"Revolutionäres" Real vor Pflichtaufgabe AS Rom

Ronaldo, Casemiro und Vazquez jubeln

Champions-League-Achtelfinale

"Revolutionäres" Real vor Pflichtaufgabe AS Rom

Bei Real Madrid hat unter Trainer Zinedine Zidane ein schleichender Umbruch stattgefunden, Spieler aus der zweiten Reihe rücken in den Fokus. Gegen den AS Rom sollen die Jungstars das Viertelfinale der Champions League perfekt machen.

Der Einzug in das Champions-League-Viertelfinale soll für Real Madrid nur eine Formsache sein, doch Dienst nach Vorschrift können sich viele Stars nach einer bislang missratenen Saison nicht mehr leisten. Beim Rückspiel gegen AS Rom am Dienstag dürfte nach dem 2:0 in Italiens Hauptstadt normalerweise nichts mehr schiefgehen. Spannend könnte indes werden, ob Real-Eigengewächse weiter den Vorzug vor einigen Arrivierten bekommen.

Zidanes Revolution

Seit der 0:1-Pleite im Derby gegen Atlético vor eineinhalb Wochen, mit der sich Real mit zwölf Punkten Rückstand auf Erzrivale FC Barcelona endgültig aus dem Meisterrennen verabschiedete, setzt Trainer Zinedine Zidane auf den Nachwuchs. Mit Erfolg. Bei UD Levante (3:1) und gegen Celta Vigo (7:1) gehörten die Mittelfeldspieler Casemiro (24) und Lucas Vazquéz (24) zu den Besten, auch der junge Stürmer Borja Mayoral (18) begeistert Fans und Medien.

Die Zeitung "AS" nennt die jüngste Entwicklung eine "Revolution". "Casemiro und Vázquez geben dem Projekt Zidane Impulse", hieß es. Weltmeister Toni Kroos, der keine brillante Saison spielt, muss einen Gang zulegen. Vor allem aber die für viel Geld geholten Filigrantechniker Isco und James Rodriguez geraten wegen ihrer Zweikampfschwäche in die Kritik. Laut Medien hat Clubboss Florentino Pérez sein Urteil gefällt: Beide werden nach Saisonende verkauft.

"Wir müssen voll in die Zweikämpfe gehen, mehr Duelle gewinnen", hatte Zidane nach der Atlético-Pleite gefordert, bei der der Gegner insgesamt elf Kilometer mehr gelaufen war. Beim Kantersieg am Samstag gegen Vigo spulten die Schützlinge des Franzosen immerschon schon deutlich mehr Kilometer ab - allen voran Vázquez und Casemiro, mit 12,6 beziehungsweise 11,7.

Champions-League-Titel zur "Rettung" der Saison?

Revolution hin oder her: Nur mit dem Titel in der Königsklasse kann Real die Saison wohl retten. Gegen Rom fehlt lediglich der weiter angeschlagene Stürmer Karim Benzema. Kroos, am Wochenende wegen Grippe außer Gefecht, kehrt ebenso wie Luka Modric in den Kader zurück. Im Mittelfeld herrscht also ein Überangebot. Wer spielen wird? Kaum zu beantworten.

Miralem Pjanic gegen Luka Modric

Roms Spielmacher Miralem Pjanic gegen Luka Modric

Außer Frage scheint derweil für alle die es mit den Spaniern halten, zu stehen, dass Real eine jahrzehntelange Negativserie beenden und erstmals nach 1987 wieder gegen ein italienisches Team weiterkommen wird. Doch trotz der sehr komfortablen Ausgangslage für Real ist die Roma keine Laufkundschaft.

Starke Form der Roma

In der Serie A läuft es für den Haupstadtklub seit Amtsantritt des neuen Trainers Luciano Spalletti nämlich wieder: Sieben Siege in Folge feierte die Mannschaft um den starken Spielmacher Miralem Pjanic zuletzt in Folge, nur unterbrochen durch das 0:2 gegen die Königlichen. Am Wochenende gelang sogar gegen den direkten Konkurrenten im Kampf um Platz drei, den AC Florenz, ein beeindruckendes 4:1.

Dennoch gleicht die Herausforderung, in Madrid einen Zwei-Tore-Rückstand aufzuholen einer Herkulesaufgabe. Antonio Rüdiger, der 23 Jahre alte deutsche Nationalverteidiger im Dienste der Römer muss wegen einer Zerrung am rechten Oberschenkel auch noch passen. Die Vorzeichen stehen also trotz der irgendwie in den letzten Jahren immer so ein wenig schwelenden kleinen Krise bei den Madrilenen alle klar auf "Vorteil Real". Gerade auch, weil sich die etablierten Spieler der Spanier keinen Schlendrian (mehr) erlauben können und die Jungen auf ihre Chance brennen.

dpa/red | Stand: 08.03.2016, 08:30

Darstellung: