Bayerische Sorgen in der Champions League

David Alaba und Joshua Kimmich (r.)

Achtelfinale, Hinspiel:

Bayerische Sorgen in der Champions League

Der FC Bayern tritt mit Sorgen im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Juventus Turin an: Die verbliebenen Innenverteidiger haben nicht gerade das Gardemaß, um dem Gegner Angst einzuflößen.

Die Anspannung ist enorm, vor allem bei Pep Guardiola. Doch nicht nur dem Trainer, allen Beteiligten beim FC Bayern ist bewusst, dass sich die Mannschaft gegen das Fußball-Bollwerk von Juventus Turin am oberen Leistungslimit bewegen muss, um sich eine gute Ausgangsvoraussetzung für das Rückspiel zu verschaffen. "Wir brauchen die beste Leistung des Trainers, des Stabes, der Spieler'", sagt Guardiola. Das Achtelfinale soll für die Münchner noch lange nicht die Endstation in dieser Champions-League-Saison sein.

Drei Jahre kein Finale, kein Titel? Für Guardiola würde ein erneut frühzeitiges Ausscheiden wohl eine große Enttäuschung bedeuten. "Meine Freude hängt nicht vom Champions-League-Sieg ab", sagt Guardola zwar. Aber sollte er den europäischen Pokal auch diesmal nicht gewinnen, würde wohl auch er seine Mission in München als unvollendet ansehen. Und ausgerechnet jetzt fehlen der Mannschaft kopfballstarke Innenverteidiger.

Altbekannte Alternativen

Die Münchner müssen auch in Italien ohne drei verletzte Leistungsträger in der zentralen Defensive auskommen. Holger Badstuber (Knöchelbruch), Jerome Boateng (Muskelbündelriss) und Javier Martinez (Meniskusschaden) sind herbe Verluste für das Team und werden noch länger ausfallen. Den Bayern-Fans empfahl Guardiola aufgrund der Abwehrnöte: "Wir müssen die Daumen drücken."

Die Alternativen sind die, die ihre Sache auch schon in der Bundesliga ordentlich gemacht haben: Joshua Kimmich und David Alaba. Denn weder der gerade erst verpflichtete Serdar Tasci (Trainingsrückstand) noch der gerade von einer Muskelverletzung genesene Mehdi Benatia dürften schon in der Lage sein, sich als ernsthafte Alternativen für einen individuell äußerst stark besetzten Gegner wie Turin aufzudrängen.

Ernste Größenprobleme

Allerdings haben Kimmich und Alaba ein Größenproblem für die Position des Innenverteidigers. Und auch die vermeintlichen Außenverteidiger Philipp Lahm und Juan Bernat sind alles andere als groß gewachsene Profis. Keiner aus dem Quartett misst mehr als 1,80 Meter. Ein Manko gegen robuste Juventus-Stürmer wie Mario Mandzukic (1,87 Meter), der sich pünktlich zum Treffen mit seinem ungeliebten Ex-Coach Guardiola aus dem Verletztenstand zurückmeldete. Dennoch sagt Guardiola: "Unser Innenverteidiger heißt Kimmich."

"Körpergröße können wir uns nicht schnitzen", bemerkte Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer. "Man kann alles verteidigen", sagt Philipp Lahm, der in Turin sein 100. Königsklassenspiel absolvieren wird. Außerdem hätte die Bayern-Abwehr auch noch den größten Torhüter hinter sich, merkte Lahm mit einem Lächeln an. Sein Kollege Manuel Neuer wird das Lob gerne gehört haben.

In der Offensive keine Sorgen

Zudem dürfte Guardiola im Mittelfeld für eine kompakte Einheit sorgen, die möglichst viele gegnerische Angriffe vom eigenen Tor fern hält, um seine Innenverteidiger aus zu vielen Zweikämpfen herauszuhalten. Zu Xabi Alonso könnte sich auf der Position Doppelsechs noch der kampfstarke Arturo Vidal gesellen, der seine ehemalige Kollegen noch sehr gut kennen und bekämpfen dürfte.

Zumindest im Angriff sind die Bayern gegen Turin gut aufgestellt. Mit Robert Lewandowski, Thomas Müller, Douglas Costa und Arjen Robben steht dem Trainer eine große Portion Offensivkraft für die Startelf zur Verfügung. Dazu kommen noch als Joker Franck Ribéry und Kingsley Coman.

Juves Torhüterlegende Gianluigi Buffon (38) ist seit neun Spielen (836 Minuten) ohne Gegentor. Dass sich die Bayern zu wenige Torchancen heraus spielen könnten, davor dürften sie allerdings die geringste Angst haben.

Stand: 23.02.2016, 08:30

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