Hoffenheim blamiert sich beim Berliner AK

Jubelnde Berliner

Dicke Überraschung in der 1. DFB-Pokal-Runde

Hoffenheim blamiert sich beim Berliner AK

Kein Kampf, kein Aufbäumen, keine Klasse: Bundesligist 1899 Hoffenheim ist nach einem kaum für möglich gehaltenen Debakel bereits in der ersten DFB-Pokalrunde gescheitert - und das völlig zu Recht.

Der haushohe Favorit verlor beim Regionalligisten Berliner AK 07 nach einer völlig indiskutablen Leistung sensationell mit 0:4 (0:3) und war mit diesem Ergebnis sogar noch gut bedient. Die Berliner machten den Drei-Klassen-Unterschied mit beherzten Zweikämpfen und viel Lauffreude mehr als wett und feierten verdient den unerwarteten Einzug un die 2. Runde. Die Berliner Treffer erzielen vor etwa 1.468 Zuschauern im altehrwürdigen Poststadion Metin Cakmak (3. und 49.), Justin Gerlach (31.) und Kevin Kruschke (40.).

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Alle Stimmen zum Spiel Berliner AK - Hoffenheim | 02:27 min | 18.08.2012 | Sportschau | Das Erste

Tim Wiese verhinderte in seinem ersten Pflichtspiel als 1899-Torhüter in der ersten Halbzeit einen noch höheren Rückstand, doch auch er patzte vor dem 0:4. Hoffenheims Coach Markus Babbel schüttelte auf dem Trainerstuhl immer wieder fassunglos den Kopf.

"Keine Einstellung gezeigt"

Entsprechend bedient zeigte sich Babbel nach dem Schlusspfiff: "Meine Mannschaft hat kollektiv versagt, wir können nicht so einfach zur Tagesordnung übergehen. Wir haben unsere Fans maßlos enttäuscht. Was mich besonders geärgert hat war, dass sich die Mannschaft nach dem 0:1 hängengelassen, keine Einstellung gezeigt und sich gegenseitig angemault hat. Man darf hinfallen, aber jetzt müssen sie wieder aufstehen. Das will ich im nächsten Spiel sehen." Sein Trainerkollege Jens Härtel war hingegen begeistert: "Heute hat alles zusammengepasst. Meine Mannschaft kann feiern. Ich werde aber nicht mitfeiern. Wenn der Trainer dabei ist, dann wird das aber auch nicht so lustig. Ich will nicht die Spaßbremse spielen. Das war heute ein Fest, aber Brot und Butter gibt es in der Meisterschaft."

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Markus Babbel und Jens Härtel vor der Presse | 11:53 min | 18.08.2012 | Sportschau | Das Erste

Rückstand kein Weckruf

Der Bundesligist erwischte einen rabenschwarzen Start ins Spiel. Beim frühen Rückstand patzte Innenverteidiger Matthieu Delpierre, der Torschütze Cakmak zu viel Platz ließ. Der Berliner Stürmer überwand schließlich Tim Wiese in dessem ersten Pflichtspiel als Hoffenheimer Torhüter mit einer Bogenlampe. Cakmak musste danach am Kopf behandelt werde. Er spielte fortan mit einem roten Turban. Der Rückstand war aber keineswegs ein Weckruf für den haushohen Favoriten.

In der 7. Minute scheiterten die AK-Halbprofis Niklas Brandt (7.) und Kevin Kruschke (14.) nur knapp. Die Hoffenheimer, bei denen Sechs-Millionen-Euro-Neuzugang Joselu zunächst nur auf der Bank saß, spielten überheblich und leidenschaftslos. Den ersten Schuss aufs gegnerische Tor setzte das Babbel-Team erst in der 21. Minute durch Rechtsverteidiger Andreas Beck ab. Bei Kontern spielten die Gäste völlig unnötig auf Abseits und kassierten so die Gegentreffer Nummer zwei und drei. Wiese war machtlos und zur Halbzeit völlig bedient.

Unmittelbar nach dem Seitenwechsel machte Wiese jedoch mit einem Patzer die in der Kabine angekündigte Aufholjagd fast schon zunichte. Der flinke Cakmak nahm den missglückten Wiese-Pass auf und verwandelte zum 4:0. Babbel hatte zur Halbzeit zweimal ausgewechselt, doch auch Takashi Usami und Sejad Salihovic brachten keinen frischen Wind.

Babbels Rückkehr

Mit dem Erstrundenspiel kehrte Hoffenheims Trainer Markus Babbel zurück nach Berlin, wo er von 2010 bis 2011 den Klub Hertha BSC betreut hatte. Die Trennung Mitte Dezember 2011 war zur Schlammschlacht geraten, am Ende hatten sich Babbel und Hertha-Manager Michael Preetz gegenseitig der Lüge bezichtigt. Als beste Spieler zeichneten sich bei den engagierten Gastgebern die Torschützen Kruschke und Cakmak aus. Bei den enttäuschenden Hoffenheimern wusste erreichte keiner Normalform.

dpa/sid | Stand: 18.08.2012, 22:27