St. Paulis große Angst

Florian Bruns

Abstiegskampf in der Zweiten Liga

St. Paulis große Angst

Von Olaf Jansen

Zwei Absteiger stehen in der Zweiten Liga schon fest. Aber die Entscheidung um den Relegationsplatz ist noch nicht gefallen. Zittern muss plötzlich vor allem der FC St. Pauli.

Das letzte Heimspiel der Saison gegen Eintracht Braunschweig am Sonntag (12.05.13) wird im alten St.Pauli-Fanladen in der Hamburger Brigittenstraße groß gefeiert. Der traditionsreiche Shop zieht am Saisonende in die neue Tribüne auf der Gegengeraden ein. Ein Abschied. Jetzt hoffen die Fans, dass sie sich nicht auch noch von der Zweiten Liga verabschieden müssen. Denn vor den letzten beiden Partien der Saison ist der FC St. Pauli noch einmal unvermittelt in große Abstiegsgefahr geraten.

Die direkten Absteiger stehen mit Regensburg und Sandhausen zwar schon fest. Um den Relegationsplatz ist aber noch keine Entscheidung gefallen. Dresden und Aue mit jeweils 34 Zählern sind am stärksten gefährdet. Beide haben aber mit Ingolstadt und Sandhausen (Aue) sowie Aalen und Regensburg (Dresden) aber noch machbare Aufgaben vor sich. Der FC St. Pauli mit seinen 37 Punkten hat es da schon schwerer: Denn mit Braunschweig und Kaiserslautern warten noch zwei echte Brocken auf die Hamburger.

16 Gegentreffer in sechs Spielen

Michael Frontzeck

Ruhe bewahren - Michael Frontzeck

Lediglich fünf Punkte holte St. Pauli aus den vergangenen sieben Spielen, der Trend ist besorgniserregend. Trainer Michael Frontzeck bemüht sich aber dennoch um geglättete Wogen. Er gewinnt zumindest dem jüngsten 0:0 in Duisburg positive Seiten ab: "Wir haben endlich die Gegentorflut gestoppt. Die Abwehr war fehlerfrei", konstatierte der Coach zuletzt.

Opfer der zuvor alarmierenden Bilanz von 16 Gegentreffern in sechs Spielen war Innenverteidiger Christopher Avevor. Die Leihgabe aus Hannover musste auf die Ersatzbank. "Ich habe mich gefragt, ob ich ihm einen Gefallen tue, ihn in so ein Nervenspiel zu schicken", hatte Frontzeck die Maßnahme begründet.

Marius Ebbers - König des "Fettklubs"

Marius Ebbers

Auf seine Tore hoffen sie - Marius Ebbers

Die große Hoffnung ist nun, dass Gegner Braunschweig nach geschafftem Aufstieg die Sache etwas ruhiger angehen wird. "Wir brauchen die drei Punkte. Nur das zählt", sagt beinahe beschwörerisch Torjäger Marius Ebbers.

Der 35-Jährige wird St. Pauli nach fünf Jahren verlassen, ebenso wie Florian Bruns nach sieben Spielzeiten. "Es wird sehr, sehr traurig", ahnt Ebbers, der von St. Paulis Co-Trainer Timo Schultz in einer Kolumne der Hamburger Morgenpost über den grünen Klee gelobt wird: "Ebbe hat auf St. Pauli sein sportliches Meisterstück abgeliefert. Das wird man ihm hier nie vergessen." Schultz bezeichnet Ebbers da mit einem Augenzwinkern als "König des Fettklubs", der "auch mal Fünfe gerade sein ließ". "Aber er hat uns immer gesagt, dass Fett Tore schießt. Und so war es dann ja auch", so Schultz über Ebbers.

Hoffnung auf "Boller"

Neben Ebbers hoffen die St. Paulianer gegen Braunschweig vor allem wieder auf Mittelfeldstratege Fabian Boll. Nach langer Pause hatte Boll gegen Duisburg mal wieder 90 Minuten durchgehalten und ist selbst zuversichtlich für die letzten beiden Partien: "In der Endphase der Saison kommt viel Psyche dazu, da braucht man Erfahrung auf dem Platz. Und die werden wir auf den Rasen bringen."

Stand: 10.05.2013, 11:36