FC Bayern nimmt Arsenal erneut auseinander

Die Bayern bejubeln Robert Lewandowskis (Mitte) Ausgleichstreffer

Champions League, FC Arsenal - FC Bayern München 1:5 (1:0)

FC Bayern nimmt Arsenal erneut auseinander

Eine Halbzeit lang präsentierte sich Arsenal als ebenbürtiger Gegner, um dann wie im Hinspiel völlig einzubrechen. Am Ende steht das nächste Tor-Festival der Münchner und der Einzug ins Viertelfinale der Champions League.

Bayern München hat mit einem weiteren Tor-Festival zum sechsten Mal in Folge das Viertelfinale der Champions League erreicht, aber erst in der zweiten Halbzeit Glanz verbreitet. Der deutsche Rekordmeister siegte am Dienstag (07.03.2017) im Achtelfinal-Rückspiel beim FC Arsenal letztlich zu hoch mit 5:1 und erreichte als erstes deutsches Team die Runde der letzten Acht.

Der Treffer des starken Theo Walcott (20.) ließ die Gunners ein wenig Hoffnung schöpfen. Um den Favoriten nach dem 1:5 in München richtig ins Wanken zu bringen, wäre aber mehr nötig gewesen.

Arjen Robben - "So eine Halbzeit darf man nicht spielen"

Ohne Sendereihe | 07.03.2017 | 01:17 Min.

Platzverweis für Koscielny leitet Arsenals Untergang ein

Entschieden war das Duell, nachdem der Franzose Laurent Koscielny im Strafraum Robert Lewandowski umgestoßen hatte. Der Bayern-Torjäger verwandelte den Elfmeter in der 55. Minute eiskalt und Koscielny erhielt nach Intervention des Torrichters wegen Notbremse die Rote Karte.

Die in Überzahl dann dominanten Bayern brachte der agile Arjen Robben (67.) freistehend in Führung, der eingewechselte Douglas Costa (78.) und Arturo Vidal (80. und 85.) schraubten das Ergenis in die Höhe. Zum vierten Mal ist der FC Bayern damit für Arsenal die Endstation in einem Achtelfinale der Königsklasse.

Die Mannschaft von Trainer Carlo Ancelotti war nie ernsthaft in Gefahr, auch wenn sie in der ersten Halbzeit einige Schwächen offenbarte und nicht an die letzten herausragenden Leistungen anknüpfte. Für den nächsten Schritt Richtung Titel-Triple war es aber allemal genug, die Qualifikation für das Halbfinale wollen die Münchner dann Mitte April schaffen. Erst drei Mannschaften hatten im Europapokal einen Vorsprung mit vier Toren im Rückspiel verspielt, zuletzt in der Saison 1985/86 Borussia Mönchengladbach - noch nie geschah dies in der Königsklasse.

Kein zweites "La Coruna" für Ancelotti

Dabei sollte es auch bleiben. Gegen Arsenal, das seit 2009/10 nicht mehr über das Achtelfinale hinauskam, ließ Ancelotti trotz des komfortablen Polsters seine vermeintliche stärkste Elf beginnen - einmal mehr ohne Thomas Müller. Warnung war dem Bayern-Coach auch die Erinnerung an einen Alptraum mit dem AC Mailand. 2004 hatte Ancelotti einen 4:1-Vorsprung bei Deportivo La Coruna durch ein 0:4 noch aus der Hand gegeben. Der Glaube an ein Wunder war diesmal aber offenbar nicht groß bei den Anhängern der Gunners, eine Reihe von Plätzen im Stadion in Nord-London waren leer geblieben.

Von einem verzweifelten Sturmlauf war zunächst auch nichts zu erkennen. Arsenal ließ die Bayern kommen und attackierte erst auf Höhe der Mittellinie. Das verschaffte dem Team von Ancelotti ein klares Ballbesitzplus und erst einmal Spielkontrolle. Gefahr kam erstmals auf, als Thiago im Mittelfeld den Ball vertändelte und Torwart Manuel Neuer gerade noch vor dem durchgebrochenen Walcott (10.) rettete.

Münchner Nachlässigkeiten im ersten Durchgang

Die Gunners wurden mutiger, während die Bayern unkonzentriert wirkten und dem Team von Arsene Wenger gestatteten, in Schwung zu kommen. Besonders Thiago und auch Franck Ribery in seinem 100. Europapokalspiel fielen durch Leichtsinnsfehler auf. Walcott nutzte den Aufwind der Gunners und überwand Neuer, der die Fäuste nicht schnell genug hochriss, aus kurzer Entfernung mit einem Schuss unter die Latte.

Arsenal blieb gefährlich, während die Münchner nach ihrer Linie suchten, auch wenn Lewandowski die Chance zum Ausgleich hatte (38.). Die Nachlässigkeiten bei den Münchnern hörten nach dem Wechsel nicht gleich auf. Giroud (49.) kam dem zweiten Arsenal-Treffer ziemlich nahe. Die Bayern profitierten dann aber von dem Foul Koscielnys - dessen Aus ähnlich wie im Hinspiel, als er verletzt runter musste, Arsenals Untergang einleitete.

Hummels: "Verdient weiter"

"Das Resultat passt nicht ganz zu dem, was bis zum Elfmeter passiert ist. Bis dahin haben wir einen pomadigen Auftritt hingelegt. Die ersten 50 Minuten waren nicht gut", sagte Bayern-Verteidiger Mats Hummels. "Wir brauchen aber nicht darüber reden, dass wir verdient weiter sind."

Auch für Ancelotti war es ein"schwieriges Spiel", so der Bayern-Coach im Anschluss: "Wir hatten Probleme. Arsenal hat gedrückt, da haben wir zu viele Räume gelassen. Wir mussten nach dem 5:1 im Hinspiel die richtige Einstellung finden. Nach dem Elfmeter hatten wir mehr Kontrolle."

Statistik

Fußball · Champions League 2016/2017

Dienstag, 07.03.2017 | 20.45 Uhr

FC Arsenal

Ospina – Bellerin Moruno, Mustafi, Koscielny, Monreal – G. Xhaka, Ramsey (72. Coquelin) – Walcott, Oxlade-Chamberlain, Sánchez (72. Pérez) – Giroud (72. Özil)

1

Bayern München

Neuer – Rafinha, Javi Martinez, M. Hummels, Alaba – Xabi Alonso, Ar. Vidal – Robben (71. Douglas Costa), Thiago (79. Sanches), F. Ribéry (79. Kimmich) – Lewandowski

5

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Walcott (20.)
  • 1:1 Lewandowski (55./Foulelfmeter)
  • 1:2 Robben (68.)
  • 1:3 Douglas Costa (78.)
  • 1:4 Ar. Vidal (80.)
  • 1:5 Ar. Vidal (85.)

Strafen:

  • gelbe Karte Walcott (1 )
  • rote Karte Koscielny (53./Taktisches Foulspiel)
  • gelbe Karte Alaba (1 )
  • gelbe Karte Javi Martinez (1 )
  • gelbe Karte Oxlade-Chamberlain (1 )
  • gelbe Karte G. Xhaka (3 )

Zuschauer:

  • 59911

Schiedsrichter:

  • Anasthasios Sidiropoulos (Griechenland)

Stand: Dienstag, 07.03.2017, 22:58 Uhr

red/dpa/sid | Stand: 07.03.2017, 22:35

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