Guardiolas Joker stechen - die Bayern in der Einzelkritik

Guardiolas Joker stechen - die Bayern in der Einzelkritik

Nach schwachem Start mit verunsicherter Abwehrreihe feiern die Bayern vor allem dank zweier Joker ein grandioses Comeback. Die Münchener holen sich am Ende mit einer echten Energieleistung und einem chilenischen Antreiber den Erfolg.

Manuel Neuer ruft seine Mitspieler

Manuel Neuer: Wurde nach fünf Minuten kalt erwischt und patzte in der Absprache mit David Alaba vor dem 0:1. Danach auch im Aufbauspiel bei weitem nicht so souverän wie man es von ihm gewohnt ist. Ließ seinen Frust dann auch verbal an den Mitspielern aus. Beim 0:2 ohne Chance und in der 44. Minute mit einer Weltklasse-Parade, als er aus kurzer Distanz die vorzeitige Entscheidung verhinderte. Danach wurde der Welttorhüter lange nicht geprüft, parierte in der 93. Minute aber hellwach gegen Lichtsteiner und in der 116. gegen Mandzukic.

Manuel Neuer: Wurde nach fünf Minuten kalt erwischt und patzte in der Absprache mit David Alaba vor dem 0:1. Danach auch im Aufbauspiel bei weitem nicht so souverän wie man es von ihm gewohnt ist. Ließ seinen Frust dann auch verbal an den Mitspielern aus. Beim 0:2 ohne Chance und in der 44. Minute mit einer Weltklasse-Parade, als er aus kurzer Distanz die vorzeitige Entscheidung verhinderte. Danach wurde der Welttorhüter lange nicht geprüft, parierte in der 93. Minute aber hellwach gegen Lichtsteiner und in der 116. gegen Mandzukic.

Philipp Lahm: Spielte unaufgeregt und sicher, konnte beim 0:2 aber den Konter der Gäste auch nicht unterbinden. Ansonsten alles in Ordnung beim Kapitän. Der 32-Jährige war in der Viererkette der konstanteste Spieler und spulte sein gewohntes Programm ohne echten Patzer ab.

Joshua Kimmich: Ließ sich in der Anfangsphase am ehesten von Juves Pressing beeindrucken und wirkte leicht verunsichert. Beim zweiten Gegentreffer genau wie all seine Defensivkollegen nicht in der Lage, den Konter zu stoppen. Danach auch mit einigen Stellungsfehlern - gegen die alte Dame hat der Youngster in diesem Jahr viel Lehrgeld gezahlt.

Medhi Benatia: Fehlerlos bis zum 0:2, als er sich von Morata und Cuadrado zu leicht verladen ließ. Danach war der Innenverteidiger auch kein Sicherheitsfaktor mehr und wurde zur Pause durch Juan Bernat ersetzt.

David Alaba: Der Österreicher und sein Missverständnis mit Neuer nach wenigen Minuten brachten seine Farben in Rückstand. Danach war Alaba sichtlich bemüht, sich auch nach vorn einzuschalten. Sein Zusammenspiel mit seinem Spezi Ribery lief aber zunächst nicht so flüssig wie gewohnt. Vor dem 0:2 unterlief ihm außerdem der entscheidende Ballverlust - auch wenn er danach sofort hinterherhetzte. Ein gebrauchter Abend für den 23-Jährigen, der sich gegen Ende aber langsam fing.

Xabi Alonso: War bemüht, Ruhe in das Aufbauspiel der Münchener zu bringen und spielte dementsprechend viele Sicherheitspässe. Tempowechsel waren von ihm kaum zu sehen und auch sonst drückte der Spanier dem Spiel nicht unbedingt seinen Stempel auf. Der Routinier wirkte sichtlich entnervt und haderte auch mit dem Unparteiischen. Seine Auswechslung war der Wendepunkt der Partie - wenn das auch nicht nur an ihm lag.

Douglas Costa: Eröffnete seine Partie mit einem Traumpass auf Vidal nach zwei Minuten. Dann häufig eher mit unpräzisen Aktionen und wenigen Glanzlichtern. Gegen Evra kam der Brasilianer zunächst überhaupt nicht ins Dribbling und traf viele falsche Entscheidungen. Kurz vor dem Seitenwechsel sorgte er aber für das einzige echte Glanzlicht der Münchner im ersten Durchgang, als er Müller bediente. In der zweiten Halbzeit besorgte er die Vorarbeit zum 1:2 mit einer starken Flanke aus dem Halbfeld. Insgesamt eine Partie mit viel Schatten, aber auch dem ein oder anderen Lichtblick.

Arturo Vidal: Tauchte schon in der zweiten Minute wie auch im Hinspiel in vorderster Front auf und initiierte fast jeden Vorstoß der Münchener mit - war aber dabei erst einmal genauso uneffektiv wie seine Kollegen. Im zweiten Durchgang gab er den "aggressive leader" und probierte immer wieder, seine Mitspieler wachzurütteln. Vor dem 2:2 holte er mit seinem typischen, unbändigen Einsatz den Ball und steigerte sich mit zunehmender Dauer. Diese Leistungssteigerung trug letztendlich auch entscheidend zum Erfolg bei - Stefan Effenberg und Mark van Bommel wären stolz.

Thomas Müller: Der Weltmeister war kaum zu sehen und fand gegen die dicht gestaffelte Juve-Abwehr überhaupt nicht ins Spiel. Nach einem starken Pass von Costa hatte er kurz vor der Pause dann aber quasi "kalt" das 1:2 auf dem Fuß und schoss Buffon an. Als alles sich schon auf das frühe Aus der Münchener einrichtete, war er da. Er stand goldrichtig und machte, was ein Müller eben so macht: - ein Tor, das 2:2 in der 91. Minute. Auch beim 3:2 spielte er schließlich eine entscheidende Rolle und legte gedankenschnell auf Thiago ab.

Franck Ribery: Nach zehn Minuten direkt mit einem Volleyschuss Marke "volles Risiko" - der Franzose war von Beginn an hochmotiviert und der auffälligste Bayern-Akteur. Ribery probierte viel und war lange derjenige, der für die meiste Unruhe im Strafraum der Italiener sorgte. In der zweiten Halbzeit ging ihm langsam die Luft aus, sodass er sich immer wieder in Dribblings verzettelte oder den Ball zu lang hielt. In der Verlängerung nahm Pep Guardiola den völlig ausgepumpten Flügelspieler dann vom Feld.

Robert Lewandowski: Der 27-Jährige wich anfangs häufiger auf den Flügel aus oder ließ sich zurückfallen und beteiligte sich am Spielaufbau. Dadurch fehlte er allerdings merklich im Sturmzentrum. Immer bemüht und mit vielen Sprints im Gegenpressing blieb der Pole trotzdem lange wirkungslos und rieb sich in der zweiten Halbzeit in unnötigen Scharmützeln auf. Beim 1:2 aber gedankenschnell und kopfballstark wie man es von ihm gewohnt ist. Genau wie viele seiner Teamkollegen wurde er mit zunehmender Spieldauer stärker.

Juan Bernat: Der Spanier kam in der Pause für Benatia und probierte sich auf der linken Seite - eine deutliche spielerische Verbesserung war seine Einwechslung nicht. Defensiv aber ohne Fehler.

Kinglsey Coman: Ab der 59. Minute konnte sich Juves Leihgabe an die Bayern für Alonso versuchen und holte vor dem 1:2-Anschlusstreffer den Ball mit einem starken Antritt. Auch danach sorgte er für viel Wirbel und trieb das Bayern-Spiel vom rechten Flügel aus an. Das 2:2 bereitete er mit einer Maßflanke direkt vor und machte beim 4:2 mit einem Traumtor den Deckel drauf. Die Einwechslung des Franzosen drehte so letztendlich das Spiel.

Thiago Alcántara: Nach gut 100 Minuten wurde Guardiolas Lieblingsschüler auf den Rasen geschickt und sollte noch einmal für Ideen in der Kreativzentrale sorgen. Der Spanier betätigte sich aber in ganz anderer Funktion - er erzielte das 3:2 vom Strafraumrand mit einem überlegten Flachschuss. Soll erfüllt.

Stand: 16.03.2016, 22:35 Uhr

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