Champions-League-Bilanz: England top, Deutschland ein Flop

Tottenhams Harry Kane

Gruppenphase beendet

Champions-League-Bilanz: England top, Deutschland ein Flop

In der Vorrunde der Champions League fielen so viele Tore wie noch nie, die Engländer sorgten für ein Novum, und Paris hat keinen Zaubertrank. Die Zahlen und Fakten zur Gruppenphase der Königsklasse.

Starke Engländer

Die Premier League hat die Vorrunde dominiert. Als erste Liga in der Geschichte der Champions League stellen die Engländer fünf Mannschaften im Achtelfinale. Manchester United, Manchester City, der FC Liverpool, der FC Chelsea und Tottenham Hotspur sind weiter. Aus Spanien sind dagegen nur drei Teams dabei, aus Italien nur zwei und aus der Bundesliga mit den Bayern gar nur eines.  

Desaströse BVB-Bilanz

So ist die deutsche Bilanz desaströs. 1899 Hoffenheim erwischte es schon in der Qualifikation, in der Gruppenphase schieden Borussia Dortmund und RB Leipzig aus. Der BVB lieferte dabei eine peinliche Vorstellung ab. 2013 noch im Finale der Königsklasse, gelang dem Team in sechs Vorrundenspielen kein Sieg - nicht einmal gegen Apoel Nikosia. Dass sie mit zwei Punkten noch Gruppendritter wurden, ist ein Novum in der Champions League. Leipzig schlug sich mit sieben Punkten achtbar, scheiterte aber wohl an seiner Unerfahrenheit. In einer Gruppe mit Besiktas Istanbul, dem FC Porto und dem AS Monaco wäre mehr drin gewesen.

Überraschungen und Enttäuschte

Apropos Besiktas: Die Türken sind die Überraschung der Vorrunde und gewannen die Gruppe G am Ende souverän. Auch Schachtjor Donezk steht im Achtelfinale. Die Ukrainer ließen den SSC Neapel hinter sich. Enttäuschung dagegen bei Atletico Madrid. 2016 standen die Spanier noch im Finale, jetzt kam das Aus schon in der Vorrunde. Auch Stadtrivale Real kann nicht glücklich sein. Der Titelverteidiger wurde hinter Tottenham in seiner Gruppe nur Zweiter.

Ronaldo treffsicher

An Cristiano Ronaldo lag es nicht. In der heimischen Primera Divison erzielte er bisher zwar nur zwei Treffer, in der Champions League dreht der Portugiese wie gewohnt auf. Mit neun Treffern führt der Mann von Real Madrid die Torschützenliste an. Beim 3:2 gegen Borussia Dortmund erzielte der Weltfußballer sein 114. Tor in der Königsklasse - auch das ist Spitze.

Dortmund verliert - überwintert aber in der Europa League

Sportschau | 06.12.2017 | 01:46 Min.

Torrekord geknackt

Und überhaupt erlebten die Fans in der Gruppenphase einen Torrausch. Die 32 Mannschaften machten in 96 Spielen insgesamt 306 Treffer und stellten damit einen neuen Rekord auf. Im Schnitt fielen 3,19 Tore pro Partie. Damit wurde der Bestwert aus der Spielzeit 2000/01 geknackt, damals fielen 292 Tore. Auch Borussia Dortmunds Bestmarke fiel. In der vergangenen Saison erzielte der BVB in der Gruppenphase 21 Tore, Paris St. Germain legte jetzt die Messlatte auf 25 Treffer. Ähnlich erfolgreich war der FC Liverpool (23).

Paris ist verwundbar

Den Bayern sei Dank: Am letzten Spieltag der Vorrunde musste das milliardenschwere Starensemble von Paris St. Germain erkennen, dass es vielleicht doch nicht so einfach wird, die Champions League zu gewinnen. Die Franzosen bekamen beim 1:3 die Grenzen aufgezeigt. Paris verpasste es damit, mit sechs Siegen aus sechs Spielen eine weiße Weste zu behalten. Münchens Thomas Müller bringt es auf den Punkt. "Es wird hier so getan, als ob Paris einen Zaubertrank hätte. Die haben natürlich in der Offensive sehr gute Spieler, aber man sollte mal ein bisschen runter vom Gas, wenn es darum geht, andere Mannschaften so hoch zu heben", sagt der Nationalspieler. Die Bayern, die im Hinspiel beim 0:3 noch chancenlos waren, sendeten derweil eine Kampfansage an den Rest Europas. "Wir haben gezeigt, dass mit uns zu rechnen ist", sagt Sportdirektor Hasan Salihamidzic.

Auslosung am Montag

Die Bayern blicken nun am Montag (11.12.2017) gespannt nach Nyon. Denn dort wird das Achtelfinale ausgelost. Als Gruppenzweiter drohen den Münchnern zwei echte Brocken. So können sie auf  den FC Barcelona mit Lionel Messi und auf Manchester City mit Ex-Trainer Pep Guardiola treffen. Sehr reizvoll aber auch machbar wären Duelle mit dem FC Liverpool und Trainer Jürgen Klopp sowie mit Manchester United und Trainer Jose Mourinho. Die AS Rom, Tottenham Hotspur und Besiktas Istanbul müssten die Bayern dagegen wohl nicht fürchten.

red/sid/dpa | Stand: 07.12.2017, 10:35

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