Fußballwelt empört über Skandaltor
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5. Spieltag in der Champions League
Fußballwelt empört über Skandaltor
Der FC Barcelona und Schachtjor Donezk haben neben dem FC Bayern und dem FC Valencia am Dienstag vorzeitig das Achtelfinale der Champions League erreicht, Titelverteidiger FC Chelsea muss dagegen gewaltig zittern. Die Engländer unterlagen beim italienischen Rekordmeister Juventus Turin 0:3 (0:1) und rutschten in der Gruppe E mit 7 Punkten auf Rang drei ab.
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Nachdem "Schachtjor-Schurke" Luiz Adriano mit der unsportlichsten Aktion der bisherigen Champions-League-Saison für Wut und Empörung gesorgt hatte, musste der Brasilianer noch froh sein, das Spielfeld unverletzt verlassen zu haben. "Wir haben ihn danach ein paar Mal hart angegangen, aber das war nicht genug. Ich hatte große Lust, ihn umzuhauen. Aber das musste ja alles im erlaubten Rahmen bleiben", sagte sein Gegenspieler Jores Okore vom dänischen Meister FC Nordsjaelland nach der 2:5-Niederlage gegen Donezk: "Es war schwer für mich, kühlen Kopf zu bewahren. Sowas habe ich noch nie erlebt." Es war die 26. Minute, als sich Adriano mit dem Skandal-Tor des Jahres nicht nur in Dänemark zur neuen Hassfigur machte. Auch auf seiner Facebook-Seite wurde er übel beschimpft.
"Eine Unsportlichkeit, die ihresgleichen sucht", sagte Sky-Experte Lothar Matthäus. "Schachtjor, was erlaubt ihr euch? Eine himmelschreiende Ungerechtigkeit", kommentierte die italienische Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport.
Adriano bereut nichts
Der Gescholtene schien auch einen Tag nach dem Spiel unbeeindruckt von der Aufregung zu sein. "Ich freue mich sehr. Wir haben gewonnen", sagte Adriano vor dem Abflug der dänischen Zeitung Ekstra Bladet. Er betonte, er sei glücklich über alle Tore, "auch über das erste".
Doch was war passiert? Nach einem Schiedsrichterball seines Teamkollegen Willian, der eigentlich zum dänischen Torhüter Jesper Hansen gehen sollte, schnappte sich Adriano den Ball und sprintete los. An den verdutzten Abwehrspielern vorbei, alleine aufs Tor zu. Der völlig überrumpelte Hansen machte zwar noch einige verzweifelte Anstalten, den Ball abzuwehren, doch Adriano lief an ihm vorbei und erzielte das zwischenzeitliche 1:1.
Donezk-Trainer entschuldigt sich
"Adriano hat gesagt, es sei Instinkt gewesen. Ich entschuldige mich dafür", erklärte Donezk-Coach Mircea Lucescu bei der Pressekonferenz. Der ganze Vorfall war dem Rumänen sichtlich unangenehm, zumal auch die sofortige Wiedergutmachung kläglich scheiterte. Ein Teil der Gäste-Akteure wollte den Fauxpas des "Schachtjor-Schurken" (Extrabladet) ausgleichen und Nordsjaelland ohne Gegenwehr ebenfalls einen Treffer erzielen lassen. Allerdings hatte sich das nicht in alle Teile des Teams herumgesprochen - Taras Stepanenko verhinderte die Fair-Play-Geste.
Dänen hoffen auf nachträgliche Bestrafung
Diese hätte vielleicht auch Nordsjaellands Trainer und Spieler beruhigen können. "In meiner Welt war dies ein unsportliches Verhalten und eine Rote Karte wäre angemessen gewesen", sagte Coach Kaspar Hjulmand. Und Kapitän Nicolai Stokholm erklärte: "Ich habe auf meine Armbinde herunter geschaut. Da steht etwas von Respekt. Davon haben wir nicht viel gesehen."
Dem vermeintlichen Übeltäter störte auf dem Spielfeld die Anfeindungen seiner Gegner offensichtlich nicht. Er legte in der zweiten Halbzeit noch die Tore zum 4:2 und 5:2 nach. Diese aber völlig ohne faden Beigeschmack. Das war den Dänen aber auch völlig egal. Sie hoffen auf eine nachträgliche Bestrafung. "Ich weiß nicht, was angemessen ist", sagte Trainer Hjulmand: "Aber wenn wir es mit Fair Play im Fußball ernst meinen, müssen wir gegen so etwas hart vorgehen."
sid | Stand: 21.11.2012, 14:02