Leverkusen verschenkt Punkte in Borissow

Bayers Bellarabi gegen Aleksandr Volodko

Bate Borissow - Bayer 04 Leverkusen 1:1

Leverkusen verschenkt Punkte in Borissow

Admir Mehmedi hat Bayer Leverkusen mit einem frechen Lupfertor die kleine Restchance auf den Einzug ins Achtelfinale der Champions League bewahrt.

Der Schweizer traf am Dienstagabend in der 68. Minute zum insgesamt verdienten 1:1 des Werksclubs bei Bate Borissow. Die Weißrussen waren bereits nach 68 Sekunden durch einen Treffer von Michael Gordejchuk nach dickem Patzer von Torwart Bernd Leno in Führung gegangen.

Fest steht: Nur mit einem eigenen Sieg gegen den spanischen Titelverteidiger um Lionel Messi & Co. im letzten Gruppenspiel am 9. Dezember kann Bayer das erste Aus in der Champions League schon vor Weihnachten seit 16 Jahren vermeiden. Immerhin das Trostpflaster Europa League ist mit dem Remis fast gesichert, sofern Borissow in zwei Wochen nicht in Rom gewinnen kann.

Bayer-Trainer Roger Schmidt sagte : "Es ist sehr ärgerlich, dass wir nicht gewonnen haben. Durch das frühe Gegentor sind wir nicht wie gewünscht in unseren Rhythmus gekommen", und fügte hinzu: "Wir hatten genügend Chancen um zu gewinnen, was auch verdient gewesen wäre. Wir haben nur einen Schuss aufs Tor bekommen, und der war drin. Das ist schade." Rudi Völler ergänzte: "Fast ist der Worst Case eingetreten, aber so bleiben wir wenigstens Dritter. Das ist in dieser Gruppe keine Schande. Die erste Halbzeit war nichts, das war schwach, vielleicht wegen des Schocks zu Beginn. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht."

Früher Schock für Leverkusen

Leverkusen wurde bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt richtig kalt erwischt. Die zweite Minute war gerade angebrochen, da lag der Ball schon im eigenen Netz. Dem Schuss von Gordejchuk waren mehrere Defensivfehler vorausgegangen. Kapital war der Lapsus von Torwart Leno, dem der Ball durch Hände und Beine flutschte.

Die Reaktion seiner Kollegen auf den wie beim 2:3 in Rom schon früh hingenommenen Rückschlag war dürftig. Erst einmal war Sicherheit gefragt - die dann eingeleiteten Offensivaktionen hatten sich meist schon deutlich vor dem Strafraum erledigt.

Bequem konnten die Weißrussen einen Abwehrring vor dem eigenen Strafraum aufziehen. Bayer fehlten Inspiration und Tempo. Zumeist versuchte man sich aus Mangel an Alternativen mit Distanzschüssen, denen wie von Karim Bellarabi (32.) oder Mehmedi (39.) aber Präzision und Schwung fehlten - wie dem Bayer-Spiel insgesamt.

Erst in der 45. Minute gab es die erste richtige Torchance. Javier Hernandez kam nach Mehmedi-Vorarbeit frei zum Schuss, scheiterte aber an Bate-Torwart Sergej Tschernik. Bayer-Sportdirektor Rudi Völler hatte seinen Platz auf der Tribüne da schon mit grimmiger Miene verlassen.

Sehenswerter Ausgleich durch Mehmedi

Der Start in die zweite Halbzeit machte immerhin schon ein bisschen Hoffnung. Die Kombinationen liefen nun schneller. Und es gab auch mehr gefährliche Aktionen vor dem Bate-Tor. Hernandez versuchte sich mit einem Schuss, der dem Gehäuse schon mal näher kam. Dann boten sich Bellarabi (49./53.) gleich zwei Gelegenheiten. Der Nationalspieler war nun wie Hernandez ein Aktivposten. Der Mexikaner hatte die nächste Gelegenheit (54.), doch er schlug einen Haken zu viel.

Sehenswert war dann der Ausgleich. Hakan Calhanoglu bugsierte den Ball in den Strafraum. Mehmedi zögerte nicht und lupfte das Spielgerät sehenswert direkt aus der Luft ins lange Toreck. Mit dieser Variante hatten die Weißrussen in dem Moment offenbar nicht gerechnet. Jetzt drängte Leverkusen sogar mehr auf den Siegtreffer als Borissow, das im Vorjahr immerhin den FC Bayern im heimischen Stadion besiegen konnte. Wendell (87.) wäre sogar fast noch das 2:1 geglückt.

Statistik

Fußball · Champions League · 5. Spieltag 2015/2016

Dienstag, 24.11.2015 | 18.00 Uhr

FC BATE Borissow

Tschernik – Schawnertschik, Poljakow, Milunovic, Mladenovic – A. Wolodko (78. Nikolic), Jablonski, Hleb (73. Karnizkij) – Rios (46. M. Wolodko), Mosolewski –

1

Bayer 04 Leverkusen

Leno – Donati, Tah, Ramalho, Wendell – Kramer, Kampl – Bellarabi, Calhanoglu (78. Brandt), Mehmedi (89. Jurtschenko) – Chicharito

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Gordejtschuk (2.)
  • 1:1 Mehmedi (68.)

Strafen:

  • gelbe Karte Gordejtschuk (1 )
  • gelbe Karte Hleb (1 )
  • gelbe Karte Kampl (2 )
  • gelbe Karte Poljakow (2 )
  • gelbe Karte Wendell (2 )
  • gelbe Karte M. Wolodko (2 )
  • gelbe Karte Donati (1 )

Zuschauer:

  • 12601

Schiedsrichter:

  • Clement Turpin (Frankreich)

red/sid/dpa | Stand: 24.11.2015, 20:55

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