Mehr als die halbe 2. Liga muss bangen

MSV Duisburg

Abstiegskampf

Mehr als die halbe 2. Liga muss bangen

Basierend auf der reinen Mathematik und fussballspezifischen Wahrscheinlichkeitsrechnungen, ist mehr als die Hälfte der Mannschaften in den Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga verstrickt.

Fußball ist vor allem auch Mathematik. Woche für Woche werden Punkte, Tore und Gegentore addiert, um am Ende der Saison den Meister und Absteiger benennen zu können. Eine wichtige Teildisziplin der Mathematik im Fußball ist die Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Michael Ratajczak ist Torhüter des MSV Duisburg. Er rechnete vor, dass seine Mannschaft wahrscheinlich noch 25 Punkte brauchen werde, um den Klassenerhalt in der 2. Liga zu schaffen. Da die Rückrunde nicht beginnt, sondern fortgesetzt wird, ergibt sich rein mathematisch: In jeder der verbleibenden 15 Partien müssten die Meidericher 1,67 Punkte holen, um die Zielvorgabe des Torwarts zu erfüllen. Das ist sehr ambitioniert, denn in den bisherigen 19 Spielen holte der MSV im Schnitt 0,63 Punkte.

Die Hoffnungen ruhen in erster Linie auf einem in der Winterpause verpflichteten Offensivspieler, der von Vitória Guimarães ausgeliehen wurde. "Wir haben mit unserem jüngsten Neuzugang Tomané einen erstklassigen Stürmer verpflichtet, der uns richtig weiterbringen wird. Er war Stammspieler in der ersten portugiesischen Liga, steht voll im Saft", sagte Trainer Ilia Gruev im Interview mit WDR.de.

1860 sehr aktiv auf dem Transfermarkt

Sascha Mölders

Von Augsburg zu den Löwen: Sascha Mölders

Weitaus aktiver auf dem Transfermarkt war der Tabellenvorletzte, TSV 1860 München. Mit Maximilian Beister (1. FSV Mainz 05), Sascha Mölders (FC Augsburg) und Levent Aycicek (Werder Bremen) kamen gleich drei Neuzugänge aus der Bundesliga. Ruhender Pol bei 1860 ist Trainer Benno Möhlmann, der sich mit schwierigen Situationen bestens auskennt und auch schon einige gemeistert hat. Für ein Gegengewicht sorgt Investor Hasan Ismaik, der täglich für Überraschungen gut ist.

Aufsehen erregte in der Winterpause aber vor allem der SC Paderborn. Nick Proschwitz wurde wegen eines delikaten Vorfalls im Trainingslager suspendiert und inzwischen an einen belgischen Erstligisten verkauft. Der mächtige Präsident Wilfried Finke forderte von Stefan Effenberg, dass der Umschwung rasch geschafft wird. Nach den beiden Siegen zum Auftakt gab es unter dem neuen Trainer danach vier Unentschieden und drei Niederlagen. "Ohne Erfolg wird man angezählt. Aber ich bin überzeugt, dass wir unseren Weg gehen werden", sagte Effenberg.

Abstiegsgefahr bis zum siebten Platz

Als erste Mannschaft auf einem sicheren Platz hat Fortuna Düsseldorf drei Punkte Vorsprung auf den SC Paderborn, gleichzeitig nur sechs Punkte weniger als der Tabellensiebte, SV Sandhausen. Dies zeigt, dass noch viele Mannschaften in höchste Gefahr geraten können, wenn sie mehrere Spiele hintereinander verlieren. Eine ganz entscheidende Partie steht sofort für Arminia Bielefeld an. Die Ostwestfalen treffen am Rosenmontag im eigenen Stadion auf den MSV Duisburg. Es geht rein mathematisch um drei Punkte, wahrscheinlich um mehr.

bar | Stand: 04.02.2016, 14:38

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