Stevens denkt um, Schaulaufen für Dortmund
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Für Schalke geht es in der Königsklasse plötzlich doch um etwas
Stevens denkt um, Schaulaufen für Dortmund
Schadensbegrenzung für Schalke, Schaulaufen für Dortmund. Beide Revierklubs stehen bereits vor dem letzten Gruppenspiel in der Champions League als Achtelfinalisten fest. Schalke-Coach Huub Stevens braucht nach der Krise in der Liga Erfolge für die Stimmung.
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Das in der Bundesliga zuletzt schwächelnde Team aus Gelsenkirchen will im wärmeren Südfrankreich das sportliche Herbst-Grau vertreiben und den Gruppensieg perfekt machen. Dagegen ist der Borussia die Tabellenführung im zeitgleichen Duell mit Manchester City nicht mehr zu nehmen. Beim bereits ausgeschiedenen Montpellier HSC bietet sich den Schalkern die Chance, das angeknackste Selbstbewusstsein aufzupolieren.
Ein Sieg beim Tabellenletzten der Gruppe B käme gerade recht, um verlorenen Kredit bei den Fans zurückzugewinnen. Schließlich gelangen in acht Pflichtspielen der vergangenen vier Wochen nur zwei Siege. Nach dem vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde vor zwei Wochen hatte Huub Stevens noch verkündet, beim französischen Meister nicht bedingungslos auf Sieg spielen zu wollen. "Für mich ist es nicht so wichtig, ob wir Erster oder Zweiter werden."
"Meinung geändert"
Im Anschluss an das 1:1 gegen Mönchengladbach aber vollzog der Coach eine Kehrtwende und stellte klar, dass es keinen Urlaubstrip ans Mittelmeer gibt. "Wir wollen Gruppensieger werden", betonte Stevens und erläuterte auf Nachfrage: "Ich habe meine Meinung geändert. Ich lerne ja auch dazu." Wahrscheinlich ist, dass Stevens eine maßvolle Rotation vornehmen wird. Nicht dabei ist Jefferson Farfán, der sich vor dem Abflug wegen Problemen mit dem Sprunggelenk abmeldete. Auch Ibrahim Afellay und Kyriakos Papadopoulos gehören erneut nicht zum Kader.
Dass Stevens in Montpellier nur eine B-Elf auf den Rasen schickt, glaubt Manager Horst Heldt nicht. Schließlich geht es nicht nur um den Gruppensieg und einen womöglich leichteren Gegner im Achtelfinale, sondern auch um eine Siegprämie von einer Million Euro. Heldt meint: "Wenn man in Frankreich ein gutes Ergebnis erzielt, ist das doch auch was wert. Es wird sicher die beste Mannschaft spielen, die wir zurzeit haben."
BVB feiert sich als "Hammer-Gruppen-Sieger"
Über schöpferische Pausen für den einen oder anderen Star wird derzeit auch in Dortmund diskutiert. Selbst eine Niederlage gegen den englischen Meister kann den Gruppensieg nicht mehr gefährden. Der BVB-Familie bietet sich deshalb die Chance, sich selbst zu feiern. Passende Accessoires für die Party gab es bereits Tage vor dem Anpfiff zu kaufen.
"HammerGruppenSieger!" steht auf den T-Shirts, die Fans aus Stolz über das bisher famose Abschneiden ihres Teams in der Königsklasse tragen. Für Jürgen Klopp liegt es nahe, über Rotation nachzudenken, er sagt: "Natürlich wird Ajax Amsterdam auf Hilfe von uns setzen, aber wir müssen leider auch an uns selber denken. Wir haben eine Reihe von angeschlagenen Spielern, werden aber etwas basteln. Es ist aber immer noch Champions League, und diesem Reiz werden wir Rechnung tragen. Es wird ein paar Veränderungen geben, aber wir werden eine Mannschaft bringen, die so frisch wie möglich ist."
"Ordentlich zu Ende bringen"
Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist ebenfalls zwiegespalten: "Wir wollen das ordentlich zu Ende bringen, aber die Konzentration gilt jetzt der Liga." Das soll sich in den letzten beiden Hinrundenspielen gegen Wolfsburg und in Hoffenheim bezahlt machen. Weitere Rückschläge im nationalen Ligabetrieb will der Tabellendritte unter allen Umständen vermeiden. Sicher fehlen wird Innenverteidiger Neven Subotic, der sich in München eine Leistenverletzung zuzog. Als weitere Kandidaten gelten Sven Bender und Robert Lewandowski. Für Edelreservisten wie Moritz Leitner oder Felipe Santana bietet sich die Chance, sich für weitere Einsätze zu empfehlen.
Kaum Interesse an der Europa League
Ob sie dabei auf große Gegenwehr der Gäste gefasst sein müssen, ist zumindest zweifelhaft. Das Starensemble aus England hat zwar noch die Chance, in der Europa League zu überwintern, doch traditionell löst die Aussicht auf diesen Wettbewerb bei City nicht gerade die allerhöchste Motivation aus. Außerdem hat City in der Premier League das Stadtderby mit Manchester United vor Augen. Für den ehemaligen Bundesliga-Profi und England-Kenner Uwe Rösler ist klar: "City wird sich jetzt absolut auf die nationale Meisterschaft konzentrieren. Dann kommt der FA-Cup und dann möglichweise die Europa League."
Drei Entscheidungen am Mittwoch
Wer neben den beiden deutschen Teams in der Champions League überwintert, ist bei den Dienstags-Spielen bereits geklärt. In der Gruppe A sind der FC Porto und Paris St. Germain, in der Gruppe B kommt neben Schalke der FC Arsenal weiter, in der Gruppe C sind der FC Malaga und der AC Mailand bereits durch, und in der Gruppe D steht hinter Dortmund Real Madrid als Gruppensieger fest. Spannend wird es am Mittwoch, wenn noch sechs Teams um die drei offenen Achtelfinal-Plätze streiten.
sid/dpa/ch | Stand: 04.12.2012, 08:54