Osnabrück schießt den HSV aus dem Pokal

VfL Osnabrück - Hamburger SV 3:1

Osnabrück schießt den HSV aus dem Pokal

Fußball-Drittligist VfL Osnabrück hat trotz Unterzahl über 70 Minuten den Hamburger SV blamiert und aus dem DFB-Pokal befördert.

Knapp acht Jahre nach dem bislang letzten Coup gegen den Fußball-Erstligisten feierte der niedersächsische Außenseiter am Sonntag (13.08.2017) einen 3:1(1:0)-Sieg.

Der VfL schaffte vor 15.800 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Bremer Brücke dank der Torschützen Halil Savran (39. Minute), Marc Heider (61.) und Ahmet Arslan (71.) eine kleine Sensation. Für den HSV traf nur Bobby Wood per Handelfmeter (74.).

"Es ist etwas glücklich, aber nicht unverdient", sagte VfL-Coach Joe Enochs nach der Partie. Sein Gegenüber lobte den Gegner: "Ihr habt das gut gemacht" sagte HSV-Trainer Markus Gisdol, "wir haben es nicht gut gemacht". "Das ist ein Scheiß-Gefühl", gab André Hahn nach dem Spiel in deutlicher Sprache zu.

Erschreckend schwache Hamburger

Der erneute Erfolg kam besonders überraschend, da die Osnabrücker die überwiegende Zeit mit einem Mann weniger spielten, weil Marcel Appiah bereits in der 19. Minute die Rote Karte gesehen hatte. Der HSV blamierte sich wie schon am 23. September 2009 in Osnabrück, als der Außenseiter den Bundesligisten in der zweiten Runde im Elfmeterschießen bezwungen hatte.

Die Hamburger zeigten eine erschreckend schwache Leistung. Im Offensivspiel zeigten die Gäste keine Ideen, um die Dreierkette des Drittligisten auszuhebeln. Das galt auch für die Zeit, nachdem Appiah den davoneilenden Bobby Wood kurz vor der Strafraumgrenze umgegrätscht hatte und den Platz frühzeitig verlassen musste. Der HSV konnte die Überzahl nicht nutzen.

Andre Hahn: "Gemeinsam das erste Ligaspiel rocken"

Sportschau | 13.08.2017 | 01:23 Min.

Engel führt HSV-Abwehr vor

Chancen aus dem Spiel heraus erspielte sich der Erstligist selten, lediglich beim Kopfball des aufgerückten Kyriakos Papadopoulos kam ein wenig Gefahr für den VfL auf. Die forschen Osnabrücker zogen sich nach dem Platzverweis weiter zurück und schlugen dann bei ihren Kontern eiskalt zu.

Zunächst setzte sich Nazim Sangaré auf der rechten Seite durch, passte auf Savran zurück, der nur noch einschieben musste. Fast eine Kopie war der zweite VfL-Treffer. Konstantin Engel zog über links davon, führte die behäbige Defensive der Gäste vor und bediente Heider, der den Ball über die Linie drückte.

Auch beim dritten Tor, als Sangaré den Ball erneut in die Mitte legte und Arslan traf, wirkte der HSV unaufmerksam. Mit einem Elfmeter traf dann auch der HSV. Wood nutzte die Chance, nachdem Engel den Ball im Strafraum mit der Hand berührt hatte. Die Schlussoffensive blieb aber ohne Wirkung.

Statistik

Fußball · DFB-Pokal 2017/2018

Sonntag, 13.08.2017 | 15.30 Uhr

VfL Osnabrück

Gersbeck – Appiah, Susac, K. Engel – Groß, Arslan – Sangare, Danneberg, Heider (85. Kristo) – Alvarez (22. Zorba), Savran

3

Hamburger SV

Mathenia – Sakai, K. Papadopoulos, Mavraj, Douglas Santos (64. L. Waldschmidt) – G. Jung (46. L. Holtby), Walace – N. Müller, Hunt (81. Schipplock), Hahn – Wood

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Savran (39.)
  • 2:0 Heider (61.)
  • 3:0 Arslan (71.)
  • 3:1 Wood (74./Handelfmeter)

Strafen:

  • gelbe Karte Hahn (1 )
  • rote Karte Appiah (19./Taktisches Foulspiel)
  • gelbe Karte Savran (1 )
  • gelbe Karte K. Papadopoulos (1 )
  • gelbe Karte G. Jung (1 )
  • gelbe Karte Sangare (1 )

Zuschauer:

  • 16000

Schiedsrichter:

  • Deniz Aytekin (Oberasbach)

Stand: Sonntag, 13.08.2017, 17:27 Uhr

sid/dpa/red | Stand: 13.08.2017, 17:46

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