Darmstadt schafft die Sensation

Darmstadt jubelt

SV Darmstadt 98 - Borussia Mönchengladbach 0:0 n.V., 5:4 i.E.

Darmstadt schafft die Sensation

Fünf Tage vor dem Bundesliga-Auftakt ist Gladbach bereits in der ersten Runde des DFB-Pokals ausgeschieden.

Vor 16.500 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Böllenfalltor scheiterte Luuk de Jong im Elfmeterschießen an Torhüter Jan Zimmermann. Branimir Hrgota setzte zudem den letzten Elfmeter an die Unterkante der Latte. Nationaltorhüter Marc-Andre ter Stegen hatte nur gegen Dominik Stroh-Engel pariert. Nur mit Glück waren die Gladbacher mit einem torlosen Unentschieden in die Halbzeit gegangen. Keeper ter Stegen hatte nach einer knappen halben Stunde in höchster Not einen von Darmstadts Kapitän Aytac Sulu abgefälschten Ball an die Latte gelenkt (28.).

Favre nimmt Mannschaft in die Pflicht

"Es wird sehr, sehr schwer, die Mannschaft wieder aufzurichten. Dieses Spiel kommt schnell", sagte Favre und nahm sein Team nach dem ersten Erstrunden-K.o. seit neun Jahren in die Pflicht: "Es liegt an der Mannschaft, das jetzt zu verdauen." Direkte Vorwürfe an den Pechvogel Branimir Hrgota, der beim letzten Elfmeter versagt hatte, gab es von Seiten des Borussia-Coaches nicht. "Er hat natürlich mit sehr viel Risiko geschossen. Da liegt es oft nur an Millimetern", sagte Favre.

Die Gastgeber waren mutig in die Partie gegangen. Doch nach einigen Anlaufschwierigkeiten kamen dann die Gladbacher besser ins Spiel. Nicht zuletzt, weil Neuzugang Max Kruse über links immer wieder für Gefahr sorgte. Kruse stand wie die anderen beiden Neuzugänge Raffael und Christoph Kramer in der Startformation der Gäste.

Kruse auffällig

Das Trio gehörte auch zu den Aktivposten in einer enttäuschenden Fohlen-Mannschaft, in der Juan Arango (Oberschenkelzerrung) und Amin Younes (Innenbanddehnung im Knie) fehlten. Der Neu-Gladbacher Raffael war es auch, der die erste Chance vergab (10.), als er einen Schuss um einige Meter verzog. Nur drei Minuten später verpasste Lukas Rupp eine Hereingabe von Kruse knapp.

Danach entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe - mit leichten Vorteilen für den keineswegs überzeugenden Bundesligisten. Vor allen Dingen im Mittelfeld leistete sich die Favre-Elf viele Fehlpässe. Nach dem Wechsel fand der Bundesligist zunächst erneut kein Mittel gegen die vielbeinige Abwehr der Hessen. "Unser Hauptproblem ist, dass wir uns zu wenig Chancen erspielen. Da ist zu wenig Bewegung drin. Jetzt müssen wir trainieren, trainieren, trainieren", sagte Gladbachs Abwehrchef Martin Stranzl.

Ohne kreative Momente

Gladbach agierte umständlich und hatte nur wenige kreative Momente. Bezeichnend, dass Kruse ebenso fahrlässig wie freistehend an Lilien-Keeper Zimmermann (57.) scheiterte. Auch in der Verlängerung fanden die Gladbach kein Mittel. Darmstadt verteidigte weiter geschickt und stand in der Defensive sicher. So musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen.

Statistik

Fußball · DFB-Pokal

Sonntag, 04.08.2013 | 14.30 Uhr

SV Darmstadt 98

Jan Zimmermann – Ratei, Sulu, Gorka, Stegmayer – U. Hesse (75. Ivana), J. Gondorf (81. Biada), H. Behrens, M. Heller (119. E. da Costa) – Stroh-Engel, Sailer

5

Borussia Mönchengladbach

ter Stegen – Korb, Stranzl, Alvaro Dominguez, Daems – Rupp (70. L. de Jong), Kramer (90.+2 P. Herrmann), G. Xhaka, Hrgota – Raffael (90.+2 Nordtveit), M. Kruse

4

Fakten und Zahlen zum Spiel

Strafen:

  • gelbe Karte Sulu
  • gelbe Karte Stegmayer
  • gelbe Karte J. Gondorf
  • gelbe Karte Alvaro Dominguez
  • gelbe Karte Kramer

Zuschauer:

  • 16500

Schiedsrichter:

  • Frank Willenborg (Osnabrück)

Vorkommnisse:

  • SV Darmstadt 98 gewinnt 5:4 nach Elfmeterschießen - Elfmeterschießen: 1:0 Sulu, 1:1 Daems; 2:1 Sailer, L. de Jong verschießt; 3:1 E. da Costa, 3:2 G. Xhaka; 4:2 Stegmayer, 4:3 M. Kruse; Stroh-Engel verschießt, 4:4 Stranzl; 5:4 Ivana, Hrgota verschießt.

sid | Stand: 04.08.2013, 17:45