Ganz Schalke lacht

Huntelaar (l.) und Affelay

Gute Stimmung nach dem Sieg bei Arsenal London

Ganz Schalke lacht

Schalke 04 hat einen Lauf - nach dem Sieg im Revierderby folgte der beim FC Arsenal. Lewis Holty fasst zusammen: "Ganz Schalke lacht in dieser Woche."

Nur Trainer Huub Stevens fand nach der famosen Vorstellung seiner Schalke kritische Worte. "Mit der ersten Hälfte war ich gar nicht zufrieden. Ich finde, dass wir nicht gut ins Spiel gefunden haben", monierte der Niederländer nach dem souveränen und verdienten 2:0 (0:0)-Triumph am Mittwoch (24.10.12) bei Arsenal. Zur Verwunderung aller Zuhörer fügte Steven noch an: "Auch schlechte Spiele muss man gewinnen können. Das ist auch ein Schritt in der Entwicklung. Aber für mich bleibt Arsenal Favorit in der Gruppe." Dabei hatte sein Team nach dem 2:1 im Revierderby bei Borussia Dortmund einen Big Point in der Champions League gelandet. Schalke holte sich damit weiteres Selbstvertrauen für die anstehenden Aufgaben in Bundesliga und DFB-Pokal.

Manager Horst Heldt mahnte nach der meisterlichen Leistung Konzentration und Bodenhaftung an. "Natürlich ist träumen nicht verboten - aber die Realität heißt Nürnberg und Sandhausen." Mit drei nicht unbedingt einkalkulierten Punkten im Gepäck traten die Königsblauen am Donnerstag als stolze Spitzenreiter der Gruppe B die Heimreise nach Gelsenkirchen an, wo am Samstag der "Club" zu Gast ist. Doch die Profis wollten den ersten Schalker Europapokal-Sieg auf englischem Boden vorher zumindest ein wenig genießen. "Wir spielen Samstag schon wieder, da muss alles im Rahmen bleiben. Aber ein Radler können wir sicher trinken", meinte Kapitän Benedikt Höwedes nach seiner starken Leistung. Von seinem frustrierten Kumpel Per Mertesacker besorgte er sich das Trikot. "Natürlich war Per sauer, dass wir gewonnen haben."

Lewis Holtby geriet ins Schwärmen - Schalke hatte als erstes ausländisches Team seit Inter Mailand im September 2003 (3:0) die Londoner Festung gestürmt. "Traumhaft, wie die Mannschaft gespielt hat. Traumhaft, wie die Fans uns nach vorn gepeitscht haben. Ganz Schalke lacht in dieser Woche", plauderte Holtby ausgelassen. "Arsenal ist ja keine Hammerwerfer-Truppe", sagte der deutsche U 21-Kapitän - und gönnte sich mit der englischen Familie "noch ein Pint".

Bei den Verlierern herrschte dagegen Tristesse. Auch Lukas Podolski war geknickt. Zwar sorgte der Ex-Kölner vor der Pause auf der linken Seite wenigstens gelegentlich für Gefahr, konnte sein neues Team aber nie mitreißen. "Es war eigentlich ein 0:0-Spiel. Aber wir haben es versäumt, einen Punkt einzufahren", meinte "Poldi".

Stevens: "Man muss zufrieden sein"

Einen "Knipser" der Marke Klaas-Jan Huntelaar, der Schalke (76.) in Führung schoss, könnte der 13-malige England-Meister derzeit auch gut gebrauchen. Doch der Niederländer bringt seine Qualitäten auf Schalke ein - wie auch sein immer besser werdender Landsmann Ibrahim Afellay, der in der 86. Minute Arsenals K.o. nach toller Vorarbeit von Jefferson Farfán besiegelte. Für Afellay war es bereits der dritte Treffer im dritten Spiel hintereinander. "Klaas-Jan arbeitet unheimlich viel für die Mannschaft. Er ist ein absoluter Teamplayer. Manchmal siehst du ihn nicht. Und dann ist er da und macht das 1:0", lobte Stevens. So schien auch der Coach am Ende irgendwie besänftigt: "Wenn man in der Champions League zwei Auswärtssiege schafft und nach drei Spielen sieben Punkte hat, muss man zufrieden sein."

Bilder vom Spiel FC Arsenal - FC Schalke 04

Der FC Schalke 04 musste beim Podolski-Klub FC Arsenal antreten.

FC Arsenal gegen FC Schalke 04

Zwar erwischt Arsenals Coquelin (li.) hier Schalkes Huntelaar auf dem falschen Fuß. Aber die Gäste halten gegen den FC Arsenal in der ersten Halbzeit hervorragend mit.

Zwar erwischt Arsenals Coquelin (li.) hier Schalkes Huntelaar auf dem falschen Fuß. Aber die Gäste halten gegen den FC Arsenal in der ersten Halbzeit hervorragend mit.

Richtig gefährlich agieren die Gelsenkirchener aber nicht: Lewis Holtby beim Schussversuch.

Wohin mit dem Ball? Arsenals Lukas Podolski.

Tribüne statt Trainerbank. Für diese Partie noch gesperrt: Arsenals Trainer Arsene Wenger.

Schalkes Ibrahim Afellay mit einer Torchance. Links schaut Arsenals Per Mertesacker zu.

Überflieger: Schalkes Farfan.

Autsch: Schalkes Ibrahim Afellay nach einem Zweikampf mit Arsenals Mikel Arteta.

Der Führungstreffer:Schalkes Klaas-Jan Huntelaar zieht ab, Per Mertesacker schaut zu.

Der Jubel: Klaas-Jan Huntelaar (re.) und Ibrahim Afellay zeigen geballte Emotionen.

dpa | Stand: 25.10.2012, 12:51