Zweite Liga - Hochspannung im Abstiegskampf

Bernd Hollerbach, Trainer von den Würzburger Kickers

Für sechs Teams geht es noch um die Rettung

Zweite Liga - Hochspannung im Abstiegskampf

Von Christian Hornung

An der Spitze der Zweiten Liga geht es wohl "nur" noch um den Titel: Stuttgart und Hannover gehen punktgleich ins Saisonfinale. Dafür herrscht im Keller Hochspannung, vor allem für die Münchener Löwen und die Würzburger Kickers sieht es düster aus. sportschau.de wirft einen Blick auf die Zitterpartien des 34. Spialtags.

VfB Stuttgart (1. Platz/66 Punkte) - Würzburger Kickers (17./34)

16 Mal probiert. 16 Mal ist nichts passiert. 16 Partien in der Rückrunde haben die Würzburger Kickers vergeblich auf Sieg gespielt - und sind damit von Platz 4 (!) Mitte Oktober 2016 durchgereicht worden bis auf einen direkten Abstiegsplatz. Trainer Bernd Hollerbach ist trotzdem immer noch im Amt und sagt in Anlehnung an seine eigene Spielerlaufbahn: "Aufgeben gibt es bei mir nicht." Allerdings wird der VfB wenig Lust haben, sich nach dem 0:1 in Hannover mit einem weiteren Misserfolg, noch dazu vor den eigenen Fans, Richtung Bundesliga zu verabschieden.

1. FC Heidenheim (8./43 P) - TSV 1860 München (16./36 P)

Abdoulaye Ba (l.) und Michael Liendl zeigen sich enttäuscht

Fassungslosigkeit bei den Löwen-Profis Abdoulaye Ba (l.) und Michael Liendl

So einen Kai-Bülow-Moment - den brauchen die Löwen am Sonntag (21.05.17) unbedingt. Während Heidenheim die Sache bei 43 Punkten völlig entspannt angehen kann, sind die Löwen durch ihre Heimpleite zuletzt gegen Bochum trotz zahlreicher Matchbälle tatsächlich noch auf den Relegationsrang abgerutscht. Jetzt muss einer wie Bülow her: Der Kapitän rettete die fast schon abgestiegenen "Sechzger" 2015 in der Relegation gegen Kiel mit einem Treffer in der Nachspielzeit.

Dynamo Dresden (5./49) - Arminia Bielefeld (15./36)

Die vielleicht emotionalste Kabinenansprache der jüngeren Vergangenheit hat Arminia nach so vielen Last-Minute-Enttäuschungen doch noch auf Rettungs-Kurs gebracht: Nach den mitreißenden Worten von Co-Trainer Carsten Rump an seine Spieler wurde Aufstiegs-Kandidat Braunschweig mit 6:0 aus dem Stadion gefegt. Nochmal kann es so einen Auftritt kaum geben, doch Dreifach-Torschütze Reinhold Yabo ist auch so voll fokussiert auf die Partie in Dresden: "Jeder weiß, was auf dem Spiel steht. Jeder weiß, dass wir den Klassenerhalt noch nicht erreicht haben. Jeder weiß, dass das ein Endspiel ist."

1. FC Kaiserslautern (14./38) - 1. FC Nürnberg (10./42)

Dieses Duell hat es 54 Mal in der Bundesliga gegeben, zuletzt allerdings in der Saison 2011/12. Von der 55. Auflage sind beide Teams nach einer miserablen Spielzeit in der Zweitklassigkeit ewig weit entfernt - für die Lauterer geht es sogar ausschließlich darum, nicht doch noch auf den Relegationsrang abzustürzen. Trainer Norbert Meier hat Probleme ohne Ende, vor allem in der Offensive geht kaum etwas. Und dann sind da auch noch die aufgebrachten Anhänger, die den Druck zusätzlich erhöhen. Meier fleht fast schon um Unterstützung: "Wir haben Verständnis für die Enttäuschung. Aber wir brauchen den Schulterschluss noch einmal dringend."

Erzgebirge Aue (13./39) - Fortuna Düsseldorf (12./39)

Mehr Glück geht eigentlich nicht. Im Heimspiel gegen Würzburg rettete ein fataler Torwartfehler den Düsseldorfern einen Last-Minute-Punkt, dann blieb zuletzt beim 3:2 in Nürnberg der Ball vor dem zwischenzeitlichen Ausgleich in einer Pfütze liegen und ermöglichte so den spielentscheidenden Fortuna-Konter. Das Team von Trainer Friedhelm Funkel ist dank der im Zweitliga-Keller besten Tordifferenz von minus drei praktisch gerettet. Auch den kampfstarken Erzgebirglern reicht ein Punkt, um sicherzugehen - das wäre für die zwischenzeitlich schon abgeschlagenen Auer ein grandioser Erfolg.

Thema in: Sportschau, Das Erste, 21.05.2017, 18 Uhr.

Stand: 18.05.2017, 18:23

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