Kinds Übernahme bei Hannover 96 rückt näher

Martin Kind, Präsident von Hannover 96

Opposition scheitert mit Antrag

Kinds Übernahme bei Hannover 96 rückt näher

Martin Kind, Präsident von Hannover 96, ist seinem Ziel, 2018 die Mehrheit am Fußball-Zweitligisten zu übernehmen, einen Schritt nähergekommen. Die Opposition, die dies verhindern wollte, ist gescheitert.

Bei der hitzig geführten Versammlung des Vereins am Donnerstagabend (27.04.2017) fand ein Antrag auf Satzungsänderung mit dem Ziel, die 50+1-Regel zwingend festzuschreiben, nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Allerdings war es eine sehr knappe Entscheidung. 263 Stimmberechtige votierten für den Antrag und den Beibehalt der 50+1-Regel. 171 dagegen. Die Opposition hätte 289 Stimmen von 434 gebraucht.

Komplette Mehrheit der GmbH an Klub-Boss

Die Weichen für die Möglichkeit einer Übernahme der Profiabteilung durch langjährige Förderer sind damit gestellt.

Hannovers Präsident Martin Kind will die komplette Mehrheit bei der wichtigsten GmbH des Fußball-Zweitligisten Hannover 96 auf sich vereinen. Der 73-Jährige beruft sich dabei auf einen 2011 ausgehandelten Kompromiss, demzufolge die 50+1-Regel außer Kraft gesetzt werden kann, wenn ein Investor sich über 20 Jahre bei einem Klub engagiert hat. Genau dies ist bei Kind, der das Präsidentenamt im September 1997 beim damaligen Drittligisten übernommen und sich seitdem auch mit seinem Privatvermögen am Club beteiligt, der Fall.

Nach dem Scheitern bleibt es dabei, dass Vorstand und Aufsichtsrat - besetzt mit Kind-freundlichen Mitgliedern, darüber entscheiden, dass die "Hannover 96 Management GmbH", bislang hundertprozentige Tochter des Vereins, in die Profisparte übergeht. Als Komplementär-Gesellschaft ist diese GmbH das letzte verbliebene Bindeglied zwischen dem eingetragen Verein und dem Lizenzfußball.

Hintertürchen bleibt offen

Ein Hintertürchen, Kinds Übernahme doch noch zu verhindern, bleibt allerdings offen. Angenommen wurde nämlich in letzter Minute ein Antrag, der den Mitgliedern ermöglicht, über Kinds Übernahmevertrag mit der DFL noch einmal gesondert abzustimmen. Dieser Vertrag, den Martin Kind bereits im Januar bei der DFL einreichte, kann frühestens im kommenden Jahr geschlossen werden.

Pfui-Rufe gegen Kind

Insgesamt war die Stimmung aufgeheizt in der Niedersachsenhalle des Hannover Congress Centrums. Die personifizierte Abstimmung sorgte für Ärger. So stimmten einige Mitglieder nur unter Protest ab. Immer wieder gab es Pfui-Rufe aus der Versammlung in Richtung Martin Kind. Ein Mitglied aus der Gruppe der Oppositionellen beschwerte sich, dass er aus der ersten Sitzreihe geprügelt worden sei.

Bereits bei einer Formalität musste der Klubchef einen Rückschlag hinnehmen. Von 448 Stimmberechtigten stimmten 152 gegen die Entlastung des Vorstandes.

Stand: 28.04.2017, 09:53

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