Javi Martínez ist Guardiolas Trumpf

Javi Martinez feiert mit David Alaba

Champions League

Javi Martínez ist Guardiolas Trumpf

Wenn Javi Martínez für die Münchener Bayern in dieser Saison im Einsatz war, hat der Rekordmeister das Spiel nicht verloren. Diese Statistik relativiert sich natürlich angesichts der Tatsache, dass die Bayern bisher nur beim 0:2 beim FC Arsenal unterlegen waren, was sie nur wenige Tage später mit einem 5:1 gegen den gleichen Gegner korrigierten.

Doch Innenverteidiger Martínez, der auch auf der Sechs spielen kann, ist ein wichtiger Baustein in diesem so hocherlesenen Gebilde, das Architekt Pep Guardiola mit Zirkel, Meißel, Feinbohrer und Trainingshütchen seit seinem Amtsantritt 2013 stetig konstruiert und verbessert hat. In dieser Saison soll sein Bauwerk vollendet werden - mit dem Gewinn der Champions League. Doch wartet am Dienstag (24.11.15) zunächst einmal Olympiakos Piräus im "Spitzenspiel" der Gruppe F.

Matchwinner gegen Schalke

Dort wird Javi Martínez möglicherweise wieder eine entscheidende Rolle übernehmen, wie er sie auch zuletzt in der Bundesliga gegen Schalke 04 eindrucksvoll ausfüllte. Als Innenverteidiger dirigierte der großgewachsene Baske nicht nur die Defensive, sondern war auch der Initiator zahlreicher Angriffe gegen extrem tief stehende Schalker.

Folgerichtig, wie es so schön heißt, erzielte Martínez dann auch den Treffer zum 2:1 und machte somit den nächsten Erfolg der Bayern perfekt. Dass Piräus, das mit neun Zählern punktgleich mit den Münchenern an der Spitze der Gruppe steht, es mit geballter Offensive versuchen wird, ist extrem unwahrscheinlich. Schon im Hinspiel (0:3) hatten die Griechen den Fokus eher auf die Abwehrarbeit gelegt und in Torhüter Roberto ihren besten Spieler. Das spricht dafür, dass Guardiola seine beiden spielstarken Innenverteidiger Martínez und Jerome Boateng gemeinsam aufbieten und der im Spielaufbau etwas weniger beschlagene Mehdi Benatia draußen bleiben könnte.

Der 27-Jährige Martínez ist aber nicht nur ein ballsicherer Initiator von Angriffen oder Torschütze wie gegen Schalke, sondern auch ein echtes "Zweikampfmonster" und ein "Ballklauer". Auch in dieser Saison gewinnt er knapp 70 Prozent seiner Zweikämpfe und spielt Pässe mit über 93-prozentiger Wahrscheinlichkeit zu seinem Mitspieler - Spitzenwerte.

"Bayern-Luxus" hilft

Es ist das Glück des 40-Millionen-Euro-Einkaufs, dass er eben für die Bayern spielt. Denn die Münchener konnten es sich leisten,dass Martínez im Prinzip die komplette letzte Saison wegen eines Kreuzbandrisses verpasste. Auch als ihn zu Beginn dieser Spielzeit hartnäckige Patellasehnenprobleme zu einer mehrmonatigen Pause zwangen, hatten die Münchener genug Tiefe im Kader, um ihm die nötige Zeit zu geben, sich völlig auszukurieren.

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Behutsam führte Guardiola seinen Landsmann an die Startelf heran, gab ihm Pausen und Spielzeiten im Wechsel. Diese Rotation tut ihm gut und gegen Schalke erinnerte er wieder an den Mann, der 2013 im Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona bei den 4:0- und 3:0-Siegen das katalanische Star-Ensemble zur Verzweiflung brachte.

Duell der Tabellenführer

Selbst wenn die Bayern gegen den souveränen Tabellenführer der griechischen Super League nicht den erwarteten Erfolg einfahren und damit das im Prinzip schon sichere Erreichen des Achtelfinals zumindest rechnerisch noch einmal aufschieben müssten, geht für den deutschen Rekordmeister die Königsklasse erst ab der K.o.-Runde so richtig los. Guardiola braucht aber in seinem dritten Jahr bei den Bayern den "Henkelpott", will er sein Schaffen bei den Bayern trotz diverser nationaler Titel wirklich als absoluten Erfolg verbuchen. Und dafür braucht er wohl auch seinen 27-jährigen Defensiv-Baustein aus dem Baskenland.

Stand: 24.11.2015, 08:30

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