Gladbach muss das Achtelfinale abschreiben

Havard Nordtveit enttäuscht nach dem Schlußpfiff. Dahinter: Fabian Johnson.

Borussia Mönchengladbach - Juventus Turin 1:1

Gladbach muss das Achtelfinale abschreiben

Eine halbe Stunde lang sah es so aus, als könnte Mönchengladbach gegen Juventus ein Coup gelingen.

Die Mannschaft von Interimstrainer Andre Schubert trotzte Juventus Turin am Dienstag (03.11.2015) zwar ein 1:1 ab, hat mit nur zwei Punkten aus vier Spielen aber keine Chance mehr, in die K.o.-Runde einzuziehen. Die Borussia, weiter Schlusslicht der Gruppe D, kann den Sechs-Punkte-Rückstand auf den Zweiten Juventus in den zwei verbleibenden Spielen nicht mehr wettmachen, da der direkte Vergleich nach dem 0:0 in Turin zugunsten der Bianconeri ausfällt. Um wenigstens noch die Europa League zu erreichen, ist für Gladbach ein Heimsieg im kommenden Spiel gegen den FC Sevilla (25. November) Pflicht.

Gladbach fast eine Halbzeit in Überzahl

Fabian Johnson (18.) brachte die stürmisch beginnende Borussia in Führung, Stephan Lichtsteiner (44.) glich für den italienischen Fußball-Rekordmeister aus. Nach der Roten Karte gegen Hernanes (53./grobes Foulspiel) spielte Gladbach fast eine komplette Halbzeit in Überzahl, verpasste aber den benötigten Sieg.

Schubert vertraute zu Beginn der Mannschaft, die am vergangenen Samstag beim überzeugenden Erfolg bei Hertha BSC (4:1) den sechsten Bundesligasieg in Serie gefeiert hatte. Juve-Coach Massimiliano Allegri ließ im Gegensatz zum torlosen Unentschieden im Hinspiel im 4-3-1-2-System spielen und musste den verletzten Weltmeister Sami Khedira ersetzen.

Furioser Beginn der Borussia

Im Gegensatz zum ersten Vergleich mit dem italienischen Meister spielten die Gladbacher im ausverkauften Borussia-Park mutig nach vorne und untermauerten von Beginn an, dass sie ihre letzte Chance auf den Einzug ins Achtelfinale unbedingt nutzen wollten. Die Gäste verzeichneten durch Innenverteidiger Leonardo Bonucci zwar die erste Tormöglichkeit (2.), präsentierten sich aber zunächst pomadig - und wurden offenbar auch von der furios aufspielenden, von Granit Xhaka immer wieder angetriebenen Borussia überrascht.

Mahmoud Dahoud hatte mit einem Lattenschuss aus rund 25 Metern Pech (14.), vier Minuten später traf Johnson zur verdienten Führung. Der US-Nationalspieler verwertete ein Zuspiel von Raffael, der von einem Querschläger des italienischen Nationalspielers Giorgio Chiellini profitiert hatte.

Juventus mit starkem Comeback

Gladbach hielt auch nach dem Führungstreffer zunächst das Tempo hoch, schaltete nach Ballgewinnen immer wieder schnell um. Ibrahima Traore (22.) und Xhaka (28.) verpassten das zweite Tor nur knapp. Nach rund einer halben Stunde fand Turin aber besser in die Partie. Torhüter Yann Sommer verhinderte mit einer Glanztat gegen Patrice Evra (39.) den Ausgleich, war dann aber beim sehenswerten Volleytreffer von Lichtsteiner machtlos. Juves Topstar Paul Pogba hatte den Schweizer Nationalspieler mit einem Traumpass in Szene gesetzt. Für Lichtsteiner war es das erste Spiel nach einer Herz-OP Anfang Oktober, nachdem er beim einem Spiel über Atembeschwerden und Herz-Rhythmus-Störungen geklagt hatte.

Gladbachs Schlussoffensive verpufft

Beflügelt vom Ausgleichstreffer präsentierte sich die "Alte Dame" nach dem Wechsel putzmunter. Der starke Pogba verfehlte sein Ziel mit einem gefühlvollen Schlenzer nur knapp (47.). Die Gäste schwächten sich dann aber selbst. Hernanes wurde nach seinem Foul an Alvaro Dominguez des Feldes verwiesen.

Gladbach übernahm in der Folge wieder das Kommando, Juve zog sich in Unterzahl weit zurück. Die besten Gladbacher Chancen durch Lars Stindl (77.) und Thorgan Hazard (89.) vereitelte Juve-Keeper Gianluigi Buffon. Am Ende fand die Borussia aber keine Mittel, um Juves Abwehr zu knacken.

Eberl: "Endspiel um die Europa League"

"Wir sind enttäuscht. Wir haben ein Klasse-Spiel gemacht und hatten die besseren Chancen", sagte Mittelfeldspieler Ibrahima Traoré im Anschluss. "Wir wollten gewinnen und haben alles dafür gemacht. Leider fehlte am Ende ein Tor."

Auch Borussias Sportvorstand Max Eberl lobte die Leidenschaft seines Teams: "Die Mannschaft hat es bis zum Schluss versucht, aber den Abwehrriegel nicht geknackt. Wenn die Italiener wollen, kann man kein Tor erzielen", meinte Eberl und rief die anstehende Partie gegen Sevilla zum "Endspiel um die Europa League" aus.

Statistik

Fußball · Champions League · 4. Spieltag 2015/2016

Dienstag, 03.11.2015 | 20.45 Uhr

Borussia Mönchengladbach

Sommer – Nordtveit, Christensen, Alvaro Dominguez, Wendt – Traore, Dahoud, Xhaka, Johnson (85. Hazard) – Stindl – Raffael

1

Juventus Turin

Buffon – Lichtsteiner, Chiellini, Bonucci, Evra – Hernanes, Sturaro (87. Lemina), Marchisio, Pogba – Dybala (63. Cuadrado), Morata (75. Barzagli) –

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 1:0 Johnson (18.)
  • 1:1 Lichtsteiner (44.)

Strafen:

  • gelbe Karte Marchisio (1 )
  • rote Karte Hernanes (53./Foulspiel)
  • gelbe Karte Dybala (1 )
  • gelbe Karte Sturaro (1 )

Zuschauer:

  • 46217

Schiedsrichter:

  • Björn Kuipers (Niederlande)

red/dpa/sid | Stand: 03.11.2015, 22:43

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