Ancelotti - Kein Platz für Neymar, Mbappé und Cavani

Carlo Ancelotti

Fakten-Check vor Bayerns Königsklassen-Duell mit Paris

Ancelotti - Kein Platz für Neymar, Mbappé und Cavani

Die auf dem Transfermarkt konservativen Münchener bei den Neureichen von Paris St. Germain - in der Königsklasse treffen zwei Kulturen aufeinander. Bayern-Coach Carlo Ancelotti will dabei die Kreise der PSG-Superstars massiv einengen - ein Fakten-Check.

Die Ausgangslage

Es ist das Topspiel der Champions-League-Gruppe B. Sowohl Paris als auch die Bayern haben ihre Auftaktspiele klar gewonnen. Die Franzosen triumphierten bei Celtic Glasgow mit 5:0, die Münchner besiegten daheim den RSC Anderlecht mit 3:0. Fest steht, dass die beiden Topklubs den Gruppensieg unter sich ausmachen werden.

Die aktuelle Form

Das Starensemble von Paris hat am vergangenen Spieltag der französischen Ligue 1 Punkte liegen lassen. Mit Julian Draxler in der Startelf kam PSG beim HSC Montpellier nicht über ein 0:0 hinaus. Neymar fehlte wegen  einer Fußverletzung, dennoch sieht es in der Tabelle weiter gut aus. Paris, das die ersten sechs Saisonspiele allesamt gewonnen hatte, liegt mit 19 Punkten vor Titelverteidiger AS Monaco und Rekordmeister AS St. Etienne an der Spitze.

Die Münchner Bayern konnten vor dem Gipfeltreffen ebenfalls keinen Sieg einfahren. Gegen den VfL Wolfsburg kam der Meister daheim nur zu einem 2:2 - und das trotz einer 2:0-Führung. In der Tabelle reicht es zurzeit nur zu Platz drei.

Arjen Robben - "Geld schießt keine Tore"

Sportschau | 27.09.2017 | 02:41 Min.

Die Trainer-Stimmen

Bayern-Coach Carlo Ancelotti stellt klar: "Es wird ein wichtiges und prestigeträchtiges Spiel, aber es wird nicht entscheidend. Sehr wichtig wird die Defensivarbeit. Wir müssen kompakt stehen und Neymar, Cavani und Mbappe keinen Platz geben."

PSG-Trainer Unai Emery bekundet Respekt: "Bayern ist eine große Mannschaft mit einer großen Geschichte, die den Titel gewinnen will. Wir werden alles geben müssen."

Rummenigge sieht Bayern im Vorteil

Paris St. Germain hat im Sommer groß zugeschlagen auf dem Transfermarkt. Allein für Neymar und Mbappé gab der Klub rund 400 Millionen Euro aus und avancierte damit zu Europas neuer Fußballmacht. Soviel Geld hat der FC Bayern nicht. Experten befürchten deshalb, der Rekordmeister werde international bald den Anschluss verlieren. Die Münchner wollen die Antwort auf dem Platz geben.

Deshalb ist die Partie weitaus mehr als nur ein Gruppenspiel, in dem es um die Tabellenführung geht. "Wir haben mehr Erfahrung in der Champions League", sagt Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge und fordert: "Diesen Vorteil müssen wir ausspielen." Auch Arjen Robben gibt sich kampfeslustig. "Paris hat schon ein paar Euros mehr ausgegeben als wir", sagt der Niederländer. Aber Geld schieße keine Tore, meint er: "Qualität auf dem Platz schießt Tore. Gute Mannschaften schießen Tore."

Die Personallage

Carlo Ancelotti kann auf seine komplette Kapelle zurückgreifen. Der Coach: "Es sind alle fit. Deshalb wird die Aufstellung nicht einfach." Mit dabei ist auch David Alaba, der nach einer Fußverletzung einen Kaltstart auf der linken Abwehrseite hinlegen könnte. Ein Spezialauftrag kommt auf Joshua Kimmich zu, der Neymar bremsen soll. Viel wird im Parc des Princes auch von Torwart Sven Ulreich abhängen, der zuletzt beim 2:2 gegen den VfL Wolfsburg beim ersten Gegentor böse gepatzt hatte.

Bei Paris wird Julian Draxler wohl zunächst auf der Bank sitzen. Genau wie Torwart Kevin Trapp, der seinen Platz vorerst an Alphonse Areola verloren hat. Neymar war leicht angeschlagen, wird aber trotz einer Fußblessur auflaufen, sagte Emery.

Kindischer Streit im Starensemble

Neymar da Silva Santos Junior

Alle Augen auf ihn: Neymar da Silva Santos Junior im Pariser Trikot

Paris-Trainer Unai Emery muss sich derzeit mit einem fast schon kindischen Streit unter seinen Stars beschäftigen. Beim 2:0 gegen Olympique Lyon forderte Neymar nach einem Elfmeterpfiff den Ball, doch Edinson Cavani bestand auf die Ausführung - und verschoss. In der Kabine kam es danach fast zu einer Prügelei. Die "l'affaire du penalty" schwelt bis heute, die Streithähne sprechen nicht mehr miteinander. Vorstandschef Nasser Al-Khelaifi soll Cavani eine Million Euro geboten haben, sollte der zugunsten Neymars auf sein Elfmeter-Vorrecht verzichten, der lehnte diesen Vorschlag aber ab.

In der Mannschaft rumore es, schreibt das Fachblatt "L'Equipe" und sieht die Autorität von Trainer Emery bröckeln. Einige etablierte Stars neiden Neymar offenbar dessen Gehalt. Der Brasilianer verdient stolze 3,069 Millionen Euro im Monat und bekommt dann noch geschätzte 20 Millionen an Prämien im Jahr.

Bayerns Bilanz gegen Paris

Bayern gegen Paris – dieses Duell gab es in der Champions League insgesamt sechs Mal, und zwar jeweils in der Vorrunde. Die Bilanz spricht für die Franzosen. PSG fuhr vier Siege ein, die Münchner gewannen nur zwei Mal und in Paris konnten sie noch überhaupt nicht gewinnen. 1994 gab es eine 0:2-Pleite, 1997 setzte es ein 1:3, und 2000 ein 0:1 aus Sicht der Bayern.

Die voraussichtlichen Aufstellungen

Paris St. Germain: Areola - Dani Alvis, Marquinhos, Thiago Silva, Kurzawa - Verratti, Thiago Motta, Rabiot - Mbappé, Cavani, Neymar

Bayern München: Ulreich - Kimmich, Boateng, Hummels, Alaba - Tolisso, Vidal - Thiago - Robben, Lewandowski, Ribéry

 Schiedsrichter: Antonio Mateu Lahoz (Spanien)

red/sid/dpa | Stand: 27.09.2017, 08:30

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