Großes Stühlerücken in der Zweiten Liga

Schon sechs Zweitligisten haben in der laufenden Saison den Chefcoach gewechselt. An diesem Wochenende geben zwei Trainer ihr Debüt. Die bisherigen Wechsel auf der Bank waren überwiegend erfolgreich

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Das Trainer-Karussel in der Zweiten Liga hat auch Hans-Jürgen Boysen wieder einen Job verschafft. Knapp ein Jahr nach seiner Entlassung beim FSV Frankfurt sitzt der 55-Jährige am Wochendende erstmals wieder auf der Bank. Beim SV Sandhausen hat Boysen in dieser Woche die Nachfolge von Gerd Dais angetreten, weil die Mannschaft zuletzt "hilflos" und "ohne Plan" agiert habe, wie Sandhausens Präsident Jürgen Machmeier feststellte. Viel ändern will Boysen vor der Partie Beim FC Ingolstadt aber nicht: "Ganz verrückte Sachen werde ich nicht tun, wir können uns keine Experimentierphase erlauben."

Das Trainer-Karussel in der Zweiten Liga hat auch Hans-Jürgen Boysen wieder einen Job verschafft. Knapp ein Jahr nach seiner Entlassung beim FSV Frankfurt sitzt der 55-Jährige am Wochendende erstmals wieder auf der Bank. Beim SV Sandhausen hat Boysen in dieser Woche die Nachfolge von Gerd Dais angetreten, weil die Mannschaft zuletzt "hilflos" und "ohne Plan" agiert habe, wie Sandhausens Präsident Jürgen Machmeier feststellte. Viel ändern will Boysen vor der Partie Beim FC Ingolstadt aber nicht: "Ganz verrückte Sachen werde ich nicht tun, wir können uns keine Experimentierphase erlauben."

Bei 1860 München gibt Alexander Schmidt sein Debüt als Cheftrainer. Der bsiherige U21-Coach zeigt sich vor der Partie beim 1. FC Union Berlin recht forsch und nennt Borussia Dortmund als Vorbild für die "Löwen". Weshalb er neuerdings mit zwei oder gar drei Stürmern spielen will, damit Benny Lauth im Zentrum mehr Unterstützung erhält. Der jordanische Investor Hasan Ismaik hätte dennoch lieber die ganz große Lösung gesehen und den Schweden Sven-Göran Eriksson als neuen Trainer engagiert. Darüber hat er sich offenbar mit seinem Münchener Statthalter Hamada Iraki entzweit, weswegen der seine Ämter niederlegte. Schmidt hat jetzt sechs Spiele Zeit, sich für ein festes Engagement als Chefcoach zu empfehlen.

Karsten Neitzel ist dies beim VfL Bochum bereits gelungen. Auch er galt zunächst als Interimslösung, nachdem der Klub angesichts des schwachen Saisonstarts Andreas Bergmann vor die Tür gesetzt hatte. Als Übergangscoach gelang Neitzel zunächst ein Pokalsieg beim TSV Havelse und anschließend ein 2:2 gegen Energie Cottbus. Das reichte für die Beförderung zum Chefcoach. Neitzel hat den VfL defensiv stabilisiert und konnte nach einem verdienten Punktgewinn beim FC St.Pauli mit einem 5:2 gegen den SV Sandhausen seinen ersten Saisonsieg feiern. Im Auswärtsspiel beim 1. FC Köln soll nun der nächste Sieg folgen.

Mit Siegen alleine ist dem MSV Duisburg nicht mehr geholfen. Der Klub kämpft gegen die drohende Insolvenz und kann dabei auch nicht mehr auf die Hilfe von Ex-Präsident Walter Hellmich hoffen, der sein Unterstützungsangebot nach Kritik aus dem Umfeld des Vereins zurückzog. Es sei "nach wie vor nicht auszuschließen, dass der professionelle Fußball hier keine Zukunft hat", sagte MSV-Geschäftsführer Roland Kentsch dem "Kicker". Das sind schlechte Nachrichten für MSV-Coach Kosta Runjaic, der das Team Anfang September mit null Punkten am Tabellenende von Oliver Reck übernahm und seitdem immerhin zwölf Punkte einfuhr. Der Wechsel von Darmstadt 98 zum MSV sei eine große Chance, sagte Runjaic, als er sei Amt antrat. Diese Einschätzung dürfte sich inzwischen relativiert haben.

Bei Jahn Regensburg ist die Rechnung mit dem Trainerwechsel bislang nicht aufgegangen. Nach vier Niederlagen in Folge hatte der Klub Anfang November den erst im Sommer verpflichteten Coach Oscar Corrochano schon wieder rausgeschmissen. Für ihn übernahm Sportdirektor Franz Gerber zumindest bis zur Winterpause die Arbeit auf dem Trainingsplatz gleich mit. Doch die Talfahrt des Aufsteigers konnte auch er nicht stoppen. Im ersten Spiel setzte es in Ingolstadt eine 2:4-Niederlage, es folgte ein mühsames 3:3 gegen Union Berlin. Im Heimspiel gegen den VfR Aalen fällt nun auch noch Linksverteidiger Christian Rahn aus. Gerber hofft trotzdem auf den ersten Dreier unter seiner Regie.

Michael Frontzeck, der Ende September André Schubert als Cheftrainer des FC St. Pauli ablöste, muss dagegen die erste Liga-Pleite mit seinem neuen Klub verdauen. Vor dem 0:1 gegen Hertha BSC hatte Frontzeck lediglich die Pokalpartie beim VfB Stuttgart verloren, war in der Liga aber bis dahin ungeschlagen. Zwei Siege, zwei Unentschieden und nun eben eine Niederlage lautet Frontzecks Bilanz, der die Grundausrichtung des Teams von einem 4-4-2 unter Schubert wieder auf das gewohnte 4-2-3-1 umstellte. Gegen den MSV Duisburg wäre alles andere als ein Sieg eine Enttäuschung für die Hamburger, die vor der Saison als Aufstiegskandidat gehandelt wurden, nun aber wohl bestensfalls im Mittelfeld der Tabelle landen werden - trotz Trainerwechsels.