2. Liga - von Nationaltrainern und Rückkehrern

Am Freitag endet die Winterpause auch in Liga zwei. Wir schauen zurück auf die vergangenen Wochen - wer wechselt ins Unterhaus, wer nicht – und was war sonst noch so los?

Daniel Bierofka (oben), Franciszek Smuda (unten links) und Sven-Göran Eriksson

Am Freitag (01.02.12) endet die Winterpause auch in Liga zwei – mit dem 19. Spieltag melden sich Tabellenführer Eintracht Braunschweig und Co. wieder zurück. Wir schauen zurück auf die vergangenen Wochen – wer kommt neu ins Unterhaus, wer verabschiedet sich, und was war sonst noch so los?

Am Freitag (01.02.12) endet die Winterpause auch in Liga zwei – mit dem 19. Spieltag melden sich Tabellenführer Eintracht Braunschweig und Co. wieder zurück. Wir schauen zurück auf die vergangenen Wochen – wer kommt neu ins Unterhaus, wer verabschiedet sich, und was war sonst noch so los?

Phantom-Trainer bei den Löwen

Den größten Unterhaltungswert hatte wohl die Phantom-Verpflichtung von Sven-Göran Eriksson (obere Reihe, Zweiter von rechts). Seit der Schwede im November 2012 erstmals beim einem 1860-Spiel auf der Tribüne gesessen hatte, galt der frühere englische Nationaltrainer und gute Bekannte des Investors Hasan Ismaik als kommender Trainer der Münchener. Kurz vor der Winterpause meldete der Verein allerdings: Eriksson wird nicht Trainer. Investor Ismaik war "not amused".

Phantom-Trainer bei den Löwen

Am 15. Januar vermeldeten die Nachrichten-Agenturen dann doch: "Star-Trainer Eriksson wird ein Löwe." Zusammen mit dem bisherigen Coach Alexander Schmidt sollte er die Münchener als Teil einer Doppelspitze zurück in die Bundesliga führen. Blöd nur: Eriksson wusste zu dem Zeitpunkt davon angeblich nichts. Drei Tage später sagte der Schwede dann nach "ausreichender Bedenkzeit" endgültig ab.

Prominenter Coach

Trotzdem muss die zweite Liga nicht auf prominente Trainer verzichten: Der frühere polnische Nationaltrainer Franciszek Smuda soll Jahn Regensburg vor dem Abstieg aus der 2. Fußball-Bundesliga retten. Smuda betreute die polnische Nationalmannschaft drei Jahre lang - zuletzt noch bei der Europameisterschaft 2012 im eigenen Land. Der Pole zeigt sich bei seinem Amtsantritt als Kenner der zweiten Liga: "Hier den Klassenerhalt zu schaffen wäre so, wie anderswo Meister zu werden", sagt er über die Ausgangssituation des Tabellenletzten.

Aufstieg eines Brausekonzerns

Schock für alle Traditionalisten: Der Getränkekonzern Red Bull ist in der zweiten Liga angekommen. Na ja, nicht ganz – aber zumindest stehen ab sofort zwei Akteure im Blickpunkt, die bis vor kurzen noch auf der Gehaltsliste des österreichischen Konzerns standen: Peter Pacult wurde im Juli beim Regionalligisten RB Leipzig entlassen und trainiert nun Dynamo Dresden – und Stefan Maierhofer (im Bild) wechselte von RB Salzburg an den Rhein zum 1. FC Köln.

Transfermeister

Uneingeschränkter Sieger der inoffiziellen Transfermeisterschaft ist der Aufstiegsaspirant 1. FC Kaiserslautern: Mit Mitchell Weiser (FC Bayern München/ausgeliehen), Benjamin Köhler (Eintracht Frankfurt), Markus Karl (Union Berlin), Christopher Drazan (Rapid Wien) und Chris Löwe (Borussia Dortmund, im Uhrzeigersinn) schlugen die Pfälzer gleich fünf Mal zu. Macht auch Sinn, denn vor der Winterpause gab’s gleich drei Pleiten in Serie.

Vielbeachtete Rückkehr

Das wohl am meisten beachtete Comeback im Unterhaus gibt es in Aue zu bestaunen. Kevin Pezzoni wechselt ins Erzgebirge. Im vergangenen Jahr war der 23-Jährige im Trikot des 1. FC Köln Angriffen und Drohungen von Seiten einiger FC-Anhänger ausgesetzt gewesen, im August war daraufhin sein Vertrag aufgelöst worden. Vor dem Spiel in seiner alten Heimat hat er keine Angst: "Wie ich da empfangen werde, das ist mir komplett wurscht. Die können gerne pfeifen. Du kannst ja nicht zu Hause bleiben, nur weil dich jemand nicht mag", so Pezzoni.

Langer Abschied

Und er wechselt doch: Seit Volker Finke den Nordkoreaner Chong Tese im Januar 2012 vom VfL Bochum zum damaligen Bundesligisten 1. FC Köln geholt hatte, galt er am Rhein als Wechselkandidat. Folglich absolvierte Tese für die Rheinländer nicht mehr als fünf Erst- und fünf Zweitligaspiele, ein Tor gelang ihm nicht. Ab sofort spielt der28-Jährige für Suwon Samsung Bluewings in Südkorea.

Kuriose Verletzung

Die wohl ungewöhnlichste Verletzung zog sich 1860-Oldie Daniel Bierofka zu. Beim 3:0-Testspielsieg gegen den VfR Aalen brach sich der frühere Nationalspieler das Nasenbein – nach einem Ellenbogenschlag von Schiedsrichter Robert Hartmann. Der Unparteiische hatte das Spiel unterbrochen und seine Entscheidung branchenüblich mit dem Ausbreiten beider Arme unterlegt. Glück im Unglück für Bierofka: Zum ersten Spiel 2013 gegen den 1. FC Kaiserslautern wird er mit einer Schutzmaske auflaufen können.

Ein Herz für Paderborn

Begonnen hat der gebürtige Paderborner Mahir Saglik seine Karriere beim SC Paderborn. 2003 wechselte er nach Ahlen, 2004 kam er zurück in die Heimat – und erzielte in 15 Spielen sieben Tore. Über die Stationen Borussia Dortmund II, Admira Mödling, Saarbrücken, Wuppertal, Wolfsburg und Karlsruhe kam er 2009 wieder nach Paderborn – und erzielte in 27 Spielen 15 Tore. Wieder war sein Aufenthalt nicht von Dauer, er wechselte nach Bochum und schließlich zum FC. St Pauli. In der Winterpause nun kehrt er ein drittes Mal zurück – diesmal für immer?

Winteraufsteiger

Der Titelkampf in Liga zwei ist noch längst nicht entschieden – für zwei Kicker geht es im Winter trotzdem schon mal hoch in die Beletage: Abwehrtalent André Hoffmann (links) wechselte vom MSV Duisburg zu Hannover 96 – und der ausgeliehene Kingsley Onuegbu kehrt aus Sandhausen zurück zur SpVgg Greuther Fürth. Wie lange er dort noch erstklassig spielt, ist die andere Frage.

Champions-League-Teilnehmer-Besieger

Der FC St. Pauli bleibt der Klub für die besonderen Auftritte. Acht Tage vor dem Liga-Auftakt siegten die Hanseaten mit 3:1 gegen einen waschechten amtierenden Champions-League-Teilnehmer: den dänischen Meister FC Nordsjælland. Okay, die Dänen holten in ihrer Gruppe nur ein Pünktchen und erzielten ein Torverhältnis von 4:22 – aber immerhin. Ob auf St. Pauli nun schon wieder neue T-Shirts gedruckt werden?