2. Bundesliga - Trainer-Entlassungen im Trend

Pauli-Trainer Olaf Janßen

Zweite Liga

2. Bundesliga - Trainer-Entlassungen im Trend

Olaf Janßen vom FC St. Pauli ist schon der achte Trainer, der in dieser Zweitliga-Saison entlassen wurde. Bei vielen Klubs liegen die Nerven blank. Dabei geht es auch anders, und oft bringt es auch einfach nichts.

Frank Schmidt vom 1. FC Heidenheim und Torsten Lieberknecht von Eintracht Braunschweig reiben sich in diesen Tagen wohl verwundert die Augen. In der zweiten Fußball-Bundesliga mussten in dieser Woche schon zwei Trainer gehen. Am Montag (04.12.17) wurde Jens Keller bei Union Berlin entlassen, drei Tage später Olaf Janßen beim FC St. Pauli. Damit erwischte es in dieser Saison schon acht Übungsleiter vorzeitig - und das vor der Winterpause. Einige Klubs sind in Abstiegsnot geraten, andere sehen im Aufstiegskampf ihre Felle davon schwimmen. Wie auch immer - Trainer-Entlassungen sind im Fußball-Unterhaus offenbar in Mode.

Gegen den Trend

Nicht so beim 1. FC Heidenheim und bei Eintracht Braunschweig. Dort leiten Schmidt und Lieberknecht  jetzt schon im elften Jahr die Geschicke an der Linie. Eine Entlassung ist nicht in Sicht. Dabei stand Heidenheim vor einigen Wochen noch auf dem Relegationsplatz 16 und Braunschweig steckte im Mittelfeld fest.

St. Pauli entlässt Trainer Olaf Janßen und holt Markus Kauczinski

Sportschau | 06.12.2017 | 00:35 Min.

"Ohne Frank Schmidt wäre die erfolgreiche Entwicklung des 1. FC Heidenheim so niemals möglich gewesen", sagt der Vorstandsvorsitzende Holger Sanwald. Er machte Schmidt im September 2007 zum Trainer - und der coachte den Klub seiner Heimatstadt von der fünftklassigen Oberliga bis in die 2. Liga. "Egal wann er will, kann er den Vertrag verlängern - von mir aus unbefristet lebenslänglich", sagt Sanwald. Auch Braunschweig vertraut dem etwas anderen Fußballkonzept. Auch nach dem sofortigen Wiederabstieg aus der Bundesliga 2014 hielt die Eintracht an Lieberknecht fest - eine Rarität im schnelllebigen Fußball-Geschäft.

Diese Trainer mussten gehen

In der zweiten Fußball-Bundesliga wurden in diesem Jahr schon acht Trainer entlassen. Ein Überblick.

Gertjan Verbeek

Gertjan Verbeek
Beim VfL Bochum entlassen am 11. Juli 2017
Nachfolger: Ismail Atalan

Gertjan Verbeek
Beim VfL Bochum entlassen am 11. Juli 2017
Nachfolger: Ismail Atalan

Thomas Letsch
Bei Erzgebirge Aue entlassen am 14. August 2017
Nachfolger: Hannes Drews

Maik Walpurgis
Beim FC Ingolstadt entlassen am 12. August 2017
Nachfolger: Stefan Leitl

Janos Radoki
Bei der SpVgg Greuther Fürth entlassen am 28. August 2017
Nachfolger: Damir Buric

Norbert Meier
Beim 1. FC Kaiserslautern entlassen am 20. September 2017
Nachfolger: Jeff Strasser

Ismail Atalan
Beim VfL Bochum entlassen am 09. Oktober 2017
Nachfolger: Jens Rasiejewski (Interimstrainer)

Jens Keller
Bei Union Berlin entlassen am 4. Dezember 2017
Nachfolger André Hofschneider

Olaf Janßen
Beim FC St. Pauli entlassen am 7. Dezember 2017
Nachfolger: Markus Kauczinski

Torsten Frings
Bei Darmstadt 98 entlassen am 9. Dezember 2017
Nachfolger: steht noch nicht fest

In Bochum mussten schon zwei Trainer gehen

Beim VfL Bochum ist es dagegen nicht sonderlich gut bestellt ums Nervenkostüm. Der Klub hat in dieser Saison schon zwei Übungsleiter verschlissen. Schon vor dem 1. Spieltag musste Gertjan Verbeek gehen, auch sein Nachfolger Ismail Atalan hielt sich nicht lange.

Platz vier für Union zu wenig

Harsch kritisiert wurde Union Berlin für die Entlassung von Jens Keller. "Man kann da nur den Kopf schütteln", sagt Lutz Hangartner, Präsident des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL). Er übte vor allem Kritik an der "überzogenen Erwartungshaltung" bei Union, unbedingt um den Aufstieg mitspielen zu müssen: "Da muss dann ein Trainer zwangsläufig ins Gras beißen." Die Köpenicker hatten Keller und Co-Trainer Henrik Pedersen freigestellt, obwohl das Team derzeit auf Platz vier steht.

Nicht viel gebracht

Bekannt ist zudem, dass auch neue Trainer kein Allheilmittel sind. So sind Aue, Fürth und Kaiserslautern immer noch in höchster Abstiegsnot. Und Bochum steht in der Tabelle genau da, wo es nach der Atalan-Entlassung stand - auf Platz 13.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Donnerstag, 7.12.17, ab 22.50 Uhr

vdv/sid/dpa | Stand: 07.12.2017, 12:18

Darstellung: