Mit aller Macht - Nürnberg will Platz drei

Jubel beim 1. FC Nürnberg

Zweite Liga kommt aus der Winterpause

Mit aller Macht - Nürnberg will Platz drei

Von Frank van der Velden

Der 1. FC Nürnberg will in der zweiten Liga Platz drei verteidigen und träumt von der Rückkehr in die Bundesliga. Ermöglicht hat dies auch ein neues Führungsduo. Nur die finanzielle Lage bleibt angespannt.

Die Winterpause kam dem 1. FC Nürnberg in dieser Saison recht ungelegen. "Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte es gar keine Pause gegeben. Wir waren gerade in einer sehr guten Form", sagt Stürmer Niclas Füllkrug.

Da hat er recht. Neun Spiele in Serie sind die Franken ungeschlagen, die letzten fünf Spiele haben sie allesamt gewonnen und stehen in der Tabelle auf dem Relegationsplatz drei. Da verwundert es nicht, dass Füllkrug den Start in die Restsaison kaum erwarten kann. "Ich freue mich tierisch und würde am liebsten sofort loslegen", sagt er. Das darf er jetzt auch. Am Samstag (06.02.16) reist der "Club" zum TSV 1860 München.

Geballte Vorfreude

Trainer René Weiler

Trainer René Weiler

Im gesamten Verein ist in diesen Tagen eine geballte Vorfreude zu spüren. Mit dem Trainingslager im türkischen Belek war Trainer René Weiler hochzufrieden, in vier Testspielen gab es vier Siege. Nürnberg träumt von der Rückkehr in die Bundesliga, und sagt das auch so. "Ich denke, man kann es ganz offen kommunizieren. Wir sind Dritter und haben die Chance, aus eigener Kraft zumindest den Relegationsplatz zu behaupten", erklärt Verteidiger Georg Margreitter. "Wir wollen Platz drei verteidigen", sagt auch Niclas Füllkrug.

"Breite Verfolgergruppe"

Andreas Bornemann

Andreas Bornemann

Andreas Bornemann ist da etwas vorsichtiger. Das muss er wohl auch als Sportvorstand. "Es ist klar, dass ein Verein wie der FCN immer ambitionierte Ziele verfolgt. Wir tun aber gut daran, die Realitäten zu sehen", sagt er. Bornemann weiß, dass der "Club" jetzt zu den Gejagten gehört und sich starker Konkurrenz erwehren muss.

"Wir liegen an der Spitze einer breiten Verfolgergruppe von fünf, sechs oder sieben Mannschaften", erklärt er: "Wenn wir im Schlussdrittel noch in der Verlosung sind, können wir uns freuen und hoffen, dass wir im Endspurt die nötigen Körner haben, um bis zum Schluss konkurrenzfähig zu sein." Dass der FCN nochmal ganz oben angreifen kann, glaubt Bornemann nicht. Acht Punkte beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter RB Leipzig, fünf auf den zweitplatzierten SC Freiburg.

Ruhe reingebracht

Was den FCN ausmacht, ist seine Heimstärke. Als einziges Team in der Liga ist Nürnberg daheim noch ungeschlagen. Und die Mannschaft ist schwer auszurechnen. 14 verschiedene Spieler machten die bisher 38 Saisontore. Damit stellt Nürnberg nach Freiburg die zweitbeste Offensive.

Zusammen mit  Finanzvorstand Michael Meeske steht Bornemann für einen Neustart beim "Club". Seit September sind beide im Amt, wobei der 44-Jährige nach monatelangen Querelen Martin Bader ablöste. "Es ist alles ein bisschen ruhiger geworden, die Nebenschauplätze sind nicht mehr vorhanden. Es wird auch wieder versucht, sich um den gesamten Verein zu kümmern und nicht nur um gewisse Personen. Es ist jetzt auch wieder eine gewisse Philosophie zu erkennen und eine Struktur", sagt Torwart Raphael Schäfer.

Stieber für Schöpf

Zoltan Stieber

Zoltan Stieber

Im Kader hat sich im Winter ein wenig getan. Von Stefan Kutschke (Dynamo Dresden), Willi Evseev (Holstein Kiel), Jakub Sylvestr (SC Paderborn) und Timo Gebhart (Steaua Bukarest) trennte sich der FCN. Einen anderen Spieler musste Bornemann eher zähneknirschend ziehen lassen: Der österreichische U21-Nationalspieler Alessandro Schöpf wechselte zu Schalke 04 in die Bundesliga. In Zoltan Stieber vom Hamburger SV fanden die Franken aber adäquaten Ersatz. Der offensive Mittelfeldspieler wurde ausgeliehen.

Finanzielle Situation weiter problematisch

Weiter problematisch in Nürnberg ist die finanzielle Situation. Der Verein hat mit Altlasten zu kämpfen. Wohl auch deshalb ließ der klamme "Club" Schöpf zu Schalke ziehen. Fünf Millionen Euro spülte das in die Kasse. Als "steinigen Weg" bezeichnet Finanzvorstand Michael Meeske seine Arbeit, den Aufstieg in die Bundesliga als auch "wirtschaftlich einen  großen Schritt". Der sei jedoch nicht zwingend in dieser Saison nötig, betont er, und der Verein wolle deshalb auch keine finanziellen Risiken eingehen - etwa durch teure Zugänge.

Auch Bornemann ist gelassen: "Wir haben gut daran getan, und das hat auch der Mannschaft gut getan, dass wir das Thema Aufstieg ausblenden. Wir denken von Spiel zu Spiel und beschäftigen uns lieber mit dem nächsten Gegner und nicht mit dem, was sein könnte."

Stand: 05.02.2016, 08:30

2. Bundesliga | Tabelle

Rang Team S P
1. VfB Stuttgart 15 32
2. Braunschweig 15 30
3. Hannover 96 15 28
4. Union Berlin 15 27
5. 1. FC Heidenheim 15 25
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16. Karlsruher SC 15 12
17. Erzgebirge Aue 15 11
18. FC St. Pauli 15 7
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