FC wehrt sich gegen Pezzoni-Vorwürfe

Kevin Pezzoni / 1. FC Köln

Nach Vertragsauflösung

FC wehrt sich gegen Pezzoni-Vorwürfe

Kevin Pezzoni wirft dem 1. FC Köln vor, ihn zur Vertragsauflösung gedrängt zu haben. Der Klub weist die Vorwürfe entschieden zurück.

Der von Hooligans bedrohte Kevin Pezzoni hat schwere Vorwürfe gegen den Zweitligisten 1. FC Köln erhoben. Ihm sei es vorgekommen, als habe der Bundesliga-Absteiger "auf eine günstige Gelegenheit gewartet, um mich loszuwerden", sagte Pezzoni am Samstag (08.09.12). Er habe seinen Vertrag nie auflösen wollen: "Der Vorschlag wurde vom Verein an mich herangetragen." Seine Zustimmung zur Aufhebung des Vertrages begründete Pezzoni wie folgt: "Was hätte ich zu erwarten gehabt? Meine Situation wäre ja nicht besser geworden."

Der 23 Jahre alte Abwehrspieler erklärte, er habe gehofft, "dass die Verantwortlichen sich hinter mich stellen und versuchen, mich zu schützen. Eigentlich sollte ein Verein dazu in der Lage sein, seine Spieler vor den Fans zu schützen. Das war in diesem Fall nicht so." Pezzoni war von FC-Hooligans an seiner Haustür und im Internet bedroht worden.

Horstmann weist Vorwürfe zurück

FC-Geschäftsführer Claus Horstmann wandte sich gegen die Darstellung, die Pezzoni in einem Zeitungsinterview publik gemacht hatte: "Der Spieler ist am Mittwoch, 29. August, zu uns gekommen, weil er sich nicht mehr zutraute, im Spiel gegen Cottbus aufzulaufen. Die für ihn schlechtere Alternative zur Vertragsauflösung wäre gewesen, ihn aus dem Kader zu streichen. Deswegen haben wir uns auf die Vertragsauflösung geeinigt. Er hat zudem noch eine Abfindung erhalten." Horstmann bekräftigte nochmals, dass zuvor vonseiten der Vereinsführung keine Überlegungen gab, sich von Pezzoni zu trennen. Gegenüber dem TV-Sender Sport 1 stellte er am Sonntag klar: "Kevin hätte keine Aufhebung unterzeichnen müssen, wenn er nicht gewollt hätte."

Die Vorwürfe des Abwehrspielers wies er entschieden zurück: "Der 1. FC Köln hat alles getan, um Kevin Pezzoni in angemessener Weise zu schützen. Die nun erhobenen Vorwürfe sind substanzlos, unangebracht und schaden ihm selbst am meisten", erklärte er. Der FC führte in der Mitteilung auf seiner Homepage einige konkrete Beispiele auf, in denen der Club seinen früheren Verteidiger Pezzoni gegen Angriffe jeglicher Art in Schutz genommen und an sein Potenzial als Fußballer geglaubt habe.

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Keine Ruhe im Fall Pezzoni | 02:35 min | 09.09.2012 | WDR 2 am Sonntag

"Glaubwürdigkeit und Image" des Vereins bedroht

Demnach habe sich Pezzoni in einer SMS nach der Vertragsauflösung ausdrücklich für die Unterstützung bedankt. In mehreren Gesprächen habe Pezzonis Vater zudem betont, dass dies die beste Lösung sei. Die Kölner Homepage-Meldung zur einvernehmlichen Vertragsauflösung vom 31. August sei vom Vater freigegeben worden. "Wenn wir jetzt mit diesen Themen an die Öffentlichkeit gehen, dann nur, weil wir uns dazu durch die Äußerungen von Kevin Pezzoni gezwungen sehen. Es geht um die Glaubwürdigkeit und das Image des 1. FC Köln und seiner Verantwortlichen", meinte Horstmann weiter.

sid/dpa | Stand: 09.09.2012, 15:15