Manuel Pellegrini hat ein Guardiola-Problem

City-Coach Manuel Pellegrini

Manchester City

Manuel Pellegrini hat ein Guardiola-Problem

Von Marco Schyns

Seit bekannt ist, dass Pep Guardiola im Sommer das Traineramt von Manuel Pellegrini bei Manchester City übernimmt, hat der Klub drei von vier Spielen verloren. Nun wartet Kiew in der Champions League.

Es war eine böse Klatsche, die sich Manchester City am vergangenen Wochenende im FA-Cup-Achtelfinale beim FC Chelsea abholte. Der Schuldige für die 1:5-Pleite war für die englische Presse schnell gefunden: Trainer Manuel Pellegrini. Der Chilene schickte eine Elf auf den Rasen, die bestenfalls die Bezeichnung B-Elf verdiente, wenn überhaupt. Mit Tosin Adarabioyo, Aleix García, Manu García, Bersant Celina und David Faupala - Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich - standen gleich fünf Spieler in der Startelf, die offiziell nicht einmal im Profi-Kader aufgeführt werden.

Diese Rotation ist nicht alleine mit der aktuellen Verletzungsmisere des Teams zu erklären. Es scheint, als habe Pellegrini das Aus im FA-Cup hingenommen - um seine Starspieler für die Champions-League-Partie bei Dynamo Kiew (Mittwoch, 20.45 Uhr) zu schonen. Auch wenn die Königsklasse bei Manchester City Vorrang hat, kam das leichtfertig herbeigeführte Aus im Pokal überraschend. Schließlich war das wohl die letzte realistische Chance auf einen großen Titel in dieser Saison.

Bittere Niederlagen in der Premier League

Während ein Erfolg in der Champions Leauge bei Konkurrenten wie Barcelona, Bayern und Real Madrid ohnehin eine Riesen-Überraschung wäre, hat City auch in der Premier League zuletzt Federn lassen. Nach Heim-Niederlagen gegen direkte Titelkonkurrenten (1:3 gegen Leicester City und 1:2 gegen Tottenham Hotspur) beträgt der Rückstand des Tabellenvierten auf die Spitze bereits sechs Punkte.

Die Spieler von ManCity hatten zuletzt nicht viel Grund zum jubeln

Die Spieler von ManCity hatten zuletzt nicht viel Grund zum jubeln

Dabei galt City Ende Januar noch als Favorit auf die Meisterschaft. Das bereits feststehende Ende der Amtszeit von Pellegrini aber scheint das Team mehr zu beeinflussen, als anfangs angenommen. Einen Tag nach der Verkündung, dass Pep Guardiola ab Sommer das Traineramt in Manchester übernimmt, siegte man noch mit 1:0 beim Abstiegskandidaten Sunderland. Seither aber setzte es nur noch Niederlagen - und in England werden erste Stimmen laut, die darin einen Zusammenhang sehen, das Guardiola-Problem.

Ligapokal zu wenig für die Ansrpüche

"Ich muss mich nicht verteidigen", sagte Pellegrini nach dem FA-Cup-Desaster bei Chelsea. Seine Prioritäten seien klar verteilt. Niemand will dem Chilenen die Professionalität oder Motivation absprechen, aber die jüngsten Ergebnisse geben Grund zur Annahme, dass die Trainer-Thematik nicht spurlos am Team vorbeigeht.

Betrachtet man zusätzlich die Vielzahl an Verletzten und formschwachen Akteuren, ist das Duell mit Dynamo Kiew keinesfalls ein Selbstläufer. Mit Eliaquim Mangala, Fabian Delph, Kevin de Bruyne, Samir Nasri, Jesús Navas und Wilfried Bony fehlen sechs potenzielle Stammspieler. Zudem suchen Nicolas Otamendi, David Silva und auch 62-Millionen-Neuzugang Raheem Sterling nach ihrer Topform.

Gelingt gegen Kiew nicht der lange erwartete Befreiungsschlag, dürfte die Unruhe um Trainer Manuel Pellegrini größer werden. Daran würde wohl auch ein möglicher Gewinn des Capital One Cups am Sonntag im Finale gegen den FC Liverpool nichts ändern. Der Ligapokal gilt in England schließlich nur als kleiner Titel - und ist eindeutig zu wenig für die Ansprüche der Scheichs.

Stand: 24.02.2016, 08:00

Darstellung: