FC Bayern und die Tücke der Formsache

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Achtelfinale der Champions League

FC Bayern und die Tücke der Formsache

Nach dem Kantersieg gegen den FC Arsenal im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals denken viele, das Weiterkommen des FC Bayern sei Formsache. Ein gefährlicher Gedanke, wie ein Blick in die Historie zeigt.

Nach allen Regeln der Fußballkunst hatte Bayern München den FC Arsenal im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinales auseinandergenommen. Ein demütigendes 1:5 stand am Ende der Partie aus Sicht des Premier-League-Klubs. Das Erreichen des Viertelfinales sollte also für die Münchner nur noch eine Pflichtübung sein. Doch so denken nicht alle - allen voran nicht Bayern-Trainer Carlo Ancelotti. Und er hat sehr gute Gründe dafür.

Ancelotti ein gebranntes Kind

Der italienische Trainer ist nämlich ein gebranntes Kind, was vermeintliche Selbstläufer angeht. Davon zeugen zwei dunkle Kapitel in seiner schillernden Karriere. Im Jahr 2004 schied er mit dem AC Mailand im Viertelfinale der Königsklasse nach einem 4:1-Heimsieg gegen Deportivo La Coruña aus. In Spanien ging seine Mannschaft 0:4 unter. Einen höheren Rückstand als "Depor" hat bis heute keine Mannschaft in der Champions League aufgeholt.

3:0 im Champions-League-Finale verspielt

Nur ein Jahr später kam es für Ancelotti noch dicker in einer einzigen Partie, ausgerechnet im Endspiel der Königsklasse. Milan führte gegen den FC Liverpool zur Pause scheinbar uneinholbar 3:0 - aber eben nur scheinbar. Die Briten legten mit dem heutigen Bayern-Profi Xabi Alonso eine spektakuläre Aufholjagd hin, glichen zum 3:3 aus und triumphierten schließlich im Elfmeterschießen.

Mertesacker will Kampf sehen

"Ich möchte mich nicht einreihen in die Gruppe derer, die so was mal vergeben haben", graut beispielsweise Münchens Verteidiger Mats Hummels vor einer solchen historischen Blamage, die den stolzen FC Bayern zum Gespött der deutschen Fußballnation machen würde. Und gänzlich aufgegeben haben sich die Londoner noch nicht. "Was ich sehen will, ist, dass wir für einen Kampf bereit sind", forderte Arsenals deutscher Verteidiger Per Mertesacker.

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Ohne Sendereihe | 07.03.2017 | 02:17 Min.

Münchens Trainer erwartet auch, dass Arsenal versuchen wird, schnell ein Tor zu erzielen. "Die Spieler wissen, dass es vor allem auf den Start ankommt. Das Spiel kann für Arsenal eine Möglichkeit sein, seine Probleme zu lösen", sagte Ancelotti bei der Abschluss-Pressekonferenz am Montagabend (06.03.2017).

Anführer Philipp Lahm fehlt

Philipp Lahm

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Der in der Vergangenheit so schwer gebeutelte Ancelotti kündigte auch an, keine Stars zu schonen. Rafinha ersetzt den gesperrten Philipp Lahm. Torwart Manuel Neuer wird trotz leichter Rückenprobleme das Team als Kapitän aufs Spielfeld führen, wenngleich er am Montagabend nicht am Abschlusstraining teilnahm und im Teamhotel behandelt wurde. "Die Tür ist auf, aber wir müssen jetzt noch seriös und respektvoll durchgehen", formulierte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge die Aufgabe.

Mönchengladbach ein warnendes Beispiel

Doch allein Ancelottis bittere Erfahrungen sollten den Münchner Profis eigentlich Warnung genug sein, die Partie im Hinterkopf nicht doch auf die leichte Schulter zu nehmen. Falls nicht, gibt es tatsächlich auch einen deutschen Verein, dem sogar schon einmal ein 5:1 im Hinspiel nicht gereicht hat. Borussia Mönchengladbach schied 1985 im UEFA-Cup mit Jupp Heynckes auf der Trainerbank gegen Real Madrid nach einem 0:4 im Rückspiel aus. Phrase hin, Phrase her, aber im Fußball ist - zumindest manchmal - eben doch alles möglich. Selbst das vermeintlich Unmögliche.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

FC Arsenal: Ospina - Bellerin, Mustafi, Koscielny, Gibbs - Ramsey, Xhaka - Walcott, Özil, Sanchez - Giroud.
FC Bayern München: Neuer - Rafinha, Martinez, Hummels, Alaba - Alonso, Vidal - Robben, Thiago, Ribéry - Lewandowski.

red/dpa/sid | Stand: 07.03.2017, 10:03

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