Leipzig plant schon für die Bundesliga

Jubel bei RB Leipzig

Zweite Liga startet wieder

Leipzig plant schon für die Bundesliga

Voller Selbstbewusstsein startet RB Leipzig in die restliche Saison der Zweiten Liga. Dass es mit dem Aufstieg nicht klappen könnte, daran glaubt bei den Sachsen niemand. Die Planungen für die Bundesliga laufen schon auf Hochtouren.

Rasen-Ballsport Leipzig beschäftigt sich in diesen Tagen sehr mit der Zukunft. Nicht unbedingt mit dem Start der Zweitliga-Restsaison, bei dem das Team am Sonntag (07.02.16) daheim gegen Eintracht Braunschweig antritt, sondern eher mit dem nächsten Sommer.

Denn dass die Sachsen die Saison als Aufsteiger beenden, scheint ausgemachte Sache zu sein. Daran zweifelt in Leipzig niemand, das Selbstbewusstsein ist riesig. Bei noch 15 ausstehenden Partien haben die Leipziger elf Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Aufstiegsplatz, acht Zähler beträgt der Vorsprung auf den Relegationsrang drei. Das Team trat bisher so dominant auf, dass mit einem Einbruch in der Tat nicht zu rechnen ist.

Keine Zugänge

In der Winterpause hat der Klub alle fünf Testspiele gewonnen. Bis auf den langzeitverletzten Terrence Boyd sind alle Mann sind an Bord. Auf Zugänge hat Trainer und Sportdirektor Rangnick verzichtet. Weil er seiner Meinung nach zum Aufstieg keine braucht. Stattdessen verließen in Tim Sebastian (SC Paderborn) und Zsolt Kalmar (FSV Frankfurt) zwei Spieler den Klub. An Emil Forsberg soll der FC Liverpool Interesse gehabt haben. Der Stürmer wurde daraufhin als unverkäuflich erklärt. Finanzielle Probleme hat der Klub des Getränke-Milliardärs Dietrich Mateschitz ohnehin nicht. "Wir werden keinen einzigen unserer Leistungsträger abgeben", sagt Rangnick.

"Verein der Zukunft"

Die Erstliga-Planungen laufen in allen Bereichen. "Die aktuelle Tabellensituation ist ein klares Signal in Richtung Aufstieg. Damit beschäftigen wir uns intensiv", sagt Fußballchef Oliver Mintzlaff. Er will hoch hinaus. "Ich bin kein großer Freund von einer sogenannten Konsolidierung. Auch in der Bundesliga wollen wir erfolgreich sein und möglichst jedes Spiel gewinnen, das ist klar", erklärt er: "Wir sind nicht größenwahnsinnig, aber wir verstecken uns auch nicht vor der eigenen Courage."

Mittelfristig ist ohnehin Europa das Ziel, von der Champions League ist schon die Rede. Das alles haben auch die Spieler schon verinnerlicht. "In meinen Augen ist Leipzig der Verein der Zukunft", sagt U21-Nationalspieler Davie Selke.

Klotzen statt kleckern

In der Bundesliga dürfte der Lizenzspieler-Etat von derzeit rund 16 Millionen nahezu verdoppelt werden. RB wird auf dem Transfermarkt klotzen statt kleckern. Rangnick sagte jüngst, dass sogar Mega-Transfers von 20 Millionen Euro "theoretisch möglich" seien. Zudem soll ein namhafter Trainer in die Messestadt gelockt werden. Rangnick will nach erfolgreichem Aufstieg zurück auf den Posten des Sportdirektors.

Große Vorfreude in der Stadt

Die Arena soll von der Kapazität her von 44.000 auf 57.000 Zuschauerplätze ausgebaut werden. Das Umfeld mit dem gigantischen Trainingszentrum und der ausgezeichneten Nachwuchsarbeit genügt schon jetzt höchsten internationalen Ansprüchen. Dass eine lange Durststrecke von 22 Jahren ohne Bundesliga in Leipzig bald zu Ende gehen könnte, spüren auch die Fans. In der Winterpause erhöhte sich Zahl der Dauerkarten auf 12.000. Seit dem Abstieg des VfB Leipzig 1994 lechzt die Region nach Bundesliga-Fußball. Außerhalb der Stadtgrenzen können sich allerdings nicht viele Fans mit diesem Gedanken anfreunden. Das mit etlichen Brause-Millionen aus dem Boden gestampfte Projekt RB Leipzig ist auch sieben Jahre nach dem Einstieg in der fünften Liga für viele nach wie vor ein Rotes Tuch.

"Aktuell noch Zweitligist"

Dass seine Spieler aufgrund des großen Vorsprungs und des ganzen Geredes um Bundesliga und Champions League die Zügel schleifen lassen, befürchtet Rangnick nicht. "Wir sind auf jeder Position mindestens doppelt besetzt. Da weiß jeder Spieler, dass er was tun muss", stellt er klar. Wenigstens er versucht zumindest, ein wenig die Bodenhaftung zu behalten: "Zunächst einmal sind wir aktuell noch Zweitligist und konzentrieren uns voll auf unseren Start am kommenden Sonntag gegen Braunschweig."

red/sid/dpa | Stand: 02.02.2016, 12:44

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