Bayern nach Elfmeter-Krimi im Achtelfinale

RB Leipzig – FC Bayern München 5:6 nach Elfmeterschießen

Bayern nach Elfmeter-Krimi im Achtelfinale

Nach einem spannenden und emotionsgeladenen Pokal-Krimi steht der FC Bayern im Achtelfinale - die Entscheidung fiel erst im Elfmeterschießen. Leipzig hatte zuvor 65 Minuten lang in Unterzahl ein Remis gerettet.

Nachdem zuvor alle Schützen auf beiden Seiten verwandelt hatten, wurde der eingewechselte Timo Werner zum Verlierer des Abends: Seinen ganz schwach geschossenen Elfmeter konnte Sven Ulreich mühelos parieren. "Leider haben wir es nicht geschafft, das Spiel früher zu entscheiden. Ich bin froh, dass wir es trotzdem geschafft haben", sagte der stolze Matchwinner Ulreich im Ersten. "Es war ein heißes Spiel, es war ein intensives Spiel. Wir sind ganz glücklich, dass wir weiter sind", befand Bayern-Kapitän Arjen Robben. "Es tut weh, aber wir müssen auch stolz auf unsere Leistung sein. Das Leben geht weiter", sagte Leipzigs Emil Forsberg.

Schon in der ersten Halbzeit war es bisweilen spektakulär zur Sache gegangen. Leipzig hatte die besseren Chancen, doch zunächst verpasste Emil Forsberg den richtigen Moment zum Abspiel, dann traf Jean-Kevin Augustin frei vor Sven Ulreich den Ball nicht richtig.

Zwayer nimmt Elfmeter zurück

 Arturo Vidal und Leipzigs Jean-Kevin Augustin

Arturo Vidal und Leipzigs Jean-Kevin Augustin

Riesendusel hatten die Münchener in der 35. Minute. Forsberg zog mit Macht in Richtung Bayern-Strafraum, da hielt ihn Arturo Vidal zunächst am Trikot und grätschte ihm dann auf der Linie des Sechzehnmeterraums um. Da Zwayer zunächst Vorteil hatte laufen lassen und das entscheidende Foul somit im Strafraum erfolgte, war die Elfmeter-Entscheidung von Felix Zwayer richtig.

Doch der Schiedsrichter bekam offenbar Zweifel an seinem eigenen Pfiff, ging zum 30 Meter vom Tatort entfernten Linienrichter – und kam mit diesem überein, den Strafstoß zu revidieren und doch nur Freistoß zu geben. Diesen setzte Forsberg dann auf die Latte.

Beim Gang in die Pause kam es dann beinahe zu Handgreiflichkeiten, als RB-Sportdirektor Ralf Rangnick dem Schiedsrichter mit seinem Handy in der Hand von dessen Fehlentscheidung informieren wollte. Die Bayern-Spieler, allen voran Mats Hummels, gingen vehement dazwischen.

Keita fliegt vom Platz

Knapp zehn Minuten nach dem Wiederbeginn haderten die Gastgeber erneut mit dem Unparteiischen. Zwayer hatte Naby Keita im ersten Durchgang für dessen erstes Foul gleich Gelb gezeigt, in der 54. Minute zupfte der Leipziger dann kurz am Trikot von Robert Lewandowski, was der Schiedsrichter als taktisches Foul wertete – für Keita war die Partie mit Gelb-Rot vorzeitig beendet.

Zwayer schwante möglicherweise, dass er es bis dahin mit Leipzig nicht allzu gut gemeint hatte – und gab dann einen äußerst zweifelhaften Strafstoß für die Bullen. Jérôme Boateng hatte sich gegen Yussuf Poulsen nicht allzu geschickt angestellt, doch der Leipziger stolperte ziemlich bereitwillig über die Hacke des Müncheners. Forsberg verwandelte zur 1:0-Führung (68.), doch nur fünf Minuten später leitete Boateng auch einen Treffer auf der anderen Seite ein: Seinen gefühlvollen Lupfer-Pass köpfte Thiago zum 1:1 ins Netz.

Joker Wriedt trifft die Latte

Danach retteten sich die dezimierten Gastgeber in die Verlängerung, in der der Druck der Bayern immer größer wurde. Thiago, Joshua Kimmich, der eingewechelte Okyere Wriedt und Robert Lewandowski hatten beste Einschussmöglichkeiten, doch mit etwas Glück (Wriedt traf die Lattenunterkante), aber auch überragenden Reflexen hielt Peter Gulacsi seinen Kasten sauber. Leipzig hatte bis zum Schlusspfiff kaum noch Entlastungsangriffe, den einzig gefährlichen vergab der eingewechselte Konrad Laimer kurz vor dem Abpfiff.

Kimmich - "Keiner wollte in der zweiten Runde ausscheiden"

Sportschau | 25.10.2017 | 04:32 Min.

Drei Tage haben die beiden Teams nun Zeit, aus dieser Partie ihre Schlüsse zu ziehen: Am Samstag (28.10.17) stehen sich die Bayern und Leipzig in der Bundesliga erneut gegenüber, diesmal allerdings in München.

Statistik

Fußball · DFB-Pokal 2017/2018

Mittwoch, 25.10.2017 | 20.45 Uhr

Wappen RB Leipzig

RB Leipzig

Gulacsi – Bernardo, Orban, Upamecano, Halstenberg – Kampl, Keïta – Sabitzer (102. Laimer), Forsberg (109. Klostermann) – Y. Poulsen (80. Ti. Werner), Augustin (57. Demme)

5
Wappen Bayern München

Bayern München

Ulreich – Kimmich, Boateng, M. Hummels, Alaba – Tolisso (88. Rafinha), Ar. Vidal (57. Rudy) – Robben, Thiago (101. Wriedt), Coman (60. Javi Martinez) – Lewandowski

6

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Forsberg (68./Foulelfmeter)
  • 1:1 Thiago (73.)
  • 1:2 Lewandowski (121./Elfmeterschießen)
  • 2:2 Bernardo (121./Elfmeterschießen)
  • 2:3 Alaba (121./Elfmeterschießen)
  • 3:3 Kampl (121./Elfmeterschießen)
  • 3:4 M. Hummels (121./Elfmeterschießen)
  • 4:4 Halstenberg (121./Elfmeterschießen)
  • 4:5 Rudy (121./Elfmeterschießen)
  • 5:5 Orban (121./Elfmeterschießen)
  • 5:6 Robben (121./Elfmeterschießen)

Strafen:

  • gelbe Karte Boateng (1 )
  • gelbrote Karte Keïta (53./Wiederholtes Foulspiel)
  • gelbe Karte Ar. Vidal (1 )
  • gelbe Karte Kimmich (1 )
  • gelbe Karte Thiago (1 )

Zuschauer:

  • 42.558

Schiedsrichter:

  • Felix Zwayer (Berlin)

Stand: Mittwoch, 25.10.2017, 23:37 Uhr

red | Stand: 25.10.2017, 23:52

Darstellung: