Rückrunde verspricht Spannung

Kiels Trainer Markus Anfang

Aufstiegsfrage völlig offen

Rückrunde verspricht Spannung

Ein Dreikampf an der Spitze und drei Teams in Lauerstellung: Vor dem Start der Rückrunde in der 2. Bundesliga ist die Aufstiegsfrage völlig offen.

Wer hätte das gedacht? Neuling Holstein Kiel thront vor dem Start der Rückrunde an der Tabellenspitze der zweiten Bundesliga. Das Team von Trainer Markus Anfang hat nach 17 Spieltagen 33 Punkte auf dem Konto und liegt damit satte sieben Zähler vor Rang vier. Am Sonntag (17.12.17) tritt Kiel beim SV Sandhausen an, danach geht es in die Winterpause.  

Ob sich die "Störche" an der Spitze halten, bleibt abzuwarten. In der Rückrunde könnte es wohl um einiges schwieriger werden als in der Hinrunde. Denn unterschätzen wird den Aufsteiger sicherlich kein Gegner mehr.

Club-Trainer Köllner: "Liga brutal hart"

Wie schnell es nach unten gehen kann, hat zuletzt schon Fortuna Düsseldorf (31 Punkte) erfahren. Nach sechs Spielen in Folge ohne Sieg ist das Team von Trainer Friedhelm Funkel auf den dritten Tabellenplatz abgerutscht und sehnt jetzt wohl die Winterpause herbei.

Für Nürnberg (32 Punkte) kommt die eher ungelegen. Mit drei Siegen in Serie ist der "Club"  auf einen direkten Aufstiegsplatz gesprungen. Trainer Michael Köllner erwartet eine schwierige Rückrunde. "Jeder weiß, dass die Liga brutal hart ist. Wir müssen jede Woche maximal abliefern, dann haben wir eine gute Chance, den Platz zu halten", sagt er. Sein Düsseldorfer Kollege Friedhelm Funkel bleibt indes gelassen. "Wir haben aus 17 Spielen 31 Punkte geholt. Das haben uns vor der Saison die Wenigsten zugetraut", sagt er und redet die Krise einfach weg: "Wir sind nicht die Einzigen, die solche Phasen haben."

Union mit Hammerprogramm

Den Aufstieg peilt auch der viertplatzierte 1. FC Union Berlin (26 Punkte) mit seinem neuen Trainer Andre Hofschneider noch an. Und es stehen richtungsweisende Partien auf dem Spielplan. Für Union geht es zum Start der Rückrunde gegen Ingolstadt, Kiel, Nürnberg, Bielefeld und Düsseldorf und damit gegen die direkten Konkurrenten auf einen Aufstiegsplatz.

Ganz oben mitmischen will auch der FC Ingolstadt. Der Wiederaufstieg war vor der Saison das erklärte Ziel des Bundesliga-Absteigers. Als Fünfter liegen die Bayern mit 25 Punkten in Reichweite, punktgleich mit Arminia Bielefeld.  

Was wird aus Anfang?

Diese Konstellation verspricht eine hochinteressante Rückrunde. An deren Ende könnte tatsächlich Kiel, das bisher sehr konstant spielt, an der Spitzte stehen. Sorgen machen den Nordlichtern allenfalls die Gerüchte um ihren Trainer Markus Anfang. An dem soll Bundesliga-Schlusslicht 1. FC Köln angeblich großes Interesse haben. Sollte der erfolgreiche Aufstiegsstrainer in der Winterpause gehen, wäre das ambitionierte Projekt an der Ostsee stark gefährdet.

Ein Blick in die Statistik: In 16 von 36 Fällen seit der Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga im Jahr 1981 erwies sich der Herbstmeistertitel auch als gutes Omen für einen späteren Meistertitel. In 26 Fällen reichte es zum direkten Aufstieg.

Interessant ist sicherlich auch die Frage, wer in der Winterpause nochmal auf dem Transfermarkt aktiv wird und wer Spieler abgeben muss. Vor allem der finanziell klamme 1. FC Nürnberg bangt wie fast jeden Winter um seine Leistungsträger.

Spannung auch im Keller

Spannend bleibt auch der Kampf um den Klassenerhalt. Der viermalige deutsche Meister 1. FC Kaiserslautern steht bei schon zehn Zählern Rückstand auf einem Nichtabstiegsplatz mit einem Bein in der Liga drei - zumal es Samstag gegen starke Nürnberger geht.

Und auch Bundesliga-Absteiger Darmstadt 98 steht als Vorletzter das Wasser bis zum Hals. Ob die Hessen mit Rückkehrer Dirk Schuster, der mit den Lilien den Durchmarsch von der dritten in die erste Liga geschafft hat, die Wende schaffen, bleibt abzuwarten. Am Sonntag reist Darmstadt zum Kellerduell nach Fürth. Es ist in jedem Fall eng im Tabellenkeller. Der Elfte Braunschweig hat gerade mal vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Freitag, 15.12., ab 22.50 Uhr

red/sid/dpa | Stand: 14.12.2017, 12:54

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