich mit dem 2:0. Kainz ließ die Abwehr der Breisgauer alt aussehen.

Wenige Minuten später blieben auf der Gegenseite große Proteste der Bremer nach der Attacke von Philipp Bargfrede im Strafraum gegen Freiburgs Franzosen Yoric Ravet aus. Den fälligen Foulelfmeter verwandelte Kapitän Petersen souverän. Die junge Streich-Elf hatte aus der ersten Chance gleich ein Tor gemacht.

Eggestein - "Hauptsache wir haben gewonnen"

Sportschau | 20.12.2017 | 01:24 Min.

Nach dem Wechsel wirkten die Bremer wieder selbstbewusster - doch auch beim 2:2 gegen Mainz hatte die Elf von der Weser das Spiel lange Zeit kontrolliert. Im Pokal freilich ließen sie sich den Erfolg nicht nehmen - auch wenn Ravet seinen ersten Treffer im Freiburger Dress erzielte und es nach dem Abpfiff noch Diskussionsbedarf gab.

Streich stürmte nach dem Pokal-Aus aufgebracht zum Schiedsrichter, seine Spieler wüteten auf dem Rasen. "Wenn es uns passiert wäre, hätten wir uns wahrscheinlich auch aufgeregt", so Werder-Profi Kainz dazu. Der SC kann sich nach der Winterpause jetzt voll auf den Klassenerhalt konzentrieren, während der Tabellen-16. Bremen weiter auf zwei Hochzeiten tanzt. "Der Sieg lässt uns ein bisschen leichter in die Winterpause gehen, wir wissen aber, dass wir in der Rückserie noch eine Menge Arbeit vor uns haben," lautete das Fazit Kohfeldts.

Statistik

Fußball · DFB-Pokal 2017/2018

Mittwoch, 20.12.2017 | 18.30 Uhr

Wappen Werder Bremen

Werder Bremen

Pavlenka – Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Augustinsson – Bargfrede – M. Eggestein, Delaney – J. Gondorf (83. Jóhannsson) – F. Kainz (90. Ro. Bauer), Belfodil (75. M. Kruse)

3
Wappen SC Freiburg

SC Freiburg

Schwolow – Kübler, R. Koch, Stanko, Günter – Sierro (46. Söyüncü), Haberer – P. Stenzel (75. Kath), Ravet, Kapustka (46. Terrazzino) – Petersen

2

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Belfodil (3.)
  • 2:0 F. Kainz (20.)
  • 2:1 Petersen (28./Foulelfmeter)
  • 3:1 Bargfrede (69.)
  • 3:2 Ravet (87.)

Strafen:

  • gelbe Karte Terrazzino (1 )
  • gelbe Karte Bargfrede (1 )
  • gelbe Karte Ravet (1 )

Zuschauer:

  • 33.519

Schiedsrichter:

  • Guido Winkmann (Kerken)

Stand: Mittwoch, 20.12.2017, 20:29 Uhr

Thema in: Sportschau live, das Erste, 20.12., ab 22.15 Uhr

sid/dpa/red | Stand: 20.12.2017, 20:20

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