Attacke oder Vorsicht? Die Fakten vor dem BVB-Spiel gegen Real Madrid

Champions League, 2. Spieltag

Attacke oder Vorsicht? Die Fakten vor dem BVB-Spiel gegen Real Madrid

Bläst Borussia Dortmund auch in der Champions League gegen Real Madrid zur Attacke? Oder lassen es die Dortmunder vorsichtiger angehen? Die Fakten vor dem Spiel.

Die Ausgangslage

Das 1:3 bei Tottenham Hotspur vom 1. Champions-League-Spieltag ist für Borussia Dortmund eine schwere Hypothek. Der Druck auf den defensiv anfälligen BVB ist nach dem Fehlstart in die Königsklasse bereits groß. "Wir wissen, dass es wirklich eine Mammutaufgabe wird", warnte Mario Götze vor dem Schlagerspiel mit Real Madrid am Dienstag (26.09.2017).

Die aktuelle Form

Dortmund zauberte zuletzt in der Liga Traumtore im Rausch. Diese offensive Brillanz soll auch der wankende Gigant Real zu spüren bekommen. Das System des neuen Trainers Peter Bosz greift erstaunlich schnell, in der Bundesliga überrollte der BVB die Gegner regelrecht mit Power-Fußball. 16 Punkte und 19:1 Tore nach sechs Spielen bedeuten den besten Saisonstart der BVB-Historie und die beste Tordifferenz überhaupt in der Bundesliga-Geschichte.

Außerdem kann die Borussia auf ihre Heimstärke bauen. In der Liga ist sie seit 41 Heimspielen ungeschlagen, auch in sechs Partien gegen  Real vor eigenem Publikum gab es keine Niederlage. Entsprechend selbstbewusst geht der BVB das Spiel an. "Wir gehen da mit breiter Brust rein und wollen ein Zeichen setzen", sagte etwa Julian Weigl.

Die Taktik

BVB-Trainer Peter Bosz

BVB-Trainer Peter Bosz

In der Champions League muss die Borussia möglicherweise zurückhaltender agieren, um von Weltstars wie Cristiano Ronaldo nicht abgekocht zu werden. Kardinalfrage ist: Wie viel rauschhaften Angriffswirbel kann sich der BVB gegen den abgezockten Titelverteidiger leisten? Nach der Niederlage bei Tottenham Hotspur war Trainer Bosz jedenfalls ziemlich ernüchtert: "Wenn man so spielt, sind die Räume hinter der Verteidigung riesengroß. Das haben wir nicht gut gemacht. Bei den Gegentoren waren wir zu lieb."

Ein Offensivspektakel um jeden Preis soll es nicht geben. Sportdirektor Michael Zorc betonte, ein Sieg sei keine Pflicht: "Man kann gegen Real auch mal verlieren. Das soll es gegeben haben. Es ist ja erst ein Spieltag gespielt." Wählt Schwarz-Gelb dennoch wieder den Angriff? "Du brauchst gegen Madrid viel Selbstbewusstsein", betonte Zorc, "und das können wir haben nach den vergangenen Wochen." Bosz hofft, dass sich im Dortmunder Stadion Magie entfaltet: "Die Champions League ist eigentlich einfach. Du musst deine Heimspiele gewinnen, dann hast du eine gute Chance." Das spricht dann eher doch für Attacke.

Der Problembereich

Spannend wird sein, ob die BVB-Defensive dem Real-Druck standhält. Dass die Bundesliga-Bilanz mit nur einem Gegentor trügerisch ist, wissen alle im Verein. "Es gab Spiele, in denen wir es noch nicht gut gemacht haben und trotzdem kein Tor kassiert haben", sagte Bosz.

Borussia Dortmund vor der Reifeprüfung

Sportschau | 26.09.2017

Zorc mahnte auch nach dem 6:1 gegen Borussia Mönchengladbach: "Wir müssen bei eigenem Ballbesitz sehr, sehr sorgfältig sein. Die Fehler, die wir gemacht haben, hätte Real anders bestraft." Zorc fordert deutlich mehr Konzentration der selbst beim Schützenfest gegen Mönchengladbach phasenweise wackligen Abwehr.

Das Personal

Marco Reus

Marco Reus

Aktuell hat sich kein BVB-Profi verletzt. Es fehlen weiterhin die Langzeitverletzten Marcel Schmelzer, (Sprunggelenk), Raphael Guerreiro (Knöchel-Operation), Sebastian Rode (Stressreaktion des Knochens), Erik Durm (Hüfte) und Marco Reus (Kreuzbandanriss).

Die BVB-Bilanz gegen Real Madrid

Real Madrid liegt dem BVB. Seit 2012 sind die "Königlichen" so etwas wie ein Dauergegner. Das jetzige Gruppenspiel ist bereits das neunte Aufeinandertreffen beider Teams in den vergangenen fünf Jahren. Die Bilanz der Dortmunder in diesen Spielen ist bei drei Siegen, drei Remis und zwei Niederlagen positiv.

In der Vorsaison schloss der gegen Madrid zu Hause ungeschlagene BVB seine Gruppe als Sieger ab - vor Real. Beide Duelle endeten 2:2. Auch der Schiedsrichter könnte ein gutes Omen sein: Björn Kuipers leitete auch das Halbfinal-Hinspiel 2013, in dem der BVB Real mit 4:1 abschoss.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Borussia Dortmund: Bürki - Piszczek, Sokratis, Bartra, Toljan - Dahoud, Sahin, Götze - Jarmolenko, Aubameyang, Philipp. - Trainer: Bosz

Real Madrid: Navas - Carvajal, Varane, Ramos, Nacho - Casemiro - Modric, Kroos, Isco - Bale, Ronaldo. - Trainer: Zidane

Schiedsrichter: Björn Kuipers (Niederlande)

Thema in: Tagesthemen, Das Erste, Dienstag, 22.15 Uhr

Stand: 26.09.2017, 08:30

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