Die strittigsten Szenen des Pokalfights in Leipzig

Die Bayern-Spieler bedrängen Schiedsrichter Felix Zwayer (r.)

Schiedsrichter Felix Zwayer im Fokus

Die strittigsten Szenen des Pokalfights in Leipzig

Ein Elfmeter, der wieder zurück genommen wurde, eine umstrittene Gelb-Rote Karte und Aufregung in der Halbzeit: sportschau.de arbeitet die strittigsten Szenen des Pokalspiels zwischen Leipzig und Bayern München auf.

Bayern-Trainer Jupp Heynckes sprach von einem "dramatischen Pokalfight", RB-Coach Ralph Hasenhüttl von einem "heroischen Kampf": Das Pokalduell zwischen Leipzig und München hatte es in sich. Es gab jede Menge strittige Szenen. sportschau.de arbeitet sie auf.

Strafstoß wieder zurück genommen

In der 35. Minute holt Bayerns Arturo Vidal den Leipziger Emil Forsberg an der Strafraumlinie von den Beinen. Schiedsrichter Felix Zwayer entscheidet auf Strafstoß, nimmt seine Entscheidung nach Absprache mit seinem Assistenten aber wieder zurück und entscheidet auf Freistoß. Vidal soll seine Grätsche außerhalb des Strafraums angesetzt haben. "Für mich ist es Elfmeter", sagt Forsberg. Der Schwede setzt den Freistoß auf die Latte. "Weil der Linienrichter es aus 50 Metern besser sieht. Tut mir leid. Das ist ganz, ganz schwer zu akzeptieren, was da in einem Schiedsrichter vorgeht", sagt Trainer Ralph Hasenhüttl.

Rangnick als Videoassistent

Turbulent wird es beim Gang in die Kabine. RB-Sportdirektor Ralf Rangnick beschwert sich wütend bei Zwayer über die Freistoß-Entscheidung, zeigt ihm Bilder auf dem Smartphone. Dabei gerät Rangnick mit Mats Hummels aneinander, weitere Bayern-Spieler greifen ein. Es kommt  zur Rudelbildung. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das erlaubt oder gewollt ist", sagt Hummels. Sogar Hasenhüttl war wenig begeistert: "Das geht natürlich auch nicht." Das findet übrigens auch der DFB und leitet gegen den 59-Jährigen ein Ermittlungsverfahren ein. Rangnick muss nun eine schriftliche Stellungnahme abgeben. Anschließend entscheidet der DFB-Kontrollausschuss, wie das Verfahren weitergeführt wird.

Grenzwertige Aktion von Boateng

Kurz nach der Pause fordern die Leipziger Fans erneut Elfmeter. Die Attacke von Bayerns Jerome Boateng gegen Jean-Kevin Augustin war zumindest grenzwertig. Zwayer ließ weiterspielen. "Das ist eine Situation, bei der man Elfmeter geben muss", sagt Hasenhüttl.

Gelb-Rot für Keita

Doch für Leipzig kommt es noch dicker. Mittelfeldstratege Naby Keita sieht in der 54. Minute nach einem taktischen Foul an Robert Lewandowski Gelb-Rot. "Naby bekommt fürs erste Foul grundsätzlich gelb, davor wurde er dutzende Male gefoult", poltert Hasenhüttl: "Da fehlt mir ein bisschen die Gleichbehandlung."

"Königin der Konzessionsentscheidungen"

Einige Minuten später regen sich dann die Bayern mächtig auf. Nach einer Attacke von Boateng gegen Yussuf Poulsen zeigt Zwayer auf den Elfmeterpunkt, Forsberg verwandelt zur 1:0-Führung. "Es gab einen Kontakt. Und wenn der im 16er ist, kann man Elfmeter pfeifen", sagte Poulsen. Mats Hummels nennt den Strafstoß hinterher die "Königin der Konzessionsentscheidungen."

Während die Bayern sich nach dem gewonnenen Elfmeterschießen nicht mehr weiter aufregen, ist für Hasenhüttl der Schuldige für die Niederlage schnell gefunden. "Unterm Strich waren 22 Akteure sehr gut auf dem Platz heute, einer konnte das Niveau nicht so ganz halten", sagt der 50-Jährige.

red/sid/dpa | Stand: 26.10.2017, 10:20

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