Wolfsburg verschafft sich gute Ausgangsposition

Max Kruse und Christian Träsch

KAA Gent - VfL Wolfsburg 2:3

Wolfsburg verschafft sich gute Ausgangsposition

Der VfL Wolfsburg hat sich in der Champions League bei KAA Gent eine hervorragende Ausgangsposition für das Erreichen des Viertelfinales verschafft. Trotzdem ärgerte sich Doppeltorschütze Julian Draxler am Ende über zwei späte Gegentreffer.

"Wir wissen, dass wir eine überragende Ausgangslage noch verspielt haben", sagte der Nationalspieler. Dank der Geniestreiche Draxlers steht der VfL Wolfsburg aber vor dem nächsten historischen Erfolgserlebnis. Im ersten Champions-League-Achtelfinale der Vereinsgeschichte gewann der Fußball-Bundesligist das Hinspiel beim belgischen Meister KAA Gent mit 3:2 (1:0). Eine noch bessere Ausgangslage verspielten die Niedersachsen durch mangelnde Konzentration in der Schlussphase.

"Im Moment überwiegt der Ärger über die späten Gegentore", kommentierte Wolfsburg-Trainer Dieter Hecking kurz nach dem Abpfiff. "Es ist schade, dass wir nach einem 80 Minuten lang überragenden Vortrag in der Champions League den Gegner am Ende noch zu zwei Treffern eingeladen haben."

Sehenswerte Draxler-Treffer

Nach zwei sehenwerten Draxler-Treffern (44./54. Minute) und dem Tor von dessen Nationalmannschaftskollege Max Kruse (60.) schien der Einzug in die Runde der besten acht Teams der Königsklasse schon vor dem Rückspiel am 8. März praktisch perfekt. Die Anschlusstreffer durch Sven Kums (80.) und Kalifa Coulibaly (89.) veränderten die positive Ausgangslage aber wieder. "Wir haben einen Gang zurück geschaltet. Das war der Fehler", sagte Draxler.

"Solche Fehler passieren uns in letzter Zeit zu häufig", ergänzte Kruse. "Man muss das bis zum Ende durchbringen, konzentriert durchbringen", monierte auch Geschäftsführer Klaus Allofs. Der angekündigte Ansturm der Büffel genannten Belgier blieb vor 19.999 Zuschauern in der ausverkauften Arena bis auf die heftige Drangperiode kurz vor Schluss aus. Die Wolfsburger erspielten sich schnell ein Übergewicht, doch gefährlich in den Strafraum kamen sie zunächst nur selten. Erfolgversprechende Möglichkeiten gab es keine, bis der aus Freiburg ausgeliehene Stefan Mitrovic (25. Minute) beinahe ein Eigentor produziert hätte, den Ball aber knapp neben den Pfosten setzte.

Schürrle zunächst draußen

Zuvor war Kruse (19.) allein Richtung Tor marschiert, verfolgt von vier KAA-Akteuren, und strauchelte bei seinem Dribbling. In der Offensive spielte Kruse zunächst ohne Nationalmannschaftskollege André Schürrle als Nebenmann. Der Weltmeister saß auf der Bank und kam erst kurz vor der Halbzeit-Pause für den bei einer Rettungstat am linken Knie verletzten Sebastian Jung ins Spiel. Bei Jung besteht der Verdacht auf Riss des Innenbandes.

Größere Diskussionen hatte zuvor die Defensivbesetzung des VfL verursacht. Wegen der Gelbsperre von Naldo verteidigten der fehleranfällige Dante und Champions-League-Debütant Robin Knoche zentral - wurden aber vorerst durch die zuvor von Trainer Dieter Hecking hochgelobten Belgier nicht vor allzu knifflige Aufgaben gestellt. Wütende Proteste der KAA-Fans gab es, als Dante seinen Kontrahenten Laurent Depoitre (39.) kurz vor der Strafraumgrenze auflaufen ließ, Schiedsrichter Svein Oddvar Moen (Norwegen) aber nicht pfiff. Koen Casteels hatte lange wenig zu tun. Der belgische Ersatzmann des verletzen VfL-Stammkeepers Diego Benaglio wurde in seiner Heimat nur selten geprüft. Gent kam kaum zu einem geordneten Spielaufbau.

Konter der Gastgeber verhindert

Auch die meisten Konter konnten die Gastgeber nicht ausspielen. Wolfsburgs Plan funktionierte und wurde von Draxler veredelt. Thomas Foket wurde vom Ex-Schalker im Zweikampf düpiert. Nach feinem Doppelpass mit Vierinha schob Draxler aus etwa 14 Metern zur verdienten Führung ein. Dass kurz darauf Jung mit dicker Bandage zur Bank geführt wurde, war der Wolfsburger Wermutstropfen. In der zweiten Halbzeit machte Gent etwas mehr Druck. Doch Draxler zauberte weiter.

Ein Beinschuss gegen Depoitre, ein Lupfer über Torwart Matz Sels - Wolfsburg führte 2:0. Der Wille der Hausherren war dahin. Kruse erhöhte kurz darauf nach schöner Vorarbeit von Christian Träsch. Erst in der Schlussphase geriet Wolfsburg gehörig ins Wackeln. Kums nutzte dies zum Anschlusstor, bei dem Casteels nicht schnell genug reagierte. Auch danach musste der Schlussmann noch einige Male parieren und war gegen Coulibaly doch machtlos. Immerhin reichte es noch zum knappen Erfolg.

sid/dpa | Stand: 17.02.2016, 23:11

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